Wettmannstätten

Wettmannstätten
Wappen von Wettmannstätten
Wettmannstätten (Österreich)
Wettmannstätten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Fläche: 17,97 km²
Koordinaten: 46° 50′ N, 15° 23′ O46.8315.384166666667320Koordinaten: 46° 49′ 48″ N, 15° 23′ 3″ O
Höhe: 320 m ü. A.
Einwohner: 1.540 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 85,7 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8521
Vorwahl: 03185
Gemeindekennziffer: 6 03 41
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wettmannstätten 2
8521 Wettmannstätten
Website: www.wettmannstaetten.gv.at
Politik
Bürgermeister: Helmut Kriegl (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
10 ÖVP, 5 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Wettmannstätten im Bezirk Deutschlandsberg
Aibl Deutschlandsberg Eibiswald Frauental an der Laßnitz Freiland bei Deutschlandsberg Bad Gams Garanas Georgsberg Greisdorf Gressenberg Groß Sankt Florian Großradl Gundersdorf Kloster Hollenegg Lannach Limberg bei Wies Marhof Osterwitz Pitschgau Pölfing-Brunn Preding Rassach Sankt Josef Sankt Martin im Sulmtal Sankt Oswald ob Eibiswald Sankt Peter im Sulmtal Sankt Stefan ob Stainz Schwanberg Soboth Stainz Stainztal Stallhof Sulmeck-Greith Trahütten Unterbergla Wernersdorf Wettmannstätten Wielfresen Wies SteiermarkLage der Gemeinde Wettmannstätten im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Wettmannstätten ist eine Marktgemeinde mit 1540 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde Wettmannstätten liegt am Treffpunkt der Wieserbahn mit der Koralmbahn im weststeirischen Hügelland.

Katastralgemeinden und Ortschaften

Katastralgemeinden und Ortschaften (Einwohner lt. Volkszählung vom 15. Mai 2001) sind: Lassenberg (208), Schönaich (248), Weniggleinz (120), Wettmannstätten (431), Wohlsdorf (252) und Zehndorf (195).

Eingemeindungen

Am 1. Jänner 1968 wurden Lassenberg, Schönaich und Wohlsdorf sowie ein Teil von Michlgleinz eingemeindet.

Nachbargemeinden

Preding
Groß St. Florian Nachbargemeinden St. Nikolai im Sausal
Unterbergla St. Andrä-Höch

Geschichte

Im Gemeindegebiet von Wettmannstätten wurden archäologische Funde von der Prähistorie bis in die Neuzeit gemacht.[1] Bei den Arbeiten am Ostportal des Koralmtunnels wurde ein Brunnen mit einem hölzernen Brunnenkasten aus der mittleren Bronzezeit gefunden, der die dichte Besiedlung des Gebietes bereits 1600–1300 v. Chr. dokumentiert und als Sachquelle von internationaler Bedeutung eingeschätzt wurde.[2] Der Brunnen wurde nach seiner Entdeckung nicht ausgegraben, sondern zwecks weiterer wissenschaftlicher Untersuchung in einem 17 Tonnen schweren Block samt umgebendem Erdreich als Ganzes geborgen[3] [4] und wissenschaftlich eingehend untersucht.[5]

Ausgrabungen 2008 im Gebiet von Schönaich legten weitere Funde aus der Bronzezeit frei. Bei Zehndorf wurden auch Reste der römischen Straße im Laßnitztal gefunden.[6] [7] In Wohlsdorf sind Funde aus der Bronzezeit und der römischen Kaiserzeit dokumentiert.[8] Weiterer Anlass für archäologische Funde waren die Arbeiten an den Erdöl- und Erdgaspipelines (AWP und TAG), die das Gemeindegebiet durchqueren.[9]

Das Gebiet der Gemeinde Wettmannstätten im Laßnitztal gehört zu jenem Bereich, in dem eine dichte Besiedlung seit der Bronzezeit durch eine Reihe archäologischer Fundstellen belegt ist. Insgesamt sind die Flächen archäologischer Grabungen in diesem Teil des Laßnitztales gemeinsam über 40 ha groß.[10]

Der Ort war Teil der 1122 entstandenen Mark Steiermark, die 1180 als Herzogtum Steiermark von Bayern getrennt wurde. Ab 1192 wurde das Gebiet durch die Babenberger in Personalunion zwischen Österreich und der Steiermark regiert. Von 1282 bis 1918 stand das Gebiet unter der Herrschaft der Habsburger. Am 6. November 1918 kam Wettmannstätten als Teil der Steiermark zur Republik Deutsch-Österreich. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Wettmannstätten ist seit 1921 Pfarre, vorher gehörte es zur Pfarre Groß St. Florian. Die Kirche von Wettmannstätten war 1712–1718 erbaut worden, sie wurde 1964/65 wegen nicht renovierbarer Schäden abtragen. Teile ihrer Einrichtung wurden in die 1965–1967 errichtete neue Kirche zum Hl. Valentin übernommen.[11]

Im Gemeindeteil Zehndorf befindet sich eine 1959 errichtete Kapelle. Ihr Altar und seine Marienstatue waren seit 1736 im Schloss Schwarzenegg bei Wildon aufgestellt, sie befanden sich vorher im ehemaligen Schloss Herberstein. Im 18. Jahrhundert wurden in Schwarzenegg der Statue Heilkräfte zugeschrieben.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bevölkerungsentwicklung


Wappen

Seit 1. Jänner 1973 ist Wettmannstätten Marktgemeinde und erhielt aus diesem Anlass auch das Recht zur Führung eines Wappens. Beschreibung des Wappens: „In einem von Silber zu Grün schräglinks geteilten Schild vorn drei aus einem roten Herzen sprießende rote Rosen, hinten ein goldener, schräglinks gestellter Maiskolben.“
In den steirischen Landesfarben vereint, stellt das Wappen je ein Symbol für das Blumenwunder des Hl. Valentin als örtlichem Pfarrpatron und für den im Gemeindegebiet zur Verleihungszeit wichtigen Maisanbau gegenüber.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der Landesstraße L601, die im Laßnitztal verläuft und das Murtal mit dem Bezirk Deutschlandsberg verbindet. Autobuslinien der GKB verbinden für den Schülerverkehr die Gemeinde mit dem Umland. Eine Haltestelle der Bahnlinie Graz–Lieboch–Wies-Eibiswald der Graz–Köflacher Bahn (GKB) befindet sich nördlich von Wettmannstätten. Von dort verkehren an Werktagen stündlich, an Sonn- und Feiertagen alle zwei Stunden Züge nach Graz und Wies-Eibiswald. Die Gemeinde liegt weiters an der Trasse der in Bau befindlichen Koralmbahn. Für diese Bahnstrecke wurde in den Jahren 2008/09 der Lauf der Laßnitz über mehr als zwei Kilometer neu gestaltet und Hochwasserrückhaltebecken angelegt. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde auch die Laßnitzbrücke zwischen Gussendorf und Lassenberg bei Wettmannstätten als 142 m lange und 14,5 m hohe Stahlbetonbrücke neu errichtet und am 29. August 2008 für den Verkehr freigegeben.[13]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 10 ÖVP – stellt den Bürgermeister und den Vizebürgermeister
  • 5 SPÖ

Bürgermeister

Bürgermeister ist Helmut Kriegl (ÖVP).

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Weblinks

 Commons: Wettmannstätten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Historische Landkarten

Einzelnachweise

  1. Fundberichte aus Österreich. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt. Band 47, Jahrgang 2008. Wien 2009. Seite 541–542.
  2. Wochenzeitung „Weststeirische Rundschau“ vom 9. Mai 2009. 82. Jahrgang Nr. 19. Seite 5.
  3. Gerald Fuchs: Neues aus dem Laßnitztal. Archäologie im Abschnitt Weitersdorf-Wettmannstätten der Koralmbahn. In: Fundberichte aus Österreich. Band 48, Jahrgang 2009, Wien 2010. Seiten 299–300 (mit Bildern).
  4. Gerald Fuchs, Gerhard Harer, Irmengard Kainz, Klaus-Michael Schneider: Ein Modellfall für die Zusammenarbeit zwischen Planung und archäologischer Denkmalpflege am Beispiel der Koralmbahn Graz–Klagenfurt im Abschnitt Werndorf–Deutschlandsberg. In: Fundberichte aus Österreich (FÖ). Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Wien. Band 36 Jahrgang 1997. ISBN 3-85028-305-4. Seiten 269–280. Mit einem Übersichtsplan zu den archäologischen Fundstellen und Fundhoffnungsgebieten im mittleren Laßnitztal.
  5. Bernhard Hebert u. a.: Ausgewählte Beiträge zum Fachgespräch „Nassholzkonservierung“ am 11. Mai 2010 in Graz. Mit den Beiträgen: Gerald Fuchs: Wohlsdorf - bronzezeitliche Siedlung und Brunnen. Seiten 182–187. Robert Fürhacker, Anna Kathrin Klatz: Der mittelbronzezeitliche Brunnen aus Wohlsdorf. Fundbergung und bisher erfolgte Maßnahmen der Konservierung und Restaurierung. S. 188–195. Michael Grabner: Untersuchungen des Brunnenkastenholzes aus Wohlsdorf. S. 196–197. Alles in: Nikolaus Hofer (Hrsg.): Fundberichte aus Österreich. Band 49, Jahrgang 2010. Hrsg. vom Bundesdenkmalamt. Verlag Berger, Wien 2012. ISSN 0429-8926. S. 181–201.
  6. Fundberichte aus Österreich. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt. Band 47, Jahrgang 2008. Wien 2009. Seite 589–590.
  7. Gerald Fuchs: Die römische Straße im Laßnitztal, Weststeiermark - ein Forschungsbericht. In: Elisabeth Walde, Gerald Grabher (Hrsg.): Via Claudia Augusta und die Römerstraßenforschung im östlichen Alpenraum. Innsbruck university press. In der Reihe: IKARUS Innsbrucker klassisch-archäologische Universitätsschriften. Band 1. Innsbruck 2006. ISBN 978-3-901249-92-1. Seiten 440–456 (mit Landkarten und Katasterplänen zum genauen Verlauf der Straße).
  8. Fundberichte aus Österreich. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt. Band 47, Jahrgang 2008. Wien 2009. Seite 543.
  9. Michael Brandl u. a.: Archäologische Untersuchungen an der Adria-Wien-Pipeline im Laßnitztal, Weststeiermark. In: Fundberichte aus Österreich. Band 45, Jahrgang 2006. Wien 2007. Seiten 257-280.
  10. Gerald Fuchs: Neues aus dem Laßnitztal. Archäologie im Abschnitt Weitersdorf-Wettmannstätten der Koralmbahn. In: Fundberichte aus Österreich. Band 48, Jahrgang 2009, Wien 2010. Seiten 290–302.
  11. Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio Handbuch - Die Kunstdenkmäler Österreichs: Steiermark (ohne Graz). Topographisches Denkmälerinventar, hrsg. vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll. Wien 1982. ISBN 3-7031-0532-1. Seite 615–616.
  12. Wochenzeitung „Weststeirische Rundschau“ vom 15. August 2009. 82. Jahrgang Nr. 33. Seite 6.
  13. Wochenzeitung „Weststeirische Rundschau“ vom 6. September 2008. 81. Jahrgang Nr. 36. Seite 5.