Wasserschloss Freiling

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Schloss Freiling
Entstehungszeit: 1170

(erste urk. Erwähnung)

Burgentyp: Wasserschloss
Erhaltungszustand: teilweise erhalten
Geographische Lage 48° 13′ 43,2″ N, 14° 7′ 14,1″ O48.22865614.1205853Koordinaten: 48° 13′ 43,2″ N, 14° 7′ 14,1″ O
Schloss Freiling (Oberösterreich)
Schloss Freiling
Eingang des Wasserschloss Freiling

Das Wasserschloss Freiling ist ein Schloss im Ortsteil Freiling der Gemeinde Oftering, welches das erste Mal 1170 in einer Urkunde des Stiftes Wilhering genannt wurde. Die Bauweise der Burg geht auf die Herren von Perg und Machland zurück. Lange Zeit blieb die Burg im Lehensbesitz des Geschlechts der Schiefer, bevor die einstmals mächtige Wasserburg 1669 in den Besitz des Geschlechts der Kauthen überging. Das Wappen der Kauthen, eine Eule, ist bis heute im Gemeindewappen von Oftering ersichtlich. Die um das Mittelalter gegründete Wasserburg wurde im Laufe der Zeit zu einem vierflügeligen Wasserschloss verändert. Heute sind nur noch Reste der einstigen mächtigen Wasserburg übrig. Die Schlossanlage ist umschlossen von einer großzügigen Landschaftsparkanalage. In früheren Zeiten prägten mehrere Zier- und Nutzgärten sowie Wirtschaftsteiche das Anwesen, welche teilweise heute noch vorhanden sind.

Bekannt ist das Schloss wegen des Aufenthalts von Franz von Lothringen, dem späteren Gemahl Maria Theresias. Zudem wurde es zwischenzeitlich als Irrenanstalt sowie als Landwirtschaftsschule genutzt. Erwähnt wurde das Schloss auch in der Literatur von Adalbert Stifter, in seinem Monumentalwerk Witiko sowie in den Werken des Minnesängers Heinrich von Ofterdingen.

Das Schloss befindet sich im Privatbesitz und es ist öffentlich nicht zugänglich. Von außen kann man den Wirtschaftstrakt des Gutes sehen, welches zu einem Teil von der Freiwilligen Feuerwehr Freiling genutzt wird.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Westlich der Ortschaft Oftering liegt Freiling, heute Ortsteil der Gemeinde Oftering, 12 km nordöstlich von Wels. Der Ortsteil hat seinen Namen vom Schloss Frejling (heute Schloss Freiling) erhalten. Das Gebäude liegt mitten im Ortszentrum, jedoch ist es durch den hohen und dichten Baumbestand rund um das Schloss nicht einsehbar. Ausschlaggebend für den Bau der einstigen Burganlage Freiling war die günstige Anbindung des Schlosses zwischen Wels und Linz.

Geschichte

Geschichte bis zum Jahre 1669

Über die Ursprünge des Schlosses Freiling gibt es keine genaue Datierung. Das erste Mal wird eine Wasserburg Freiling 1170 in einer Urkunde des Stiftes Wilhering unter dem Namen "Freijling" erwähnt, gemeinsam mit den Brüdern Ortlof und Ulrich von Vriling.[1] 1375 wurde das Anwesen von der Witwe des Dietrich Espan von Lichtenhaag, Margarethe Aspan von Hag, an Jans II. Schifer (das Geschlecht wird oftmals auch als Schiffer oder Schiefer bezeichnet) und seine Hausfrau verkauft. Die Schifer hatten neben der Herrschaft Freiling auch noch zwei weitere Besitztümer. Bekannt wurde das Geschlecht unter anderem durch die Stiftung des Schieferschen Spitals in Eferding im Jahre 1325. Das Spital galt als das reichste Spitalstift mit dem größten Grundbesitz in der damaligen Zeit.[2] Das Geschlecht der Schifer war streng evangelisch. Dies zeigt eine noch heute erhaltene Gedenktafel aus der Renaissancezeit. Ein Epitaph in der Pfarrkirche zum heiligen Jakob in Hörsching zeigt die Familien Traun und Schifer mit den jeweiligen Wappen. Diese Gedenktafel entstand kurz nach der Vermählung von Otto von Traun und Herzelaut von Schifer aus Freiling im Jahre 1557. Otto von Traun wurde nach seinem Tod in der damaligen evangelischen Pfarrkirche Hörsching beigesetzt.[3]

Das Schloss Freiling blieb knappe 300 Jahre lang, bis 1669, im Lehenbesitz dieses Geschlechtes der Schiefer. Das Schloss war damals ein Lehen des Kloster Mondsee.[4] Während der Zeit der Bauernaufstände in Oberösterreich scheint der Lehenbesitzer des Schlosses Freiling, Dietmar Schiffer, als einer der Befehlshaber der aufgestellten Truppen auf, um die Ordnung wieder herzustellen. Die Schiffer war besonders streng gegen die Bauern vorgegangen. Die unterdrückten Bauern steckten im Jahr des Oberösterreichischen Bauernkrieges in der Nacht zum 17. September 1626 das Schloss aus Rache in Brand. Bis 1669 blieb das Schloss im Besitz des Geschlechts der Schiffer.

17. bis 19. Jahrhundert

Das Wappen der Kauthen ist bis heute im Gemeindewappen ersichtlich

1669 wechselte die Wasserburg gleich mehrmals den Besitzer. Georg Freiherr von Schifer verkaufte den Besitz an den Hofkammerpräsidenten Georg Ludwig Graf Sinzendorf. Dieser tauschte das Gut gegen die Herrschaften Peuerbach und Schloss Bruck ein. Die Wasserburg kam dadurch 1669 durch dieses Tauschgeschäft in den Besitz des Grafen Georg Kauthen. Unter dem Geschlecht der Kauthen wurde das Schloss wieder aufgebaut und verschönert.[4] Das Wappen der Kauthen war eine Eule, die bis heute im Gemeindewappen der Gemeinde Oftering auf die Grafenschaft der Kauthen hinweist.

Durch den Erbweg gelang 1768 das Schloss Freiling in den Besitz von Franz Wenzel, Freiherr von Rumerskirch. Das Geschlecht der Rumerskirch wirtschaftete schlecht, und das Schloss war kurz nach dem Erlangen des Besitzes bereits herabgewirtschaftet.[4] Nach dem Tod des Barons Josef von Rumerskirch erbte sein Sohn Julius das Anwesen. Doch auch dieser konnte das Schloss wirtschaftlich nicht retten. Aus Frust über den Niedergang des Besitzes warf Julius das Wappen der Rumerskircher in den Schlossteich. Zudem verkaufte er auch das Schloss an Georg Riedl. Der Besitz stand bis zur Verlegung der Linzer Irrenanstalt gegen Pachtzins im Jahre 1862 leer. Jedoch war die Verlegung nur von kurzer Dauer, denn bereits am 17. September 1862 mussten die Kranken der Anstalt wieder zurück nach Linz verlegt werden, da in dem Jagdhaus gegenüber dem Schloss Feuer ausbrach und das gesamte Gebäude diesem Brand zum Opfer fiel. 237 Jahre nach der Erstürmung der Bauern brannte das Gebäude zum Großteil ab. Der Wiederaufbau beschränkte sich auf jene Teile, die auch heute noch bestehen. Der Turm des Schlosses wurde zwar renoviert, jedoch nur verkürzt wieder aufgebaut.

Teilweise renoviertes Wasserschloss Freiling

Neuere Geschichte

In den nächsten Jahren verlief der Wiederaufbau sehr schleppend. Unter Georg Riedl wurde 1868 die bestehende Villa zwischen den drei Teichen des Schlosses erbaut. Bereits ein Jahr danach erwarb der Schweizer Eduard Verdan das renovierungsbedürftige Schloss. In der Besitzzeit von Eduard Verdan wurde die Landesackerbauschule nach Freiling verlegt. 1876 siedelte die Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Ritzlhof nach Ritzlhof bei Berg um. In diesem Jahre erwarb Alfred Prieser das Besitztum Schloss Freiling. 1899 wurde es von Josef Peller gekauft, der es seinem Sohn Walter vererbte. In der Zeit des Major Josef Peller wurde das Schloss Freiling zum Kulturmittelpunkt des Ortes. Im Schloss wurden mehrere Konzerte der ortsansässigen Sängerrunde sowie des Gesangsvereins abgehalten.[5] 1901 hat der Gutsherr einen Teil des Schlosses als Pacht der Gemeinde Oftering als Jagdsitz zur Verfügung gestellt.[6] Major Josef Peller vererbte das Schloss Freiling seinem Sohn Walter. Im Anschluss übernahm Tochter Ulrike Peller (verheiratet Pichler) das Schloss. Heute ist das Gut Freiling im Privatbesitz von Dr. Andreas Pichler.

Besitzer und Erbfolge des Schlosses

Seit dem Bau der einst mächtigen Wasserburg durch die Herren von Perg und Machland, wechselte das heutige Schloss ihre Besitzer häufig. Einige Besitzer kamen durch den Erbweg zum Besitz des Anwesens. Andere kamen durch den Kauf des Schlosses oder dem Tausch des Schlosses gegen andere Bauwerke in den Besitz.

Chronologische Reihenfolge der Besitzer nach Adelszugehörigkeit, Besitzzeit und Erbfolge:

Besitzer des Schlosses Besitzzeit Besitzübergang Erben
Herren von Perg und Machland unbekannt unbekannt unbekannt
Ortlof und Ulrich Vriling um 1170 unbekannt unbekannt
Dietrich Espan von Lichtenhaag unbekannt - 1375 unbekannt unbekannt
Geschlecht der Schifer 1375 - 1669 Kauf Jans II. Schifer, Dietmar Schifer, Georg Freiherr von Schifer
Georg Ludwig von Sinzendorf 1669 Kauf keine
Grafschaft der Kauthen 1669 - 1768 Kauf Georg von Kauthen, Johann Constantin von Kaut
Freiherren von Rumerskirch 1768 - 1860 Kauf Franz Wenzel von Rumerskirch, Baron Josef von Rumerskirch, Julius von Rumerskirch
Georg Riedl 1860 - 1869 Kauf keine
Eduard Verdan 1869 - 1876 Kauf keine
Alfred Prieser 1876 - 1899 Kauf keine
Fam. Peller 1899 - 1999 Kauf Josef Peller, Walter Peller, Ulrike Peller (verheiratet Pichler)
Andreas Pichler 1999 - jetzt Vermählung

Nutzung des Schlosses Freiling

Im Laufe seiner Geschichte diente das Schloss Freiling unterschiedlichen Zwecken. Besonders in der Zeitspanne von 1860 bis 1876, als das Schloss mehrmals den Besitzer wechselte und zwischenzeitlich immer wieder leer stand, wurde das Schloss mehrmals anderweitig genutzt. Auch in der Zeit des Zweiten Weltkrieges diente der Schlossplatz als Truppenübungsplätze und nicht wie vorgesehen als Zier- und Nutzgärten.

Das Schloss als Irrenanstalt (1862)

Nach der Herabwirtschaftung des Schlosses durch die Rumerskircher sowie einige Jahre Leerstand, wurde das Schloss kurzzeitig als Irrenanstalt genutzt. Ausgangspunkt dieser neuen Nutzung waren Raumprobleme der Irrenanstalt im Prunner-Stift, die auch durch den Auszug der Gebäranstalt nicht gelöst werden konnten. Daher wurde in einem ersten Schritt versucht, das Schloss Hagen in Urfahr zu erwerben und es als Irrenanstalt zu nutzen. Dieser Plan scheiterte jedoch aus Kostengründen. Folglich wurde gegen Pachtzins das Schloss Freiling angemietet, um der Raumnot in Prunner-Stift zu begegnen. Im Jahr 1862 wurden 40 Patienten und Patientinnen vom Prunner-Stift ausgewiesen und in das Schloss Freiling umgesiedelt. Gleichzeitig wurde die zunehmende Raumnot durch den Ankauf des Schlosses Gschwendt bei Neuhofen an der Krems reduziert. Noch heute dient das Schloss Gschwendt als Zweigstelle.

Die Anmietung sowie die Verlegung der Patienten und Patientinnen waren jedoch von kurzer Dauer. Bereits am 17. September 1862 mussten die Kranken der Anstalt wieder zurück nach Linz verlegt werden, da in dem Jagdhaus gegenüber dem Schloss Feuer ausbrach und das gesamte Gebäude diesem Brand zum Opfer fiel.[2]

Landwirtschaftsschule (1869-1876)

Im Jahr 1869 erwarb der Schweizer Eduard Verdan das Schloss. In dieser Zeit wurde auch die Landesackerbauschule nach Freiling verlegt. Doch auch diese Nutzung war nur von kurzer Dauer. Bereits 1876 übersiedelte die Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Ritzlhof nach Ritzlhof bei Berg um. Dort wurde eine eigens dafür geschaffene Schule errichtet und beinhaltet Unterrichtsräume, Übungsplätze und ein Internat. Da dieses Platzangebot für die Schule von Nöten war und das Schloss Freiling dieses nicht bieten konnte, siedelte die Landwirtschaftsschule ab und das Schloss stand wieder leer.

Das Schloss als Übungsplatz in der Zeit des Zweiten Weltkrieges

Major Bella war ein Kommandant der örtlichen Heimwehr Ofterings in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg. Der ehemalige K.u.K. Major wohnte in dieser Zeit im Schloss Freiling. Er bestand in der Zeit seiner Kommandantenrolle darauf, dass Übungen und Feste der Heimwehr im Park des Schlosses abgehalten wurden.[7]

Die Fliegenkollektion

Stift Admont, Ansicht von Südost

Einer der vielen, schnell wechselnden, Gutsbesitzer von Schloss Freiling im 19. und 20. Jahrhundert war Walter Peller. Peller war der einzige noch tätige Amateur-Dipterologe in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Werk von Pellers, eine große Fliegensammlung, war auf Grund der Bescheidenheit des Gutsbesitzers wenigen bekannt. Bereits vor dem Krieg hat Walter Peller begonnen eine Fliegenkollektion zusammenzutragen. Diese erste Kollektion ging durch den Krieg restlos verloren. Nach dem Krieg baute er eine neue Fliegenkollektion auf, die 1959 erstmals in der Fachliteratur erwähnt wurde. Der Gutsbesitzer starb am 2. Dezember 1969. Walter Peller war bis heute der letzte Amateur-Dipteren-Sammler in Österreich.

Seine Witwe stiftete die Sammlung dem Naturhistorischen Museum des Benediktinerstiftes Admont, wo sie in einem gesonderten Kabinett aufgestellt ist. Der Erhaltungszustand der Kollektion ist sehr gut und steht auch im internationalen Leihverkehr.[8]

Heutige Nutzung

Heutzutage beheimatet ein Teil des renovierten Wirtschaftstraktes die Freiwillige Feuerwehr Freiling. In der Vorweihnachtszeit dient der Innenhof des Wirtschaftstraktes als Verkaufsstandort für Christbäume. Zudem wurde im Wirtschaftstrakt das Moarhoffest in den Jahren 2003 bis 2007 ausgetragen. Der Veranstalter dieses Festes war die Freiwillige Feuerwehr Freiling. Gefeiert wurde im Innenhof des Wirtschaftstraktes sowie in einigen Räumen dieses Gebäudes.

Architektur

Ein Wirtschaftsteich des Wasserschloss Freiling

Die Bauweise der Burg geht auf die Herren von Perg und Machland zurück. Die Familienmitglieder der Herren von Perg und Machland nannten sich unter anderem Herren von Ofthering. In dem Einflussbereich der Herren von Perg und Machland befanden sich einige von ihnen errichtete Burgen, unter anderem auch die einstige Wasserburg in Oftering.

Die um das Mittelalter gegründete Wasserburg wurde im Laufe der Zeit zu einem Wasserschloss verändert. Heute sind nur noch Reste der einstigen mächtigen Wasserburg und des veränderten Schlosses übrig.

Das damalige Anwesen lag auf einer Insel inmitten eines Teiches und war mit dem Ufer durch mehrere Holzbrücken verbunden. Zum Haupteingang der Burganlage gelangte man über ein zwei Meter breites und 3 Meter hohes gotisches Tor. Auf der Hinterseite der Burg befand sich ein Nebeneingang, der durch eine kleinere Holzbrücke mit dem Ufer verbunden war. Außerhalb des Wassergrabens befanden sich die Wohn- und Wirtschaftsgebäude, samt Meierhof, sowie die Gärten und Holzbestände.

Früher war die Burg eine Vierflügelanlage, deren Ecken mit quadratischen Türmen flankiert worden waren. Die Rundtürme waren mit spitzen Kegeldächern versehen. Heute erinnern jedoch nur mehr zwei im Teich vorspringende Estraden sowie ein Turmstumpf an der rechten Seite des heutigen Wohntraktes an die Türme. Das Sockelgeschoss eines einstigen Eckturmes wurde zu einer Aussichtsplattform mit Eisengitter umgestaltet.[9]

Von der einstigen großen Burg besteht heute nur noch der hintere Trakt mit dem charakteristischen hohen Turm. Sowohl die Seitenflügel als auch der Vorderteil wurden durch einen Brand großteils zerstört und in den folgenden Jahren gänzlich abgetragen. Der auch heute noch bestehende Turm ist fünfgeschossig und trägt ein einfaches, gebrochenes Mansardenwalmdach. Trotz der Renovierung des Turms nach dem Feuer, deuten Einzelheiten noch immer auf das hohe Alter des Bauwerks hin. Unter anderem sind Kragsteine sichtbar, die im obersten Stock des Turmes einen Balkon tragen, der mit Korbbogengitter verziert ist. Die einstigen Lichschlitze im Turm wurden zugemauert. Ebenso wurde ein Fenster im vierten Stock des Turmes durch ein Ochsenauge ersetzt, in dem eine Uhr eingebaut wurde. Unter den Fenstern der heutigen Eingangsfront in das Schloss befinden sich heute noch interessante Stuckarbeiten.

Darstellung einer Maria Immaculata mit dem Fuß auf dem Kopf einer sich um die Weltkugel windenden Schlange

Unter dem Besitzer Johan Constantin von Kauth entstand 1710 die Immaculata Statue. Diese Bildsäule wird häufig fälschlich als Pestsäule angesehen. Die Säule wurde aus Granit angefertigt und weist am Sockel die Jahreszahl 1710 sowie die Initialen von Johann Constantin von Kauth, also J.C.V.K., auf. Zudem sind in einem kleinen Springbrunnenbecken ein achteckiges offenes Eisenslettl und ein Putto samt Gans im Metallguss aus dem späteren 19. Jahrhundert vorhanden.[9]

Zur Residenz Freiling gehörten neben dem Wasserschloss auch noch weitere Gebäude. Unter anderem sind dies das Jagdhaus welches östlich des Schloss gelegen ist sowie die nördlich, außerhalb des Wassergrabens, gelegene Unterkunft der damaligen Bediensteten. Zu der Schlossanlage gehörten auch mehrere Nutzgärten und Wirtschaftsteiche, die zur Versorgung der Schlossbewohner diente. Nordwestlich lag ein Ziergarten des Schlosses der durch deine Holzbrücke über den Wassergraben mit dem Schloss verbunden ist. Ein kleiner Wirtschaftsteich liegt auch heute noch östlich des Schlosses. Heute ersichtlich ist auch noch der südlich gelegene große Wirtschaftsteich. Angeschlossen an diesen großen Teich lagen die damaligen Nutzgärten. Westlich des Schlosses, zwischen Ziergärten und den Wirtschaftsgebäuden sind noch heute die alten Gehölzbestände ersichtlich.

Das südliche Eingangsportal zur damaligen Wasserburg bildete ein noch erhaltener Eingang in den Innenhof der Wirtschaftsgebäude, welche außerhalb des Wassergrabens liegen. Der Schriftzug „Landgut Frejling“ (siehe Abbildung) über den Durchgang ist heute noch zu sehen. Der Wirtschaftshof ist zum Teil renoviert worden. Ein Kennzeichen für die damalige Wasserburg ist der auch heute noch teilweise vorhandene Wassergraben rund um das heutige Schloss.[10]

Die Gärten

Die Schlossanlage liegt in einem großzügigen Landschaftspark. Dieser Landschaftspark wird großteils als Garten genutzt und zu einem kleinen Teil landwirtschaftlich bewirtschaftet. In früheren Zeiten prägten mehrere Zier- und Nutzgärten das Anwesen. Außerdem wurden mehrere Wirtschaftsteiche angelegt, welche auch heute noch vorhanden sind. Für die Ziergärten wurde ebenso ein künstlicher Wasserlauf angelegt. Der auch damals schon bestehende große Gehölzbestand, ist auch teilweise heute noch erhalten. Dem noch heute erhalten gebliebene Wehrgraben rund um das Schloss zieren Seerosen.[9]

Ein Wirtschaftsteich des Wasserschloss Freiling

Baumbestand welcher auch heute noch rund um das Schloss besteht ist unter anderem:

Aufenthaltsort bekannter Personen

Kurze Zeit war das Schloss auch Aufenthaltsort von Franz von Lothringen, dem späteren Gemahl Maria Theresias. Im welchem Jahr sich Franz von Lothringen hier aufhielt ist nicht bekannt.

Wasserschloss Freiling in der Literatur

Das Schloss Freiling wurde bereits auch in unterschiedlicher Literatur erwähnt. Beispielsweise in Adalbert Stifters Werk "Witiko".[11] Aber auch der bekannte Minnesänger Heinrich von Ofterdingen, er wird auch als unbekannter Dichter des Nibelungenliedes geführt, erwähnte das Schloss bereits in seiner Literatur.

Adalbert Stifter- Witiko

Hauptartikel: Witiko
Hauptartikel: Adalbert Stifter

Stifter erzählt in diesem Werk von Heinrich von Ofterdingen, einem Minnesänger, der nach der Ortschaft Oftering benannt ist.[12]

"Der ist Heinrich von Oftering, der Sohn des alten Heinrichs von Oftering, der in der Burg Oftering neben dem Kürenberge sizt, [denke] "sagte der Ritter, "denke nur an das Büblein mit den gar so blonden Haaren und den rothen Wänglein, die sich immer schämten, wenn wir dem [alten] Bischofe Regimar die Waffen nachtrugen." "Ich denke seiner," antwortete Witiko. "Die Burg in Oftering ist ihm zu stille geworden, und er ist in das schöne Wien gezogen." (Adalbert Stifter, Witiko, H224, S. 285c)

Heinrich von Hag/Ofterdingen

Hauptartikel: Heinrich von Ofterdingen

Die Burg in Oftering und die Ortschaft Oftering sind laut Georg Dattenböck Bestandteil des Nibelungenliedes.[13] Nach der von ihm vertretenen These habe der Österreicher Heinrich von Hag/Ofterdingen das Heldenepos verfasst. Bei Ofterdingen handele es sich um die heutige Ortschaft Oftering. Heinrich von Hag/Ofterdingen nahm den Ort Oftering und die Wasserburg als Bestandteile in sein Werk auf. [14]

Zugang zum Schloss

Da sich das Schloss im Privatbesitz befindet ist es öffentlich nicht zugänglich. Von außen kann man den Wirtschaftstrakt des Gutes sehen. Ein Teil dieses Traktes ist bereits renoviert. Lediglich der Innenhof des Wirtschaftstraktes ist öffentlich zugänglich. Die Gutsbesitzer der vergangenen Jahre haben jedoch auch für besondere Anlässe eine Genehmigung erteilt, die Schlossanlagen zu besuchen. Zum Beispiel im Jahr 1965. In diesem Jahr wurde das 60-jährige Priesterjubiläum des Herrn Konsistorialrat Pfarrer Michael Furtner gefeiert. Deswegen wurde am 24. Juni 1965 der Wandertag für 2. Klasse zur Wasserschloss Freiling gemacht.[15] Zudem können die Kindergartenkinder der Gruppe Oftering fast jedes Jahr den großen Schlossgarten mit dem hohen Baumbestand in Anspruch nehmen, um Kastanien zu sammeln.

Literatur

  • Eva Berger: Historische Gärten Österreichs. Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Band 2. Böhlau Verlag, 2003. S. 128.
  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976.
  • Ilse Schöndorfer: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. 2001
  • Georg Grüll: Burgen und Schlösser im Innviertel und Alpenvorland. 1964
  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. 1975
  • Gerhard Stenzel: Von Schloß zu Schloß in Österreich. 1976
  • Reichhalter, Gerhard / Kühtreiber, Thomas: Der spätmittelalterliche Burgenbau in Oberösterreich, in: Ausstellungskatalog: Gotik Schätze Oberösterreich, Linz 2002, 72f
  • H. 4: Joachim Glatz: Bauen im Späten Mittelalter. 1999. ISBN 3-920388-70-4
  • Rosner, Karl: Ruinen der mittelalterlichen Burgen Ober-Österreichs, Wien 1903
  • Stenzel, Gerhard: Österreichs Burgen. Himberg 1989
  • Sekker, Franz: Burgen und Schlösser, Städte und Klöster Oberösterreichs in Georg Matthaeus Vischers Topographia Austriae Superioris modernae 1674, Linz 1925
  • Piper, Otto: Österreichische Burgen Band 1-8. Reprint Wien 2002 (Orig. Wien 1902-1910)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Arnold Melcher (2012): Schloss Freiling – Schloss Freiling
  2. a b Hans Sturmberger: Vom Hospital bis zum Krankenhaus. In: Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs (1974). S.229ff – Schloss Freiling
  3. Aktuell. Das Trauner Stadtmagazin (2012): Das historische Traun. S.33 – Das historische Traun
  4. a b c Hermann Truschnig: Wehrbauten in Österreich – Schloss Freiling
  5. MGV Sängerrunde Oftering (2012): Chronik 1920-2009 – Schloss Freiling
  6. Engelbert Lasinger (2010): Akten und Handschriften der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land. Landesarchiv OÖ. S.102 – Schloss Freiling
  7. Hermann Polz (2009): Nein, kein Lied mehr! in: Die Presse – Schloss Freiling
  8. Günter Morge (o.J.): Eine unbekannte Dipteren-Kollektion Österreichs. Von ausgefallenen Fundorten. S.77f – Walter Peller
  9. a b c Eva Berger (2003): Historische Gärten Österreichs. Gärten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Band 2. Böhlau Verlag Ges.m.b.H und Co.KG. Wien. S.128f – Bauweise Schloss Freiling
  10. Werner Hammerl (2003): Freiling (Freyling). Burgen-Austria. – Burgen Austria
  11. Wolfgang Wiesmüller (2008): Witiko. Internet Edition Adalbert Stifter. – Witiko
  12. Jochen Berendes (2009): Ironie- Komik- Skepsis. Studien zum Werk Adalbert Stifters. Max Niemeyer Verlag. Tübingen 2009 – Witiko
  13. Peter Volk (1955): Anton Ritter von Spaus Muthmassungen über Heinrich von Ofterdingen 1839. Neue Aspekte zur Historität Heinrichs von Ofterdingen und des Kürenbergers. Oberösterreichischer Musealverein - Gesellschaft für Landeskunde. Bd. 140/I – Nibelungenlied
  14. vgl. Anton Ritter von Apaun: Heinrich von Ofterdingen und das Nibelungenlied. Linz 1840, S. 70ff.
  15. Nöbauer Brigitte: Schulchronik. Für die 100 Jahr Feier.– Chronik


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