Widmann-Sedlnitzky

Vereinigungswappen der Grafen von Widmann-Sedlnitzky von 1871

Widmann-Sedlnitzky ist ein hochadeliges Geschlecht mit Wurzeln in Mähren und Österreichisch-Schlesien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anton Freiherr von Widmann (* 13. Oktober 1805; † 10. September 1866) erbte die Liegenschaft Wiese, diente in seiner Jugend im Heer, war k. u. k. Kämmerer sowie Gutsbesitzer und heiratete am 15. Mai 1834 Gräfin Leopoldine Sedlnitzky von Choltitz (* 13. November 1812), Linie Odrowons-Sedlnitzky, Sternkreuzdame (1843) - einziges Kind des Maria Anton Wenzel Franz Bernhard Ferdinand Reichsgrafen Sedlnitzky, Freiherr von Choltitz (* 4. Dezember 1776; † 9. März 1850), Herr auf Geppersdorf und Nassiedl, k. k. Kämmerer, Geheimer Rat, Appellationsgerichtspräsident zu Brünn und der Maria Anna Josepha Elisabeth, Reichsgräfin von Wilczek (* 6. Dezember 1781; † 12. März 1850) - aus welcher Ehe Sohn Victor entspross. Leopoldine brachte die schlesischen Lodwitz und Stremplowitz als Mitgift in die Ehe. Den Titel hatte die Familie am 25. Juli 1695 erworben.[1]

Victor Freiherr von Widmann-Sedlnitzky (* 8. September 1836; † 25. Januar 1886), war verheiratet mit Anna Lazar von Lazareff (1837-1900), trat 1854 in die Armee als Leutnant in die Armee ein.[2], Am 29. Oktober 1868 wurde er als Delegierter Mährens Mitglied des Herrenhauses.[3]

Im Kabinett Potocki wurde der Großgrundbesitzer am 5. Mai 1870 zum Minister für Landesverteidigung ernannt, aber wegen eines verlorenen Prozesses um eine tätlichen Auseinandersetzung mit einem Zuckerbäcker als Oberleutnant bei den Liechtenstein-Ulanen 1857, nach 2 Monaten per kaiserlichem Handschreiben seines Amtes wieder enthoben.[4]

Im Februar 1868 beantragte der Freiherr um seine Erhebung in den Grafenstand und die Bewilligung den Namen „Sedlnitzky“ dem seinen anfügen zu dürfen. Innenminister Graf Taaffe empfahl daraufhin dem Herrscher den Vollzug dieses Aktes..[5]

Per 9. Dezember 1870 (Diplom vom 5. März 1871) wurde durch Allerhöchste Entschließung Kaiser Franz Josefs I. gestattet, den Grafenstand, Namen und das Wappen der Grafen Sedlnitzky von Choltitz auf den k. k. Kämmerer und Gutsbesitzer Victor Freiherrn von Widmann – noch bei Lebzeiten seines mütterlichen Großonkels, des königlich preußischen Geheimen Rates Leopold Grafen Sedlnitzky von Choltitz, letzter im Mannesstamm[6] – zu tragen. Er hieß nun Victor Graf Widmann-Sedlnitzky, Graf und Herr von Choltitz, Freiherr von Widmann und wurde zum 27. September 1874 erbliches Mitglied des Herrenhauses.[7][8]

Anton Viktor Leopold, Graf von Widmann-Sedlnitzky, (* 1. Juni 1865 in Dyhernfurth (Brzeg Dolny); † 11. Februar 1949 in Graz), Sohn des obigen, erbliches Mitglied des Herrenhauses, vermählte sich am 25. Juli 1892 mit Gabriele Dentice aus dem Hause Principe de Frasso.

Wappen der Grafen Sedlnitzky 1695

Wappen

Sedlnitzky 1695: In rotem Schilde ein silberner abgerissener Obermund mit unten von beiden Seiten herabhängendem großen Knebelbarte. In der Mitte steckt ein über sich gekehrte Pfeilspitze (familie Odrowons). Nach neueren Angaben in Rot ein silbernes Wurfeisen bzw. silberner mit unten anhängendem Knebelbarte. Auf der Grafenkrone erhebt sich ein gekrönter Helm, welcher einen Pfauenwedel von acht Federn in drei Reihen (3 2 3) trägt. Durch die mittlere Reihe ist das Wappenbild des Schirmes quer so gesteckt, dass die Pfeilspitze nach rechts gewendet ist. erhebt sich ein von der Wappenfigur quer durchbohrte Pfauenwedel, durch welchen ein silbernes Wurfeisen mit dem Barte quergestellt ist. Die Helmdecken silbern und rot. Wappenspruch: „Qui durat vincit.“

Wappen der Freiherren von Widmann 1730

Widmann 1730: Schild geviertet mit Herzschild, letzteres schwarz und Gold bordiert, worin ein gepanzerter gebogener Arm mit Schwert, dann schräg links von Rot und Blau geteilte Mittelschild, Feld 1und 4 in Gold eine blaue Lilie, 2 und 3 in Blau ein goldener Halbmond mit Gesicht. Drei gekrönte Helme, darauf links ein Flug in Gold und Schwarz, rechts zwei sich zugewandte Fluge, davon der linke in Gold mit blauer Lilie, der rechte in Blau mit goldenem Halbmond in der Mitte die Abbildung des Herzschildes. Die Helmdecken sind links gold und schwarz, rechts gold und blau.


Als eines von 64 gräflichen Geschlechtern hatte es einen erblichen Sitz im Herrenhaus, dem Oberhaus des österreichischen Reichsrates.

Im Besitz der Familie war das barocke Schloss in Luka nad Jihlavou.[9] 1948 wurde die Familie enteignet und vertrieben, der Besitz wurde verstreut.

Literatur

  • Ernst Heinrich Kneschke: „Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart, 2. Band, L-Z, Verlag T. O. Weigel Leipzig 1853
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser auf das Jahr 1857, Verlag Julius Perthes, Gotha
  • Konrad Blaźek: Der Adel von Österreichisch Schlesien, in Siebmacher’s großes Wappenbuch, Bd. 4, 11. Abteilung, Bauer und Raspe, Nürnberg 1885.
  • Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg (Freiherr): „Zur Geschichte der k. k. österreichischen Ministerien, 1861-1916: nach den Erinnerungen“, Verlag K. Prochaska, 1920
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Band 23, Gräfliche Häuser B II, 1960

Einzelnachweise

  1. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser auf das Jahr 1857, Verlag Julius Perthes, Gotha, Seite 722
  2. Reichsraths-Almanach für die Session, in Commission bei Alfred Hölder, 1885, S. 112
  3. Stenographische Protokolle des Herrenhauses des Reichsrates, 2. Band, Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1869, S. 1275
  4. Gustav Kolmer: „Parlament und Verfassung in Österreich: 2. Band 1869-1879“, k. u. k. Hofdruckerei, Wien 1903, Seite 54
  5. Fränkischer Kurier - Nürnberg-Fürther Neueste Nachrichten vom 2. Juni1870, Seite 156
  6. Roman Procházka (Freiherr von): „Genealogisches Handbuch erloschener böhmischer Herrenstandsfamilien, Ergänzungsband“, Oldenbourg-Verlag, 1990
  7. O.T. von Hefner (Hg.): „Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch, in einer neuen, vermehrten Auflage“, S. 63
  8. Genealogisches Handbuch des Adels, Band 23, Gräfliche Häuser B II, 1960
  9. http://www.chateauluka.cz/cz/1_0/html/body.html