Weingut Schiefer

Eingangsbereich zum Weingut Schiefer in Welgersdorf
Verarbeitungshalle im Weingut Schiefer, Welgersdorf
Präsentationsraum im Weingut Schiefer, Welgersdorf

Das Weingut Schiefer ist ein österreichisches Weingut in Welgersdorf im Weinbaugebiet Südburgenland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gegründet wurde das Weingut von Uwe Schiefer, der Mitte der 1990er Jahre als Quereinsteiger und völliger Weinbauneuling den Beruf des Winzers ergriff. Zuvor hatte er in Wiener Restaurants – unter anderem im renommierten „Steirereck“ – als Kellner und Sommelier gearbeitet. Nachdem er die Weinakademie Österreich in Rust besucht hatte, rief er in Welgersdorf sein eigenes Weingut ins Leben.[1] In verhältnismäßig kurzer Zeit stieg der Betrieb zu den führenden Weingütern Österreichs auf.

Das Weingut

Die Rebfläche beträgt 13,5 Hektar (Stand 2012), wovon 95 Prozent mit roten Rebsorten bestockt sind.[2] Die Anbauflächen befinden sich größtenteils im Gebiet rund um den südburgenländischen Eisenberg, zum Teil betreibt Schiefer auch Weinbau im benachbarten ungarischen Grenzgebiet.

Das Weingut ist in erster Linie auf Blaufränkisch spezialisiert. Uwe Schiefer zählt zu den Vorreitern einer von Feingliedrigkeit geprägten Blaufränkisch-Stilistik ohne Holzlastigkeit und ohne merkliche Röstaromatik. Der Ausbau erfolgt mit Spontanvergärung (ohne Zusatz von Reinzuchthefen) bei moderatem Schwefeleinsatz, es werden keinerlei Enzyme verwendet. Infolge der hohen Anteile an Eisen und Schiefer in den Böden weisen Schiefers Blaufränkische eine markante Mineralität auf.

Der österreichische Vinaria-Weinguide bescheinigt Schiefer-Blaufränkischen bereits im Klassikbereich herausragendes Potenzial.[3] Zu den national und mittlerweile auch schon international beachteten Rotweinen zählen Schiefers Premium-Blaufränkische aus den Weinbergslagen Szapary und Reihburg. Im Ranking des US-amerikanischen Weinkritikers Robert Parker rangieren Schiefers Premium-Weine unter den höchstbewerteten österreichischen Rotweinen.[4][5] Die britische Weinkritikerin Jancis Robinson zählt gleich mehrere Blaufränkische von Schiefer zu den besten Rotweinen Österreichs.[6]

Auch im Weißweinbereich beschreitet Schiefer neue Wege, indem er sich um hohe Welschriesling-Qualitäten bemüht, zumal dieser Sorte im trockenen Ausbau gemeinhin kein besonderes Potenzial zugetraut wird. Vom südburgenländischen Csaterberg, einem traditionellen Weißwein-Anbaugebiet, kommt Schiefers Grüner Veltliner.[7]

Literatur

  • Stephan Reinhardt: Burgenland. Das Rotweinwunderland wird erwachsen. In: Stuart Pigott, Andreas Durst, Ursula Heinzelmann, Chandra Kurt, Manfred Lüer und Stephan Reinhardt: Wein spricht Deutsch. Weine, Winzer, Weinlandschaften, Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-502-19000-4, S. 602–604.
  • Vinaria. Weinguide 2011/12. Die 3500 besten Weine Österreichs. Edition LWmedia, Krems 2011, ISBN 978-3-9502275-3-6, S. 421.
  • Die erträgliche Leichtigkeit des Weins Artikel von Johann Werfring in der „Wiener Zeitung“ vom 16. Mai 2008, Beilage „Wiener Journal“, S. 44–45. Abgerufen am 20. Dezember 2011
  • Hochsaison im Rotweinkeller. Artikel von Petra Bader in den „Salzburger Nachrichten“ vom 14. November 2009, S. XIII.

Einzelnachweise

  1. Vinaria. Weinguide 2007/08. Die 2300 besten Weine Österreichs. Edition LWmedia, St. Pölten 2007, ISBN 978-3-9501760-9-4, S. 306.
  2. Vinaria. Weinguide 2011/12. Die 3500 besten Weine Österreichs. Edition LWmedia, Krems 2011, ISBN 978-3-9502275-3-6, S. 421.
  3. Vinaria. Weinguide 2010/11. Die 3500 besten Weine Österreichs. Edition LWmedia, Krems 2010, ISBN 978-3-9502275-3-6, S. 431.
  4. Die neue Blaufränkisch-Seite. Abgerufen am 14. Dezember 2011.
  5. Parker-Ranking auf der ÖWM-Homepage. Abgerufen am 14. Dezember 2011.
  6. Jancis Robinson: Austria's best red bets. In: Financial Times vom 12. März 2011. Abgerufen am 14. Jänner 2012.
  7. Vinaria. Weinguide 2010/11. Die 3500 besten Weine Österreichs. Edition LWmedia, Krems 2010, ISBN 978-3-9502275-3-6, S. 431.

Weblinks

47.23388888888916.348333333333Koordinaten: 47° 14′ 2″ N, 16° 20′ 54″ O