Wildon

Wildon
Wappen von Wildon
Wildon (Österreich)
Wildon
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leibnitz
Kfz-Kennzeichen: LB
Fläche: 7,25 km²
Koordinaten: 46° 53′ N, 15° 31′ O46.88694444444415.514166666667314Koordinaten: 46° 53′ 13″ N, 15° 30′ 51″ O
Höhe: 314 m ü. A.
Einwohner: 2.569 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 354,34 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8410
Vorwahl: 03182
Gemeindekennziffer: 6 10 47
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 55
8410 Wildon
Website: www.wildon.gv.at
Politik
Bürgermeister Gerhard Sommer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
11 ÖVP, 2 Projekt Wildon, 2 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Wildon im Bezirk Leibnitz
Allerheiligen bei Wildon Arnfels Berghausen Breitenfeld am Tannenriegel Ehrenhausen Eichberg-Trautenburg Empersdorf Gabersdorf Gamlitz Glanz an der Weinstraße Gleinstätten Gralla Großklein Hainsdorf im Schwarzautal Heiligenkreuz am Waasen Heimschuh Hengsberg Kaindorf an der Sulm Kitzeck im Sausal Lang Lebring-Sankt Margarethen Leibnitz Leutschach Oberhaag Obervogau Pistorf Ragnitz Ratsch an der Weinstraße Retznei Sankt Andrä-Höch Sankt Georgen an der Stiefing Sankt Johann im Saggautal Sankt Nikolai im Sausal Sankt Nikolai ob Draßling Sankt Ulrich am Waasen Sankt Veit am Vogau Schloßberg Seggauberg Spielfeld Stocking Straß in Steiermark Sulztal an der Weinstraße Tillmitsch Vogau Wagna Weitendorf Wildon Wolfsberg im Schwarzautal SteiermarkLage der Gemeinde Wildon im Bezirk Leibnitz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Wildon ist eine Marktgemeinde in der südlichen Steiermark mit 2569 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) und gehört zum Bezirk Leibnitz. Die Marktgemeinde liegt am Wildoner Berg, der das Leibnitzer Feld eingrenzt, direkt an der Mündung der Kainach in die Mur.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erste Dörfer standen bereits in der Jungsteinzeit (um 4000 v. Chr.) an der strategisch günstigen Stelle im Mündungsgebiet von Kainach und Mur. Archäologische Funde am benachbarten Buchkogel bestätigen dies. Aus der späten Urnenfeldzeit stammt ein Gräberfeld, das in der Nähe der Hauptschule entdeckt wurde.

Der Ortsname ist in seiner Bedeutung nicht wirklich entschlüsselt. Die Möglichkeiten reichen vom keltischen “fialdunum" (gastfreundlicher Ort) über das slawische „bilo donje" (Ort auf halber Höhe) bis zur “Wilde" (die mittelhochdeutsche Bedeutung für Stute) die die Pferdefamilie mit dem größten Berg “Hengst" und dem kleinsten “Ful" (Fohlen) vervollständigen würde.

Im Frühmittelalter (um 1000 n. Chr.) lag die Hengistburg, das Zentrum der damaligen Mark an der mittleren Mur, vermutlich am Wildoner Schloßberg. Sie sollte die Grenze zum Osten sichern. Seit dem 12. Jahrhundert folgten der Hengistburg mehrere nebeneinander bestehende Burgen nach. Das landesfürstliche Lehen Altwildon (erstmals erwähnt 1173), Sitz des angesehenen und mächtigen Geschlechtes der Herren von Wildon, die erzbischöflich-salzburgische Burg Neuwildon am Plateau sowie das Haus Ful und der Turm Hengst auf halber Höhe sperrten den Weg vom Grazer in das Leibnitzer Feld.

Erstmals erwähnt wurde der Ort 1219. Der Ort ist vor allem bekannt durch die Verbindung mit dem Minnedichter Herrand von Wildonie (Herrand II. von Wildon), der um die Mitte des 13. Jahrhunderts auch politisch tätig war. Die Wappenfarben der Wildonier, weiß-grün, haben zu dieser Zeit auch die damaligen Landesfarben der Steiermark, schwarz-weiß, verdrängt und auch der Steirer-Panther war das Wappentier der Wildoner. Der Ort erhielt noch Anfang des 13. Jahrhunderts Marktrechte und das Recht zur eigenen Befestigung. Auch die Riegersburg war einst Wildoner Besitz. Kaiserliche Truppen belagerten in der Baumkircherfehde um 1470 Wildon über ein Jahr, ehe es erobert werden konnte. Es entstand die landesfürstliche Herrschaft Oberwildon. Grundherren waren ab 1624 dann die Eggenberger, mit deren Herrschaft ein ausgedehntes Landgericht verbunden war.

1680 blieb Wildon von der Pest verschont, zum Dank wurde die Mariensäule (Pestsäule) am Hauptplatz errichtet. Zwischen 1796 und 1809 zogen mehrmals französische Besatzungstruppen durch. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Wildon zunächst zur sowjetischen, dann zur britischen Besatzungszone. 1955 wurde die Gemeinde Unterhaus eingemeindet.

Wappen

Das Wildoner Wappen wurde am 17. November 1544 von König Ferdinand I. an die Bürgerschaft verliehen, vermutlich auf Intervention vom in Wildon ansässigen Grundherrn und Erbfeldzeugmeister Maximilian Leysser.
Das Wappen zeigt in einem roten Schild auf einer grünen Wiese einen Turm. Der Turm ist aus weißen Quadern gemauert und hat ein goldenes Fallgitter. Aus den drei Zinnen erhebt sich die Gestalt eines bärtigen wilden Mannes, der über die rechte Schulter mit beiden Händen einen Streitkolben zum Streich führt.[1]

An dieses Wappen, das wohl lediglich den Ortsnamen mit der Eigenschaft "wild" in Zusammenhang bringen will, knüpft sich auch die Sage vom Wilden Mann. Dieser soll der Sage nach in der sogenannten „Wilde-Mann-Höhle“ am Schlossberg gehaust und die Ortsbewohner drangsaliert und bedroht haben. Eine von ihm gefangene Jungfrau soll ihn mit einer Stricknadel geblendet und so wehrlos gemacht haben. Die Figur des wilden, keulenbewehrten Mannes verweist auf keltische Heroen (z. B. Dagda) und u. U. auf eine vorchristliche Nutzung der Höhle als Naturheiligtum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Wegen der Brücken über Kainach und Mur hatte der direkt an der Hauptstraße nach Triest liegende Markt eine wichtige Funktion im Verkehrsnetz. Flößerei und Schifffahrt auf der Mur brachten sowohl wirtschaftliche Vorteile als auch finanzielle Opfer, da an den Flüssen Uferschutzbauten errichtet werden mussten. Der ursprünglich wichtige Durchzugsverkehr entwickelte sich nach 1945 zur negativen Belastung, führte doch damals die so genannte „Gastarbeiterroute" durch den engen Markt. 1974 blockierten die Wildoner die B67 und beschleunigten damit den Ausbau einer zwischenzeitlichen Umfahrung bis später die Pyhrnautobahn A9 fertiggestellt wurde. Heute ist die Erreichbarkeit der Wirtschaftszentren durch Autobahn, Südbahn und den 15 km entfernten Flughafen Graz positiv zu bewerten.

In Wildon befinden sich mehrere gastronomische Betriebe und kleinere und mittelständische Betriebe, z. B.:

  • AKG Plastics (Kunststoffhohlkörper, seit 1962)
  • Hereschwerke (Automation, Anlagenbau, ca. 200 Mitarbeiter)

Schulen

Seit dem 16. Jahrhundert gibt es in Wildon Schulen. Derzeit werden insgesamt vier öffentliche Schulen und ein Kindergarten mit zwei Gruppen betrieben:

  • Volksschule
  • Hauptschule
  • Polytechnische Schule
  • Herrand-von-Wildon Musikschule

Verkehr

Wildon kann von Graz aus mit der S-Bahn Richtung Spielfeld-Straß in 24 Minuten erreicht werden.[2] Wildon liegt am Murradweg, ein kleiner Badesee lädt im Hochsommer zu einem Zwischenstopp ein.

Kultur

Wildon bildet zusammen mit den Gemeinden Hengsberg, Lang, Lebring-St. Margarethen, Stocking und Weitendorf die Kleinregion ,,Kulturpark Hengist".

siehe auch: Pfarrkirche St. Magdalena (Wildon)

Persönlichkeiten

Historische Landkarten zum Gebiet von Wildon

Sonstiges

Die Reitsportanlage ist nicht mehr in Betrieb, das Bezirksgericht wurde 2002 aufgelassen.

Weblinks

 Commons: Wildon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.wildon.gv.at/Gemeindewappen.35.0.html
  2. ÖBB-Personenverkehr AG Kursbuch aktuell (pdf-Datei 108 KB), abgerufen am 16. Dezember 2009