Weberblatt

Weberblatt an einem Webstuhl im Freilandmuseum Fladungen

Das Weberblatt, auch Webblatt, Webkamm oder Riet genannt, ist Teil eines Webstuhles. Es hat einen kamm- oder besser leiterförmigen Aufbau: zwischen zwei parallelen Leisten oder Metallprofilen befindet sich eine Vielzahl dünner Blättchen in geringem Abstand, durch welche die Kettfäden laufen.

Aufbau

Die Blättchen sind in die parallelen Leisten eingebunden und mit Pech (Pechbund) befestigt, oder wie heutzutage für Maschinen eher üblich, in Blei- oder Zinnguss bzw. Epoxidharz ausgeführt. Diese Blättchen, ebenfalls Riet genannt, bestehen heute meist aus Metall, früher auch aus (Schilf)-Rohr-Blättchen, daher in mancher älterer Literatur auch als Rohre bezeichnet, daher der Name "Riet". Durch die Zwischenräume der Riete laufen die Kettfäden, die Dichte der Riete bestimmt sowohl die Dichte des Gewebes, muss sich aber auch nach der Fadenstärke und dem Fadenmaterial richten. Die Breite des Webblattes bestimmt abhängig vom Webstuhl die maximale Warenbreite, die Höhe des Blattes die maximale "Sprunghöhe" des Webfaches. [1]

Aufgabe und Funktion

Schemazeichnung eines Flachwebstuhls

Das Weberblatt h befindet sich zwischen den Schäften c und der fertigen Ware auf dem Warenbaum b. Nachdem der Schuss mit dem Schützen i, auch Schiffchen genannt, den Schussfaden zwischen den durch die Schäfte zum Fach auseinandergehaltenen, vom Kettbaum a kommenden Kettfäden eingetragen hat, wird das Weberblatt in Richtung fertiges Gewebe, das auf dem Warenbaum aufgerollt wird, nach links bewegt. Das Weberblatt drückt dadurch den zwischen die Kettfäden neu eingetragenen Schussfaden an das schon fertige Gewebe an. [2][3] Dadurch werden die Fäden fest aneinander gepresst, die entstehende Reibung zwischen den Fäden ist Voraussetzung für die Festigkeit des Gewebes.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Technologie der Textilfasern, IV. Band 2. Teil B. Baumwoll- und Gardinenstoffe, herausgegeben von Dr. R.O. Herzog, Berlin, Julius Springer, 1933. (Abschnitt D.5., S.18)
  2. Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 959. online bei www.zeno.org
  3. Brockhaus' Konversations-Lexikon, vierzehnte Auflage, Band 16. Leipzig 1895, S. 556 ff