Wilhelmine Goldmann

Wilhelmine Goldmann (* 1948 in Traisen) ist eine österreichische Managerin.

Wilhelmine Goldmann studierte Welthandel an der Wirtschaftsuniversität Wien und schloss ihr Studium erfolgreich als Diplom-Kaufmann ab. Goldmann ist ebenso eine bekennende Musikliebhaberin und spielt seit ihrem 16. Lebensjahr Cello.[1]

Im Laufe ihrer Karriere in der Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien lag der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im Wirtschaftsbereich. In der Folge arbeitete sie bei Sanierungs- und Privatisierungsprojekten in der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG).[2]

Nach vier Jahren Leitung der Österreichischen Postbus AG (heute ÖBB-Postbus GmbH) übernahm sie 2004 die Position der Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG für den Bereich Nah- und Regionalverkehr.

Als Wilhelmine Goldmann, ohne dies mit ÖBB-Holding Vorstand Martin Huber abzusprechen, öffentlich mehr Geld für die Bahn forderte, kam es zum ersten Zerwürfnis, dem verletzte Eitelkeiten, Machtspiele und Intrigen folgten. In einem zwölfseitigen Pamphlet wurden die Vorwürfe gegen Wilhelmine Goldmann zusammengefasst. Unter anderem wurde ihr vorgeworfen „Frau Goldmann verwendet für den Verein Opernwerkstatt Wien in größerem Umfang Betriebsmittel der ÖBB […] und teilt Mitarbeiter für Zwecke der Opernwerkstatt in erheblichem Umfang ein.“ Außerdem wurde ihr vorgeworfen, „dass immer dann, wenn in der Opernwerkstatt viel zu tun ist, Verrichtungen für die ÖBB-Personenverkehr AG unerledigt bleiben“.[3] Die österreichische Tageszeitung Die Presse brachte es auf den Punkt, als sie dies so zusammenfasste: „Höhepunkt der Eskalation war im Sommer des Vorjahres, als versucht wurde, sie wegen missbräuchlicher Verwendung betrieblicher Mittel für nicht-betriebliche Zwecke aus dem Vorstand zu drängen.“[4]

Nachdem Wilhelmine Goldmann von diesen Querelen, die ebenso politische Hintergründe hatten (Huber wurde seitens der ÖVP unterstützt, Goldmann wurde der SPÖ zugerechnet), genug hatte, gab sie am 25. Juni 2007 ihren Rücktritt bekannt gegeben und schied damit aus dem Vorstand der ÖBB-Personenverkehr AG aus.[5] Ihr Vertrag wäre noch bis 2009 gelaufen. Wie kolportiert wurde, hätte Goldmann ursprünglich für ihren „freiwilligen“ Rücktritt bis zu 750.000 € als „Golden Handshake“ bekommen sollen.[4] Verkehrsminister Werner Faymann war die Abfertigung schließlich doch zu hoch.[6] Faymann stoppte die Entlassung Goldmanns und machte sie bei vollen Bezügen, zur Beraterin des ÖBB-Holding-Aufsichtsratsvorsitzenden Horst Pöchhacker.[7]

Neben dieser Tätigkeit war Wilhelmine Goldmann Aufsichtsrätin der Salzburger Festspiele bis zum 31. Dezember 2009. Darüber hinaus gehört Goldmann dem Orchester der „opernwerkstatt wien“ an, wo sie als Cellistin mitwirkt.[8]

Seit 2008 Aufsichtsrat Vorsitz des MuseumsQuartier Wien.[9]

Einzelnachweise

  1. Der Wirtschaftsverlag Managertalk Wilhelmine Goldmann (vom 4. Oktober 2005)
  2. WU-Alumni-Club: Was macht ein Depperter mit Glück? (vom 2. Mai 2006)
  3. Ö1 Morgenjournal: Intrige gegen Bahnvorstand Goldmann vom (1. Juli 2007) – Audiodatei
  4. a b Die Presse: Golden Handshake“ für Goldmann (vom 18. Mai 2007)
  5. APA OTS: ÖBB-Presseerklärung zu Wilhelmine Goldmann (vom 27. Juni 2007)
  6. Die Presse: ÖBB: Goldmann bleibt – auf Abstellgleis (vom 25. Juni 2007)
  7. Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: Beratungsfunktion innerhalb der ÖBB (27. Juni 2007)
  8. opernwerkstatt wien: Ensemble
  9. MuseumsQuartier: Daten und Fakten

Weblinks