Wiener Straße (Österreich)

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/AT-B

Landesstraße B1 in Österreich
B1-AT.svg
Basisdaten
Gesamtlänge: 325,9 km

Bundesland:

B1, Westausfahrt Wien. Links: B1 stadteinwärts, Hietzinger Kai Richtung Wien Zentrum; Mitte: U-Bahnlinie 4 und Wienfluss; rechts: B1 stadtauswärts, Hadikgasse Richtung St. Pölten
B1, Westausfahrt Wien. Links: B1 stadteinwärts, Hietzinger Kai Richtung Wien Zentrum; Mitte: U-Bahnlinie 4 und Wienfluss; rechts: B1 stadtauswärts, Hadikgasse Richtung St. Pölten

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/AT-B

Landesstraße B1a in Österreich
B1a-AT.svg
Basisdaten
Gesamtlänge: 2,0 km

Bundesland:

Niederösterreich

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/AT-B

Landesstraße B1b in Österreich
B1b-AT.svg
Basisdaten
Gesamtlänge: 1,2 km

Bundesland:

Oberösterreich

Die Wiener Straße (B 1) ist eine 326 km lange Landesstraße in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg. Bis 2002 war sie eine Bundesstraße[1] – daher das B vor der Straßennummer –, die k.k. Reichsstraßen zu Vorläufern hat. Sie durchquert das Land in Ost-West-Richtung, führt von Wien, Urania, über St. Pölten und Linz nach Salzburg und endet bei der Staatsgrenze zu Deutschland am Walserberg. Parallel zu ihr läuft über weite Strecken die später errichtete Westautobahn A1.

Von der B 1 zweigen die B 1a (Wiener Straße Abzweigung St. Pölten) und die B 1b (Wiener Straße Abzweigung Linz) ab. Der Verlauf der B 1 von Wien nach Linz entspricht etwa dem Verlauf des früheren Donaulimes.

Der Begriff Wiener Straße wird überdies in vielen Orten als Name für nach Wien führende Straßen verwendet, auch in anderen Sprachen (z.B. Dunajska Cesta in Laibach, Viedenská cesta in Pressburg und Vídeňská in Brünn.

Inhaltsverzeichnis

Straßenverlauf innerhalb Wiens

Fast auf dem ganzen Verlauf der B 1 in Wien markiert die Straße bzw. der von ihren Richtungsfahrbahnen eingefasste Wienfluss Grenzen zwischen den Wiener Gemeindebezirken.

Westausfahrt
Vordere Zollamtsstraße (Abzweigung B 8, B 227) | Am Stadtpark | Am Heumarkt | Johannesgasse | Lothringerstraße | Karlsplatz | Friedrichstraße | Linke Wienzeile (Kreuzung mit B 221, Abzweigung B 224) | Hadikgasse | Wientalstraße | Hauptstraße (Einmündung B 223)

Westeinfahrt
Hauptstraße | Wientalstraße (Ausfahrt A 1) | Hackinger Kai | Hietzinger Kai | Schönbrunner Schlossstraße (Abzweigung B 224) | Schönbrunner Straße (Kreuzung mit B 221) | Rechte Wienzeile | Hamburgerstraße | Rechte Wienzeile | Friedrichstraße | Karlsplatz | Lothringerstraße | Johannesgasse | Am Heumarkt | Am Stadtpark | Vordere Zollamtsstraße (B 8, B 227)

Geschichte

Vorläufer

Der Begriff Wiener (Reichs-)Straße wurde in der westlichen Reichshälfte Österreich-Ungarns und in der Ersten Republik für vom Gesamtstaat erhaltene überregionale, nach Wien führende Straßen verwendet. In der Gegenrichtung wurden diese Straßen nach ihren regionalen Zielen bezeichnet. So wurde die 175 km lange Straße zwischen Wien und Linz in Niederösterreich Linzer Reichsstraße (heute Linzer Straße) genannt, in Oberösterreich hingegen als Wiener Reichsstraße (heute Wiener Straße) bezeichnet.

Analog wurde die 120 km lange Straße zwischen Linz und Salzburg in Oberösterreich als Salzburger Reichsstraße (heute Wiener Straße, nächst Linz aber Salzburger Bundesstraße) genannt, in Salzburg hingegen Linzer Reichsstraße (heute Wiener Straße, nächst der Stadt Salzburg aber Linzer Bundesstraße bzw. Innsbrucker Bundesstraße). Die ehemaligen Reichsstraßen auf dem Gebiet der 1918 gegründeten Republik wurden seit 1921 als Bundesstraßen bezeichnet. [2]

Nach dem so genannten Anschluss an das Deutsche Reich 1938 wurden diese Straßen im Zuge der Vereinheitlichung des Straßensystems am 1. April 1940 wieder in Reichsstraßen umgewandelt. Die Strecke von Passau über Linz nach Wien wurde Teil der deutschen Reichsstraße 8, die Strecke zwischen Linz und Salzburg wurde Teil der deutschen Reichsstraße 31.[3]

Wiener Straße (1948-1971)

1948 bis 1971 wurde die 634 km lange Straße zwischen Wien und Bregenz, die Österreich fast zur Gänze durchquert, durchgehend als B 1 Wiener Straße bezeichnet.[4] Sie führte zwischen der Stadt Salzburg und Lofer als Transitstrecke über bundesdeutsches Gebiet.

Wiener Straße (seit 1971)

Seit 1971 wird nur noch die 326 km lange Strecke zwischen Wien und Salzburg als Wiener Straße bezeichnet. Von ihr zweigen zahlreiche andere damalige Bundesstraßen ab: unter anderen B 44 (Purkersdorf), B 20 (St. Pölten), B 3a und B 33 (Melk), B 25 (Sarling), B 119, 121 und 121a (Amstetten), B 123a (St. Valentin), B 123 und 337 (Enns), B 139 (Traun), A 7 (Linz), B 137 und 138 (Wels), B 144 (Lambach), B 143 und 145 (Vöcklabruck), B 151 (Timelkam), B 147 und 154 (Straßwalchen) sowie B 150, 155, 156 und 158 (Salzburg).

Die übrigen Teilstrecken der ehemaligen Wiener Straße tragen seither folgende Namen:

  • Die Loferer Straße sollte gemäß Bundesstraßengesetz von 1971 durch eine Schnellstraße (S 12) ersetzt werden. Diese Schnellstraße wurde jedoch nicht gebaut, deshalb wird die Loferer Straße seit 1999 als B 178 bezeichnet.
  • Die Tiroler Straße B 171 übernahm die im Inntal gelegenen Teilstrecken der ehemaligen Wiener Straße zwischen Wörgl und Landeck.
  • Die Arlbergschnellstraße (S 16) ersetzte die Arlbergstraße.
  • Die Vorarlberger Straße L 190 übernahm die in Vorarlberg gelegenen Teilstrecken der ehemaligen Wiener Straße zwischen Bludenz und Bregenz.

Mit 1. April 2002 erfolgte durch eine Gesetzesänderung die Übertragung aller Bundesstraßen B in das Eigentum der betreffenden Bundesländer.[5]

Ausbau (Chronologie, Auswahl)

  • Im oder nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von Linz bis Wels auf 30 km Länge ein die Straße begleitender, durch einen Grünstreifen getrennter Geh- und Radweg errichtet, wie die Fahrbahn der Bundesstraße in Betonplattenbauweise. In den sechziger Jahren des 20. Jhdt., als der Radverkehr ins Hintertreffen geriet, wurde die B 1 zwischen Marchtrenk und Wels (10 km) zu getrennten Richtungsfahrbahnen mit je zwei Fahrspuren ausgebaut, so dass für den Radweg kein Platz mehr vorhanden war. Eine nahe liegende, umwegfreie Begleitroute existiert dort nicht, Lärmschutzwände reduzieren die Aussicht.
  • Um 1967 wurde die Wiener Westausfahrt über die dazu verlängerte Hadikgasse westlich des Bahnhofs Wien Hütteldorf mit der schräg in Hochlage verlaufenden Nikolaibrücke über den Wienfluss zur Wientalstraße gebaut. Vorher verlief die Ausfahrt über die (stadtauswärts in die Hauptstraße mündende) Linzer Straße.
  • In Wien wurden in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jhdt. auf dem zentral gelegenen Karlsplatz, den die B 1 quert, im Zuge des U-Bahn-Baues die Fahrbahnen erweitert und komplett neu trassiert.
  • Am 1. Juli 2006 wurde die Ennser Nordumfahrung eröffnet.

Weblinks

 Commons: Wiener Straße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bundesstraßengesetz 1971, BGBl. Nr. 286 vom 5. August 1971
  2. Bundesgesetz vom 8. Juli 1921, betreffend die Bundesstraßen. BGBl. Nr. 387 / 1921.
  3. Verordnungs- und Amtsblatt für den Reichsgau Oberdonau, Jg. 1940, S. 182
  4. Bundesstraßengesetz vom 18. Februar 1948, Verzeichnis A
  5. Bundesstraßen-Übertragungsgesetz vom 29. März 2002, BGBl. Nr. 50 / 2002 (= S. 265)


 B1 
Die Wiener Straße (Österreich) befand sich wie die anderen ehemaligen Bundesstraßen in der Bundesverwaltung. Seit 1. April 2002 steht sie unter Landesverwaltung und führt zwar das B in der Nummer weiterhin, nicht aber die Bezeichnung Bundesstraße.