Walther Soyka

Walther Soyka (* 17. August 1926 in Wien; † 25. Juli 2006 in Bremen) war ein Staatswissenschaftler, Publizist und Atomkraftgegner.

Leben

Soyka war der älteste Sohn des Schriftstellers und Lebensreformers Richard Soyka und seiner Frau Helma.

1950 gründete er den Bund für Volksgesundheit mit Sitz in Wien, der ursprünglich seit 1926 bestand, aber 1938 zwangsweise aufgelöst worden war. Er organisierte viele Veranstaltungen zu gesundheitlichen Themen und hielt selbst Vorträge. 1961 schloss er ein Studium der Staatswissenschaften an der Universität Wien ab.[1]

1969 setzte er für ein „Kernenergie-Volksbegehren gegen radioaktive Verseuchung durch Kernspaltungs-Kraftwerke“ in Österreich mit Hilfe zahlreicher Mitstreiter aus der Anti-Atom-Bewegung in mehreren Ländern eine schnell wachsende Initiative gegen das erste österreichische Atomkraftwerk in Gang, die schließlich Erfolg hatte und von Fachleuten international Beachtung fand.[2]

1972 berief ihn die neu gegründete Universität Bremen zum Lehrbeauftragten. Aufgrund der interdisziplinären Konzeption der Universität arbeitete er mit Rechtswissenschaftlern, Staatswissenschaftlern, Chemikern und Physikern zusammen. In der Anti-Atom-Bewegung gehörte er jahrelang zusammen mit Jens Scheer und Inge Schmitz-Feuerhake zu den führenden Köpfen.[3] In Bremen zählte Ivan Illich zu Soykas Freunden. Robert Jungk ist durch Soyka zum Gegner der sogenannten „friedlichen Nutzung” von Atomspaltungstechnologie geworden.

In den folgenden Jahrzehnten organisierte Soyka Tausende von Sammelklagen gegen Atomkraftwerke in Deutschland und gab im Rahmen des von ihm gegründeten privaten Instituts für biologische Sicherheit zahlreiche Schriften heraus.

Politisch ist er wegen seiner Bekenntnis zur „Gotterkenntnis (Ludendorff)” umstritten. Zeitweise war er Mitglied der FDP.

Soyka war in erster Ehe verheiratet mit Wilma Gertrud Soyka, geb. Bröcker. Aus dieser Ehe gingen acht Kinder hervor, u. a. der Komponist Ulf-Diether Soyka. In zweiter Ehe war er mit Nicoll de Bruin-Soyka verheiratet. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor.

Veröffentlichungen

  • Autorengruppe des Projektes SAIU an der Universität Bremen: Zum richtigen Verständnis der Kernindustrie - 66 Erwiderungen. Oberbaumverlag, Berlin 1975.

Einzelnachweise

  1. [1] Ökoweb Österreich
  2. H. Michaelis, Kernenergie, 2 Bände, 1977, Reihe dtv wissenschaft
  3. [2] Vortrag von Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake