Weilheim (Baden)

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weilheim
Weilheim (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weilheim hervorgehoben
47.6583333333338.2405555555556517Koordinaten: 47° 39′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 517 m ü. NN
Fläche: 35,64 km²
Einwohner:

3036 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79809
Vorwahlen: 07741 und 07755
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 118
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Badener Platz 1
79809 Weilheim
Webpräsenz: www.weilheim-baden.de
Bürgermeister: Roland Arzner
Lage der Gemeinde Weilheim im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Weilheim ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Weilheim gehören die ehemaligen Gemeinden Bannholz, Bierbronnen, Nöggenschwiel und Remetschwiel.
Zur ehemaligen Gemeinde Bannholz gehören das Dorf Bannholz, die Weiler Aisperg und Ay, der Zinken Außer Ay und das Gehöft Auf dem Hof. Zur ehemaligen Gemeinde Bierbronnen gehören die Dörfer Bierbronnen (Ober und Unter) und Rohr, der Weiler Heubach und das Gehöft Löchlemühle. Zur ehemaligen Gemeinde Nöggenschwiel gehören das Dorf Nöggenschwiel und das Haus Fohrenbach(er) Mühle. Zur ehemaligen Gemeinde Remetschwiel die Dörfer Remetschwiel und Brunnadern und der Wohnplatz Waldhaus. Zur Gemeinde Weilheim in den Grenzen von 1974 die Dörfer Weilheim, Bürglen und Dietlingen und der Weiler Schnörringen.
Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Bierbronnen liegt die Wüstung Wislangen. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde liegen zwei 1279 erwähnte, abgegangene Burgen sowie die Wüstung Oberwihl. Die 1276 erstmals genannte Ortschaft Haselbach ist den Dörfern Weilheim und Indlekofen aufgegangen, des Weiteren liegen im Gebiet der Gemeinde Weilheim in den Grenzen von 1974 die abgegangenen Burgen Gutkrenkingen und Isnegg.[2]
siehe auch Burg Leinegg

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des zur Gemeinde gehörenden Ortes Bannholz erfolgte im Jahre 871, von Aisperg im Jahre 890, Weilheim wurde zum ersten Mal im Jahre 929 als Wilhaim urkundlich erwähnt.

Bis zum letzten Jahrhundert wurde um Weilheim großflächig Wein angebaut. Der heute eingestellte Weinbau reichte weit ins Mittelalter zurück. Im Jahr 1351 besaßen die Mönche von St. Blasien allein in Weilheim vier Weingärten. 1383 wird ein Klosterhof in Nöggenschwiel erwähnt, zu dem auch ein ausgedehnter Rebgarten gehörte.

Heute steht ein anderes Gewächs im Mittelpunkt der Gemeinde: die Rose. Seit 1970 führt der 1279 als villa Noecherswiler erstmals erwähnte Ortsteil Nöggenschwiel mit seinen über 20.000 Rosenstöcken den Titel „Rosendorf im Schwarzwald“ und gewann 1965 den bundesweiten Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden. Das führte zu einem Aufschwung des Tourismus.

Älter noch ist der 871 in einer Urkunde des Klosters Rheinau bezeugte Ortsteil Bannholz, der im Mittelalter Sitz der Vogtei war. Vom 780 Meter hohen Gupfen ist die Alpenkette zu sehen. Das Dorf Weilheim-Remetschwiel soll noch älter und auf den Fundamenten einer römischen Siedlung erbaut worden sein.

Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Auswanderungswelle nach Ungarn, im 19. Jahrhundert in die USA.

In der Nähe der Gemeinde Weilheim befinden sich die Reste der Burg Gut-Krenkingen, einer Turmhügelburg aus dem 12. Jahrhundert.

Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Weilheim, Bannholz, Bierbronnen, Nöggenschwiel und Remetschwiel neu gebildet.

Bannholz
Bannholz
Bierbronnen
Bierbronnen
Nöggenschwiel
Nöggenschwiel
Remetschwiel
Remetschwiel
Weilheim (alt)
Weilheim (alt)

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 erbrachte folgendes Ergebnis:

Gemeinsame Liste 47,30 % 6 Sitze
Liste unabhängiger Bürger 27,71 % 3 Sitze
CDU 24,99 % 3 Sitze

Partnerschaften

Weilheim pflegt seit 1992 partnerschaftliche Beziehungen zu der französischen Gemeinde Baden (Morbihan) in der Bretagne.

Wirtschaft

Im Ortsteil Waldhaus ist die Privatbrauerei Waldhaus ansässig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Weilheim profitiert mit seiner Lage auf der welligen, sich zum Hochrhein im Süden abdachenden Hochfläche des Hotzenwaldes einerseits vom Alpenpanorama und andererseits vom landschaftlichen Kontrast zu den Großschluchten der Schwarza und der Schlücht.

Der Obere Wasserfall des Haselbaches östlich von Indlekofen (siehe auch Wasserfälle in Deutschland) stürzt am Grunde einer kleinen Schlucht mit kompaktem Strahl zwölf Meter tief in ein fast kreisrundes Felsbecken.

Mit dem Unteren Wasserfall stürzt der Haselbach durch einen kurzen klammartigen Spalt neun Meter tief in den Teufelskessel kurz vor der Mündung in die Schlücht.

Der Hohfluhfelsen östlich Nöggenschwiel bietet einen barrierefrei erreichbaren Tiefblick in das Schwarzatal mit dem Bannwald der Berauer Halde (Gemeinde Ühlingen-Birkendorf) und dem Stausee Witznau bis hin zum Schlüchttal.

Nahe Ziele sind die Altstädte von Waldshut und Tiengen, entferntere sind der Schluchsee, St. Blasien oder die Museumsbahn Wutachtal (Sauschwänzlebahn).

Einige Skelettreste von Tanystropheus (antiquus) machte man bei Bauarbeiten zwischen 1988 bis 1990 bei Waldhaus. Die Funde aus dem Buntsandstein (Untere Trias) wurden in das Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart verbracht und werden dort weiter erforscht.[3]

Tanystropheus antiquus aus Waldhaus im Naturkundemuseum Stuttgart

Sport

Rundwege und Radwege verbinden die einzelnen Ortsteile.

Persönlichkeiten

  • August Peifer SJ (* 29. Oktober 1877 in Ay; † 28. Mai 1919), Priester, Theologe und Philosoph

Bildung

Die Gustav-Siewerth-Akademie ist eine seit 1988 staatlich anerkannte wissenschaftliche Hochschule in privater Trägerschaft. Sie wurde gegründet von Alma von Stockhausen, die auch heute noch Dekanin der Akademie ist. Die Akademie lehrt in den Fächern Philosophie, Soziologie, Journalistik, Philosophie der Naturwissenschaften, Katholische Theologie und Pädagogik.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1039–1043
  3. Franz Falkenstein, Saurier beim Waldhaus - Über die ältesten Fossilien im Landkreis, in: Heimat am Hochrhein Band XVI., 1991, S. 70 ff. ISBN 3-87799-097-5

Weblinks

 Commons: Weilheim (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien