Wilhelm Svetlin

Wilhelm Svetlin (* 5. Mai 1849 in Wien; † 24. August 1914 ebenda), war ein österreichischer Mediziner und Psychiater.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ehrentafel am Bezirksgericht Windischgarsten.

Svetlin besuchte das Schottengymnasium und absolvierte ein Medizinstudium an der Universität Wien, das er 1873 als erster Absolvent der gesamten Heilkunde abschloss. 1878 übernahm er die Leitung einer Privatheilanstalt. Ab 1880 führte er diese unter der Bezeichnung „Privatheilanstalt Svetlin für Nerven- und Gemütskranke“. 1883/84 ließ er die erste Privatanstalt zur Unterbringung von Geisteskranken in Wien errichten, die er bis 1890 soweit erweiterte, dass bis zu 60 Patienten stationär aufgenommen werden konnten. Zu seinen Patienten zählten unter anderem der Komponist Hugo Wolf, der Maler Carl Schuch und der Schauspieler Karl Wilhelm Meixner.[1]

Svetlin war auch Mitinitiator bei der Errichtung der „Heilanstalt für Brustkranke“ (Lungenheilanstalt für Tuberkulosekranke) in Groisbach (Gemeinde Alland) und engagierte sich um die Fürsorge verwahrloster Kinder.[1]

Svetlin ist Ehrenbürger der Gemeinde Windischgarsten, er ließ im Ort die Fassung dreier Quellen für die Wasserversorgung und den Kindergarten errichten.

Svetlin wurde auf dem Hietzinger Friedhof beerdigt.[2]

Publikationen

  • Die Frauenfrage und der ärztliche Beruf. Deuticke, Leipzig/Wien 1895.
  • Die Privatheilanstalt für Gemüthskranke auf dem Erdberge zu Wien. Bericht über deren Geschichte und Thätigkeit, anlässlich des fünfzigjährigen Bestandes und der Uebersiedlung in ein neues Anstaltsgebäude. Braumüller, Wien 1884.
  • Bericht über die Privatheilanstalt für Gemüthskranke auf dem Erdberge zu Wien. Urban & Schwarzenberg, Wien u. Leipzig 1891.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Svetlin, Wilhelm. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 14. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957–2005, S. 71.
  2. Grabstätte Wilhelm Svetlin viennatouristguide.at