Wieting

Propsteipfarrkirche Wieting
Votivstein am Kirchplatz von Wieting
Geköpfte Sitzstatue der Isis Norea in Wieting an der Kirchenaußenwand
Hochaltar aus dem Jahre 1674 von Johann Claus in der Pfarrkirche Wieting

Wieting ist sowohl Katastralgemeinde wie auch Ortsteil der Gemeinde Klein Sankt Paul im politischen Bezirk Sankt Veit an der Glan und zählt 278 Einwohner (laut Volkszählung 2001). Das Haufendorf im mittleren Görtschitztal liegt beiderseits an der Görtschitztal Straße (B92) um die groß angelegte, seit 1480 zur Erzabtei St. Peter in Salzburg gehörige Propstei. Die römerzeitliche Besiedlung ist mit dem Erzabbau in Zusammenhang stehend.

Es kann angenommen werden, dass die ursprüngliche Römerstraße von Virunum nach Lauriacum (Enns a. d. Donau) den bestehenden Keltenwegen folgend, durch das Görtschitztal führte und mit XX m. p. (römische Meilen) ab Virunum, die erste Straßenstation (Candalicae) sich in Wieting befand. Die Entfernungsangaben laut Itinerarium Antonini (römisches Straßenverzeichnis) - Von Aquileia an die Donau - führen über den Plöckenpass ins Drautal nach Irschen / castrum Ursen und über Villach bzw Feldkirchen nach Virunum. Diese Strecke beträgt CLXXXVII m. p. oder 125 gallische Leugen. Um auf die Gesamtlänge von CCCLXXII m. p. zu kommen, muss die Strecke Virunum - Lauriacum CLXXXV m. p. betragen und diese Entfernung ergibt sich über das Görtschitztal (Bei der laut Publikation G. Winkler "Die Römischen Straßen und Meilensteine in Noricum" angeführten Gesamtlänge "CCLXXII m. p.- zu kurz" wurde vermutlich ein "C" weggelassen). Der spätere, etwas kürzere Straßenverlauf laut Tabula Peutingeriana, führt über Friesach und durch die Klamm nach Norden. Gleichzeitig mit dieser Neutrassierung wird die Straße von Virunum nach Iuvavum (Salzburg) ins Gurktal verlegt worden sein. Laut Itinerarium verlief die ursprüngliche Route über Feldkirchen - St. Leonhard - Sirnitz zur Flattnitz und weiter nach Salzburg.

Der prähistorische Wegeknoten (Nord-Süd / Ost-West) für den Raum Unterkärnten wird sich in Waisenberg befunden haben, wo im Jahr 2007 ein zweites „Königsgrab“ aus der Vorzeit freigelegt wurde. Nach der Okkupation Norikums 15 v. Chr. verlegten die Römer den Wegeknoten ins Zollfeld und errichteten dort die Provinzhauptstadt Virunum.

Inhaltsverzeichnis

Propsteipfarrkirche St. Margareta

Urkundlich erwähnt wurde die Kirche erstmals zwischen 1180 und 1193 sowie zwischen 1200 und 1206.

Äußeres

Am Kirchplatz finden sich eine Votivinschrift, Spolien, eine römerzeitliche, enthauptete Sitzstatue (Landesgöttin Isis Noreia), eine Steinfigur des hl. Johannes Nepomuk und ein Taufbecken. Die letzte Restauration wurde 1973/1974 durchgeführt.

In den Jahren 2008/2009 wurde der Kirchenvorplatz neugestaltet. Die Straßeneinfahrt wurde verlegt und mit Stufen wurde der Platz von der Straße abgegrenzt. Links davon befindet sich das alte Taufbecken, das zu einem Brunnen umfunktioniert wurde und somit wiederbelebt wurde. Rechts befindet sich, unter einer Stahl-Glas Konstruktion, die kopflose Sitzstatue der Göttin Isis Norea. An der Südseite wurde eine bepflanzte Pergola errichtet, worunter man auf Bänken rasten kann. So entstand ein neues Ortsbild, mit dem alle Wietinger zufrieden sind.

Es präsentiert sich eine große Kirche mit Vierungsturm und Kapellenanbau südlich des Chores; sie ist mit der westlich davon gelegenen Propstei durch einen gedeckten Gang verbunden. Die genaue Baugeschichte ist allerdings unklar.

Inneres

Das große flachgedeckte Langhaus ist im Kern mit hoher Wahrscheinlichkeit romanisch. Vor dem Triumphbogen betritt man ein offenes Turmerdgeschoß mit einem spätgotischen Sternrippengewölbe über mächtigen Pfeilern; südlich und nördlich davon schließen sich querschiffartig Joche mit Kreuzrippengewölben an. Wandmalerei zwischen 1446 und 1459 präsentiert sich im Sternrippengewölbe des Turmerdgeschoßes vor dem Triumphbogen und in den beiden seitlich anschließenden Jochen mit Kreuzrippengewölben: Schlusssteine jeweils mit Wappen Laun von Haunstein, in den Gewölbefeldern im südlichen Sternjoch 4 Wappen Laun, Hanau, Rugkendorff und Lembucher wurden eingesetzt; im Mitteljoch dann Laun, Seissenegg, Anna Laun und Stegberg; im nördlichen Seitenjoch prangen 4 Wappen Laun, Hanau, Laun, Laun. Ein spätgotischer einjochiger Chor ist mit fünfachtel-Schluss und Netzrippengewölbe auf achteckigen und runden Diensten überbaut. Schlusssteine sieht der Betrachter im Gewölbe des Chores und des Turmjoches mit Christushaupt, das Lamm Gottes. Eine gotische Sakramentsnische wird mit einem Gitter geschützt. – Beschreibung der Gewölbemalereien im Chor: Schweifgrotesken, Christus und Maria, Engel mit Leidenswerkzeugen, Heilige um 1620; im Querhaus Gewölbemalereien mit Wappendarstellungen, Wappensteine der Familie Laun von Haunstein (1446-59).

Die südlich an den Chor anschließende Sakristei, ein quergelagerter Bau mit fünfachtel-Schluss und spätgotischem Sternrippengewölbe auf zum Teil figuralen Konsolen, ist wohl als Rest des 1277 sive carnarium geweihten romanischen Rundkarners anzusehen, der ursprünglich freistehend bereits 1459 beim Umbau der Kirche mit dem Kirchenraum verbunden und zur Sakristei umfunktioniert wurde. Spätgotisches Verbindungsportal zum Chor mit eisenbeschlagener Tür. – Im Inneren Wandmalerei, Rankenwerk, fragmentarische Reste einer Wandmalerei Ende 13. bzw. Anfang 16. Jahrhundert.

Wietinger Erntedank

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Das Wietinger Erntedankfest ist das wohl größte Kärntens. Es lockt alle zehn Jahre Hunderte Besucher aus ganz Österreich an und macht Wieting für diesen Tag zur Hochburg der ländlichen Kultur. Das Nächste findet 2012 statt. Der Höhepunkt ist die Parade mit über 70 Wagen, die von den Vereinen, Betrieben und einzelnen Familien prachtvoll geschmückt werden.

Literatur

  • Josef Höck: Geschichte der Propstei Wieting im Görtschitztal, Kärnten (1147-1848). Eigenverlag der Erzabtei St. Peter, Salzburg 1979
  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 1069-1071.
  • K.K. Central-Commission für Erforschung und Erhaltung von Kunst- und historischen Denkmalen: Kunst-Topographie des Herzogthums Kärnten, Wien, 1889, S. 410-412; aus der K.K. Hof- und Staatsdruckerei

Weblinks

 Commons: Wieting – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

46.870214.5404Koordinaten: 46° 52′ N, 14° 32′ O