Wehrgraben (Steyr)

Blick von der Steyrbrücke

Der Wehrgraben ist ein historischer Stadtteil von Steyr in Oberösterreich, der maßgeblich vom Industriellen Josef Werndl geprägt wurde. Der von West nach Ost verlaufende Wehrgraben war ein für die frühere Industrialisierung notwendiger Betriebswasserkanal (etwa die Hälfte des Wassers vom Steyrfluss führend), der zur Gewinnung mechanischer und elektrischer Energie für Betriebe direkt am Wasser (z. B. Hack-Werke), bzw. für die Steyrwerke, die über eine Kabelstrecke die elektrische Energie in das Hauptwerk transportierten, diente.

Der Brand 1842

In einem am 3. Mai 1842 ausgebrochenen Feuer wurde auch der Wehrgraben, Teil des Steyrdorfs, verwüstet. Die nach dem Brand wieder aufgebauten Häuser weisen die Stilmerkmale des Biedermeier auf. [1]

In den 1970ern wurden die letzten Kraftwerke des Wehrgraben endgültig abgestellt und demontiert. Im Jahr 1972 beschloss der Steyrer Gemeinderat, das Gerinne durch den Wehrgraben zuzuschütten und die gewonnene Fläche durch modernen Wohnbau aufzufüllen. Nach erstem Widerstand und einem Gutachten der Wiener Universität für Bodenkultur wurden die Pläne 1980 konkretisiert, was zur Gründung der Bürgerinitiative „Rettet den Wehrgraben“ unter dem Steyrer Kunstlehrer Heribert Mader führte.[2] 1983 wurden die Pläne, den Wehrgraben zuzuschütten endgültig verworfen. [3] Den in der Folge abgehaltenen Gestaltungswettbewerb gewannen die Linzer Architekten Rüdiger Stelzer und Walter Hutter. Das Land Oberösterreich richtete 1987 seine Landesausstellung „Arbeit/Mensch/Maschine“ ein, aus der das Museum Industrielle Arbeitswelt hervorging.[4]

Der Wehrgraben steht – mit insgesamt 220 Häusern – seit 1987 unter Denkmalschutz. [5]

Literatur

  • Géza Hajós (Red.), Ernst Bacher (Bearb.): Steyrdorf. Wehrgraben – Wieserfeld. Wohn- und Industriebauten einer historischen Vorstadt von Steyr in Oberösterreich. Arbeitshefte zur österreichischen Kunsttopographie. Schroll, Wien 1987, ISBN 3-7031-0631-X.
  • Elisabeth Kronsteiner: Steyrdorf. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Land Oberösterreich, Linz 1995, S. 167–172. [6]
  • Hans Stögmüller: Wehrgraben. Führer durch Geschichte und Arbeitswelt. Ennsthaler, Steyr 1992, ISBN 3-85068-238-2[7]

Einzelnachweise

  1. Kronsteiner: Steyrdorf, S. 171.
  2. Vereinsgeschichte des Roundtable 7
  3. Amtsblatt der Stadt Steyr, Juni 2007, S. 169
  4. Wiener Zeitung, 27. November 2009
  5. Erwin Quirchmayr: Steyr: Wehrgraben nun unter Denkmalschutz. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 24. April 1987, S. 5.
  6. Volltext online (PDF).
  7. Inhaltsverzeichnis online (PDF).

Weblinks

48.04138888888914.405555555556Koordinaten: 48° 2′ N, 14° 24′ O