Wiener Krankenanstaltenverbund

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (Wien KAV) ist seit dem 1. Jänner 2002 als Unternehmung der Stadt Wien der organisatorische Zusammenschluss aller städtischen Krankenhäuser, Pflegeheime und Ausbildungsstandorte für Pflegepersonal der Stadt Wien. Diese werden seither nicht mehr von einer Magistratsabteilung verwaltet, doch ist der KAV weiterhin Bestandteil des Magistrats der Stadt Wien und untersteht dessen Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales.

Inhaltsverzeichnis

Aufgabe

Der KAV hat die Aufgabe, kranke und pflegebedürftige Menschen in Wien medizinisch, pflegerisch und psychologisch zu betreuen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, führt der KAV die Krankenanstalten und Pflegeheime der Stadt Wien sowie sonstige Einrichtungen, die dem Betrieb dieser Krankenanstalten und Pflegeheime unmittelbar dienen.

Rechtliche Stellung

Der Wiener Krankenanstaltenverbund wurde vom Gemeinderat der Stadt Wien als Unternehmung gemäß § 71 der Stadtverfassung durch eine Verordnung geschaffen; er ist kein privatrechtliches Unternehmen nach dem für Firmen geltenden Recht.[1] Damit wurden die genannten Einrichtungen zwar nicht aus dem Magistrat ausgegliedert, aber in diesem als gesonderte Institution neben den bestehenden Magistratsabteilungen eingerichtet, ohne es gesellschaftsrechtlich wie Privatunternehmen zu organisieren. Das dem KAV zugewiesene Vermögen wird zwar getrennt vom übrigen Vermögen der Stadt Wien verwaltet, der KAV besitzt aber keine eigene Rechtspersönlichkeit, sondern handelt namens der Stadt Wien. Die Mitarbeiter des KAV sind Bedienstete der Stadt Wien, das Budget des KAV ist vom Gemeinderat zu beschließen.

Gegliedert ist der Wiener Krankenanstaltenverbund in die Generaldirektion und

  • die Krankenanstalten der Stadt Wien,
  • die Teilunternehmung Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien – Universitätskliniken (In diesen Kliniken ist der Bund, vertreten durch das Wissenschaftsministerium, Finanzierungspartner der Stadt Wien.),
  • die Teilunternehmung Geriatriezentren und Pflegewohnhäuser der Stadt Wien mit sozialmedizinischer Betreuung,
  • sonstige Einrichtungen, die der Führung der Krankenanstalten sowie der Geriatriezentren und Pflegewohnhäuser der Stadt Wien dienen.

Der Wiener Gemeinderat hat das Recht, den KAV bei Bedarf in weitere Teilunternehmungen zu gliedern oder die Organisationsform zu ändern. Derzeit werden zwölf Spitäler, elf Pflegeheime, ein Pflegewohnhaus und 13 fachliche Bildungseinrichtungen verwaltet.

Finanzgebarung

Der letzte auf der KAV-Website vorliegende Wirtschaftsplan, für 2006, weist Umsatzerlöse von 1,8 Milliarden €, ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von –64 Millionen € und Investitionen von 185 Millionen € aus. Der Personalaufwand wurde mit 1,4 Milliarden € kalkuliert, das Gesamtbudget mit 2,73 Milliarden € vom Gemeinderat beschlossen.[2]

Der Krankenanstaltenverbund hat für von Magistratsabteilungen erbrachte Leistungen einen angemessenen Kostenersatz zu leisten. Leistungen, die der Wiener Krankenanstaltenverbund für andere Dienststellen der Stadt Wien erbracht hat, müssen diesen in angemessener Höhe verrechnet werden.

Vom KAV verwaltete Spitäler

Gottfried von Preyer´sches Kinderspital in Wien-Favoriten
Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien-Landstraße
Wilhelminenspital: Haupteingang in der Montleartstraße (Ottakring)
  • Wilhelminenspital (Montleartstraße 37, 1160 Wien)
    • 1.106 Betten, 3.007 Bedienstete, 48.927 stationäre Aufnahmen und 449.536 ambulante Fälle, Standort der Wiener Heilstättenschule
Das Kaiserin-Elisabeth-Spital in Rudolfsheim-Fünfhaus

Ehemalige Spitäler

  • Kaiserin-Elisabeth-Spital (Huglgasse 1-3, 1150 Wien)
    • 279 Betten, 655 Bedienstete, 8.857 stationäre Aufnahmen und 71.713 ambulante Fälle - Das Krankenhaus wurde per 30.11.2012 geschlossen und das Personal in andere Spitäler transferiert. Der Standort soll zu einem Pflegewohnheim umgebaut werden. [13] [14]

Vom KAV projektiertes Krankenhaus

Vom KAV verwaltete Pflegeheime

Ehemalige Kaiser-Franz-Joseph-Landwehrkaserne, heutiges Geriatriezentrum Baumgarten

Mit dem „Versorgungshaus Lainz“ errichtete die Gemeinde Wien vor dem Ersten Weltkrieg das erste Versorgungsheim der Stadt. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgte die Umbenennung in Pflegeheim und ab dem Beginn der 90er Jahre wurden Pflegeheime in Geriatriezentren umbenannt. Neuerdings gilt auch dieser Begriff als veraltend.

  • Geriatriezentrum Am Wienerwald (Jagdschloßgasse 59, 1130 Wien)
    • 1.643 Betten, 2.125 Bedienstete
  • Geriatriezentrum Baumgarten (Hütteldorfer Straße 188, 1140 Wien)
    • 630 Patienten, 750 Bedienstete
  • Geriatriezentrum Klosterneuburg (Martinstraße 28-30, 3400 Klosterneuburg)
    • 223 Betten, rund 270 Bedienstete [17]
  • Geriatriezentrum Liesing (Perchtoldsdorfer Straße 6, 1230 Wien)
    • 247 Betten
  • Geriatriezentrum St. Andrä / Traisen (Marienplatz 1, 3130 Herzogenburg)
    • 193 Betten
  • Pflegezentrum im Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe - Otto-Wagner-Spital (Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien)
    • Keine Angaben
  • Geriatriezentrum im Sozialmedizinischen Zentrum Sophienspital (Apollogasse 19, 1070 Wien)
    • Keine Angaben
  • Geriatriezentrum im Sozialmedizinischen Zentrum Floridsdorf (Hinaysgasse 1, 1210 Wien)
    • 120 Betten
  • Geriatriezentrum Donaustadt im Sozialmedizinischen Zentrum Ost (Langobardenstraße 122, 1220 Wien)
    • 405 Betten, 310 Bedienstete
  • Geriatriezentrum Favoriten im Sozialmedizinischen Zentrum Süd (Kundratstraße 3, 1100 Wien)
    • 192 Betten
  • Geriatriezentrum im Therapiezentrum Ybbs (Persenbeugerstraße 1 – 3, 3370 Ybbs/Donau)
    • Keine Angaben

Vom KAV geführte Ausbildungsstätten

Schulen für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege

Ziel der dreijährigen Ausbildung ist der Beruf der diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester bzw. des diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegers.

  • Allgemeines Krankenhaus – Universitätskliniken:
    • 300 Ausbildungsplätze für Fachausbildung in der allgemeinen gesundheits- und Krankenpflege
    • 24 Ausbildungsplätze im vorbereitenden Lehrgang auf die Fachausbildung
    • 70–105 Ausbildungsplätze für die ergänzende Ausbildung
  • an der Krankenanstalt Rudolfstiftung: → wurde zum Sozialmedizinischen Zentrum Süd verlegt
    • 210 Ausbildungsplätze, dreijährige Ausbildung zur/zum diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger
  • am Sozialmedizinischen Zentrum Süd:
    • 220 Ausbildungsplätze, Dauer: 3 Jahre
    • verkürzte Ausbildung nach § 44 (Aufschulung für Pflegehelfer/innen): 2 Jahre
  • am Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel:
    • 210 Ausbildungsplätze, dreijährige Ausbildung
  • am Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe:
    • 105 Ausbildungsplätze, dreijährige Grundausbildung
    • 2-jährige verkürzte Ausbildung für Pflegehelfer (GuKG § 44)
  • am Kaiserin-Elisabeth-Spital:
    • 160 Ausbildungsplätze, Dauer: 3 Jahre
  • am Wilhelminenspital:
    • 270 Ausbildungsplätze für dreijährige Fachausbildung
  • am Sozialmedizinischen Zentrum Ost:
    • 320 Ausbildungsplätze, Dauer: 3 Jahre

Schule für Kinder- und Jugendlichenpflege

  • am Allgemeinen Krankenhaus:
    • 105 Ausbildungsplätze, dreijährige spezielle Grundausbildung

Schulen für psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege

  • am Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe:
    • dreijährige spezielle Grundausbildung
    • zweijährige verkürzte Ausbildung für Pflegehelfer (GuKG § 44)
    • einjährige Sonderausbildung zur psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege.
    • 105 Ausbildungsplätze für die spezielle Grundausbildung und seit 2010 20 Kursplätze für die Sonderausbildung
  • am Therapiezentrum Ybbs der Stadt Wien, 3370 Ybbs, Burgplatz 9:
    • 54 Ausbildungsplätze, dreijährige Ausbildung

Medizinisch-technische Akademien in Wien

Ab dem Jahr 2007 soll – sofern dies nicht bereits der Fall ist – die Ausbildung an den medizinisch-technischen Akademien in Form einer dreijährigen Fachhochschule erfolgen.

  • für den physiotherapeutischen Dienst:
    am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
    am Kaiser-Franz-Josef-Spital der Stadt Wien
    am Wilhelminenspital der Stadt Wien
  • für den medizinisch-technischen Laboratoriumsdienst:
    am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
  • für den radiologisch-technischen Dienst:
    am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
    am Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel
  • für den Diätdienst und ernährungsmedizinischen Beratungsdienst:
    am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
  • für den ergotherapeutischen Dienst:
    am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
  • für den logopädisch-phoniatrisch-audiologischen Dienst:
    am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
  • für den orthoptischen Dienst:
    am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
  • Schule für den medizinisch-technischen Fachdienst:
    am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
  • Akademie für Fort- und Sonderausbildungen:
    am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien

Fußnoten

  1. Verordnung des Gemeinderates, mit der ein Statut für die Unternehmung „Wiener Krankenanstaltenverbund“ erlassen wird
  2. Wirtschaftsplan 2006 auf der Website des Wiener Krankenanstaltenverbundes
  3. Weblink: http://www.akhwien.at
  4. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/pre
  5. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/khl
  6. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/ger
  7. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/ows
  8. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/flo
  9. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/dsp
  10. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/sop
  11. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/kfj
  12. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/tzy
  13. Weblink: http://wien.orf.at/news/stories/2561091/
  14. Weblink: http://www.wienkav.at/kav/kes/
  15. http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?ID=15706
  16. http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?ID=15728
  17. http://www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=%2F2005%2F1104%2F014.html

Weblinks (Quellen)