Walter Koch (Historiker)

Walter Koch (* 22. April 1942 in Wien) ist ein österreichischer Historiker und emeritierter Universitätslehrer in München, der sich auf die historischen Hilfswissenschaften Diplomatik (Urkundenwissenschaft) und Epigrafik (Inschriftenkunde) spezialisiert hat.

Er studierte in Wien und absolvierte den dreijährigen Kurs des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Aus seiner Mitarbeit an der Edition der Urkunden Kaiser Friedrichs I. unter Heinrich Appelt ergaben sich das Thema seiner Promotion (Die Reichskanzlei in den Jahren 1167 bis 1174. Eine diplomatisch - paläographische Untersuchung) und seiner Habilitation (Die Schrift der Reichskanzlei im 12. Jahrhundert (1125–1190). Untersuchungen zur Diplomatik der Kaiserurkunde).

Mit seiner Berufung auf den Lehrstuhl für Geschichtliche Hilfswissenschaften in München übernahm er die Edition der Urkunden Kaiser Friedrichs II. Koch hat mehrere Studien zur Diplomatik veröffentlicht. Außerdem ist er Autor einer Monographie zur mittelalterlichen und neuzeitlichen europäischen Epigrafik (2007).

Seit 1993 ist Koch ordentliches Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Werke (Auswahl)

  • Die Reichskanzlei in den Jahren 1167 bis 1174. Eine diplomatisch - paläographische Untersuchung. Denkschriften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Phil.-hist. Kl. 115 (Veröff. d. Histor. Kommission II) Wien 1973.
  • Die Schrift der Reichskanzlei im 12. Jahrhundert (1125–1190). Untersuchungen zur Diplomatik der Kaiserurkunde. Denkschriften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Phil. - hist. Kl. 134 (1979)
  • Epigraphik 1982. Fachtagung für mittelalterliche und neuzeitliche Epigraphik. Klagenfurt, 30. September–3. Oktober 1982. Referate redigiert von Walter Koch.(Denkschr. der Österr. Akademie der Wissensch., Phil.-hist. Kl. 169 = Veröffentl. d. Komm. f. d. Herausgabe der Inschriften des Deutschen Mittelalters 1) Wien 1983
  • Literaturbericht zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Epigraphik (1976–1984). (MGH Hilfsmittel 11). München 1987.
  • Literaturbericht zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Epigraphik (1985–1991). (MGH Hilfsmittel 14). München 1994, (unter Mitarbeit von Franz-A. Bornschlegel, Albert Dietl und Maria Glaser).
  • Inschrift und Material - Inschrift und Buchschrift. Akten der Fachtagung für mittelalterliche und neuzeitliche Epigraphik. Ingolstadt 1997, hg. v. Walter Koch und Christine Steininger (Abh. der Phil.-hist. Klasse der Bayer. Akademie der Wiss. NF 117) München 1999.
  • Literaturbericht zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Epigraphik (1992–1997) (MGH Hilfsmittel 19). Hannover 2000, (gemeinsam mit Maria Glaser und Franz-A. Bornschlegel).
  • Monumenta Germaniae Historica, Diplomata regum et imperatorum Germaniae XIV/1: Die Urkunden Friedrichs II. 1198–1212, bearb. von Walter Koch unter Mitwirkung von Klaus Höflinger und Joachim Spiegel und unter Verwendung von Vorarbeiten von Charlotte Schroth-Köhler (+). Hannover 2002.
  • Literaturbericht zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Epigraphik (1998–2002) (MGH Hilfsmittel 22). Hannover 2005, (gemeinsam mit Franz-A. Bornschlegel).
  • Inschriftenpaläographie des abendländischen Mittelalters und der früheren Neuzeit. Früh- und Hochmittelalter mit CD-ROM. R. Oldenbourg, Wien/München 2007, ISBN 978-3-486-58189-8 Rezension

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