Weißkirchen an der Traun

Weißkirchen an der Traun
Wappen von Weißkirchen an der Traun
Weißkirchen an der Traun (Österreich)
Weißkirchen an der Traun
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Wels-Land
Kfz-Kennzeichen: WL
Fläche: 21,71 km²
Koordinaten: 48° 10′ N, 14° 8′ O48.16472222222214.128333333333305Koordinaten: 48° 9′ 53″ N, 14° 7′ 42″ O
Höhe: 305 m ü. A.
Einwohner: 3.144 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 144,82 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4616
Vorwahl: 07243
Gemeindekennziffer: 4 18 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindeplatz 1
4616 Weißkirchen an der Traun
Website: www.weisskirchen.at
Politik
Bürgermeister: Norbert Höpoltseder (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
13 SPÖ, 9 ÖVP, 3 FPÖ
Lage der Gemeinde Weißkirchen an der Traun im Bezirk Wels-Land
Aichkirchen Bachmanning Bad Wimsbach-Neydharting Buchkirchen Eberstalzell Edt bei Lambach Fischlham Gunskirchen Holzhausen Krenglbach Lambach Marchtrenk Neukirchen bei Lambach Offenhausen Pennewang Pichl bei Wels Sattledt Schleißheim Sipbachzell Stadl-Paura Steinerkirchen an der Traun Steinhaus Thalheim bei Wels Weißkirchen an der Traun Wels OberösterreichLage der Gemeinde Weißkirchen an der Traun im Bezirk Wels-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Weißkirchen aus der Ferne
Weißkirchen aus der Ferne
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Weißkirchen an der Traun ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Wels-Land im Hausruckviertel mit 3144 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Wels.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Weißkirchen an der Traun liegt auf 305 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,2 km, von West nach Ost 7,1 km. Die Gesamtfläche beträgt 21,8 km². 19,3 % der Fläche sind bewaldet, 68,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Ortsteile

Ortsteile der Gemeinde sind Bergern, Graßing, Hetzendorf, Schimpelsberg, Sinnersdorf, Weißkirchen und Weyerbach.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden von Weißkirchen lauten: im Norden Marchtrenk, im Osten Pucking, im Südosten Allhaming, im Süden Eggendorf im Traunkreis, im Südwesten Sipbachzell, im Westen Schleißheim.[1]

Geschichte

Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Pfarrhof
Klobinger-Kapelle, ehem. Annakapelle

Aus früheren Jahrhunderten ist nur wenig von der Geschichte Weißkirchens bekannt. Ein gefundenes Steinbeil lässt darauf schließen, dass schon zur Steinzeit Menschen im Raum Weißkirchen lebten. Ausgegrabene Mauerreste bekunden, dass zu Zeiten der Römer in Weißkirchen an der Traun Siedlungen bestanden haben. Nach Ende der Römerherrschaft verödete allerdings die Gegend wieder. Erst als im Jahr 777 von Herzog Tassilo das Stift Kremsmünster gegründet wurde, begannen die Mönche des Klosters im heutigen Weißkirchen Äcker und Wiesen anzulegen.

Im Jahr 1179 wird „Wæizchirchen“ in der Lateran-Urkunde des Papstes Alexander III. für das Stift Kremsmünster erstmals erwähnt. Der Name verweist darauf, dass in Weißkirchen schon im 12. Jahrhundert eine gemauerte Kirche - im Gegensatz zur damals noch verbreiteten Holzbauweise - stand.[2] Die Pfarre Weißkirchen hatte im Mittelalter eine große Ausdehnung. Der Pfarrsprengel umfasste im 14. Jahrhundert die heutigen Pfarren Allhaming, Eggendorf, Weißkirchen, Pucking, weiters Teile von Neuhofen, Schleißheim und Sipbachzell.

Die heutige Pfarrkirche wurde 1484 erbaut. Der Innenraum besitzt sieben bunte Glasfenster, wobei eines Papst Leo XIII. und ein weiteres Kaiser Franz Josef I. zeigt. Der massive Glockenturm hatte ursprünglich vier Nebentürme, erhielt jedoch im Jahr 1807 eine Kuppel und wurde 1899 in die heutige gotische Stilart umgewandelt.[3]

Der im Jahre 1609 abgebrannte Pfarrhof wurde wieder erbaut und in weiterer Folge vergrößert und bedeutend verschönert. Der Weißkirchner Pfarrhof ist nicht nur wegen seiner Schönheit erwähnenswert, sondern auch wegen bedeutender historischer Ereignisse. Am 1. Mai 1809 kam der spätere Feldmarschall Radetzky durch Weißkirchen und übernachtete im Pfarrhof, wo eine Marmortafel an dieses Ereignis erinnert. Tags darauf zog Kaiser Napoleon mit seinen Truppen durch Weißkirchen und man reichte ihm im Pfarrhof ein Glas Wasser. Das Glas, aus dem Napoleon trank, ist bis heute im Pfarrhof aufbewahrt.

Im Jahr 1857 brach ein Großbrand im heutigen Gasthaus Binder aus und vernichtete neun Häuser.

Das Gründungsdatum der Musikkapelle geht auf das Jahr 1875 zurück, jenes der Freiwilligen Feuerwehr auf 1889. Im Jahre 1901 erhielt Weißkirchen einen Gendarmerieposten, der am 31. Dezember 1962 aufgelassen wurde.

Nach dem Anschluss Österreichs 1938 an Hitler-Deutschland, gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Rund 100 KZ-Häftlinge starben bei Todesmärschen durch Weißkirchen in den letzten Kriegstagen. Eine Gedenkstätte in der Bergerner Au in der Nähe des Weigl-Gutes erinnert daran. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung des Bundeslandes Oberösterreich in dem Weißkirchen heute liegt.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche
  • Pfarrhof
  • Klobinger-Kapelle

Bevölkerungsentwicklung

Der guten Lage von Weißkirchen (zwischen Wels und Linz) ist es zu verdanken, dass die Gemeinde in den letzten Jahrzehnten immer mehr und mehr Zuzug bekam. Die positive wirtschaftliche und verkehrstechnische Entwicklung im Zentralraum kommt auch Weißkirchen zugute.

Quelle: Statistik Austria[5]

Politik

Nach der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl 2009 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

SPÖ: 13 Mandate ÖVP: 9 Mandate FPÖ: 3 Mandate

Bürgermeister ist Norbert Höpoltseder (SPÖ).

Wappen

Die Gemeinde Weißkirchen erhielt 1985 ein Gemeindewappen.

Offizielle Beschreibung: Geteilt von Rot und Grün durch einen silbernen, mit einem silbernen am oberen Schildrand anstoßenden Kreuz besteckten, vom Schildhaupt ausgehenden, verkürzten Doppelsturzsparren; unten vier silberne Scheiben kreuzweise.

Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Grün.

Das weiße Kreuz mit dem stilisierten „W“ symbolisiert den Ortsnamen. Die vier Scheiben stehen für die vier Katastralgemeinden Graßing, Sinnersdorf, Weißkirchen und Weyerbach.[2]

Einzelnachweise

  1. Orientierungshilfe für Weißkirchen, Ortsplan der an alle Gemeindebewohner ausgegeben wird, Hrsg: ÖVP-Weißkirchen, Stand Juli 2002
  2. a b Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs, 7. Nachtrag (1984-1987). In: Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 4, 1988, S. 246 (PDF)
  3. Geschichte von Weißenkirchen auf der offiziellen Gemeindewebsite
  4. Gemeindeinfo Weißkirchen an der Traun
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Weißkirchen a.d. Traun

Weblinks

 Commons: Weißkirchen an der Traun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weitere Infos über die Gemeinde Weißkirchen an der Traun auf dem Geo-Infosystem des Bundeslandes Oberösterreich