Viktor Skutezky

Viktor Skutezky, auch Skutetzky bzw. Victor Skutezky (* 15. Februar 1893 in Brünn, Österreich-Ungarn; † 1981) war ein österreichisch-mährisch-stämmiger Filmproduzent, Produktionsleiter, Schriftsteller und Drehbuchautor beim deutschen und britischen Film.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Über die frühen Jahre Skutezkys ist derzeit wenig bekannt. 1922 kam er nach Berlin zum Film, wo er zunächst dem Regisseur E. A. Dupont bei dessen Meisterwerk Varieté sowie Duponts Kollegen Lupu Pick assistierte. Seit 1926, beginnend mit den Filmen Die Waise von Lowood und Spitzen, war Skutezky als Aufnahmeleiter tätig.

Mitte 1928 wechselte Viktor Skutezky zur Filmproduktionsleitung. 1933 floh er vor den Nationalsozialisten nach Österreich, wo er zusammen mit Mela Deutsch-Brady das Stück Das kleine Glück auf der Wieden verfasste, das mit großem Erfolg am Deutschen Volkstheater in Wien und später auch in Zürich und Brünn lief. Nebenbei assistierte er dem gleichfalls nach Wien geflohenen Filmregisseur Hermann Kosterlitz. In Ungarn war Skutezky Produktionsassistent bei dem Emigrantenfilm Der kleine Kavalier (auch bekannt unter den Titeln Mircha und Bubi), in Prag schrieb er 1938 das Drehbuch zu einem Filmprojekt namens Reisefieber, das jedoch nie verwirklicht wurde. Im März 1939 gelang ihm die Flucht nach England. Dort beteiligte er sich noch im selben Jahr am Manuskript zu dem geplanten Filmstoff Good Bye London.

Anschließend wurde er von den Pinewood Studios und der Associated British Picture Corporation übernommen. Letztgenannte Firma beschäftigte Skutezky bei der filmischen Adaption eines eigenen Stücks, It Happened One Sunday, unter der Regie seines Landsmannes Carl Lamac. 1945 war Skutezky am Drehbuch zu Jugendliebe beteiligt, im Jahr darauf an Hafen der Versuchung. Skutezky blieb bis zur Vollendung seines 65. Lebensjahres als Filmproduzent aktiv, dann ging er in den Ruhestand. 1961 erfolgte eine deutschsprachige Verfilmung von Das kleine Glück auf der Wieden unter dem Titel Die Ballade vom Franz und der Marie für das österreichische Fernsehen.

Filmografie

Filme als Filmproduzent oder Produktionsleiter, wenn nicht anders angegeben

  • 1928: Die Regimentstochter
  • 1928: Der Hafenbaron
  • 1929: Tagebuch einer Verlorenen
  • 1929: Der Ruf des Nordens
  • 1929: Die Kaviarprinzessin
  • 1929: Das Mädel mit der Peitsche
  • 1929: Vererbte Triebe
  • 1929: Sündig und süß
  • 1930: Die heiligen drei Brunnen
  • 1930: Der Mann, der den Mord beging
  • 1931: Wer nimmt die Liebe ernst?
  • 1931: Der Schlemihl
  • 1943: It Happened One Sunday
  • 1945: Jugendliebe (Quiet Weekend) (nur Drehbuch)
  • 1946: Hafen der Versuchung (Tempation Harbour) (auch Drehbuch)
  • 1949: Unschuldig verurteilt (For Them That Trespass)
  • 1949: Landfall
  • 1950: Mord ohne Mörder (Murder Without Crime)
  • 1951: Mit Küchenbenutzung (Young Wives' Tale)
  • 1952: Eine verrückte Familie (Father's Doing Fine)
  • 1952: Der gelbe Ballon (The Yellow Balloon)
  • 1954: The Weak and the Wicked
  • 1956: Wie herrlich, jung zu sein! (It's Great to be Young)
  • 1958: Munter und lebendig (Alive and Kicking)

Literatur

  • Kay Weniger: Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 609., ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

Weblinks