Waluliso

Waluliso in der Inneren Stadt, Wien (1982)

WALULISO (eigentlich Ludwig „Wickerl“ Weinberger, * 2. Juli 1914 in Wien; † 21. Juli 1996 ebenda) war ein Wiener Friedensaktivist.

In den 1970er Jahren sammelte Waluliso erfolgreich Unterschriften für die Erhaltung der Wiener Donauinsel als Naherholungsgebiet, in den 1980er Jahren demonstrierte er für die Abrüstung und den Frieden. Durch sein Motto Wasser, Luft, Licht und Sonne (aus den jeweils ersten beiden Buchstaben bildete er sein Pseudonym) und seine eigenwillige Kleidung, die aus einer weißen Toga, einem Stirnkranz aus Olivenzweigen, einem Hirtenstab und einem Apfel bestand, wurde er zu einem Wiener Original, das in der Wiener Innenstadt am Stephansplatz oder auf dem Wiener Naschmarkt regelmäßig Ansprachen an die Bevölkerung hielt, bei denen er in eindringlicher Sprechweise Gott und Natur als Eines ansah und sich auf Visionen berief. Er war ein überzeugter FKK-Anhänger und erschien im Sommer oft nur mit einem Schurz bekleidet in der Öffentlichkeit.

Ab 1944 wohnte Weinberger in der Wehrgasse in Wien-Margareten auf nur neun Quadratmetern. Bei seinem letzten öffentlichen Auftreten in der Wiener Kärntner Straße verteilte er Geld mit dem Hinweis: „Charakter zählt und nicht Geld. Politiker sind Spekulanten.“

Sein von ihm selbst erworbenes Grab liegt auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Am 7. Juni 1998 wurde zu seinen Ehren die Walulisobrücke (auch: Waluliso-Brücke), eine Pontonbrücke, als Fuß- und Radbrücke über die Neue Donau in der Nähe des Kraftwerks Freudenau freigegeben.[1] Damit wurde einem langjährigen Wunsch von Waluliso entsprochen, im Bereich des FKK-Geländes – der sogenannten Hirscheninsel – eine Verbindung von der Donauinsel über die Neue Donau zum Hubertusdamm am nordseitigen Ufer zu schaffen.

Einzelnachweise

  1. Wiener Rathauskorrespondenz: Eröffnung der Walulisobrücke, 7. Juni 1998

Weblinks

 Commons: Waluliso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien