Willi Resetarits

Wilhelm „Willi“ Resetarits

Wilhelm „Willi“ Thomas Resetarits (* 21. Dezember 1948 in Stinatz, Burgenland) ist ein österreichischer Sänger und Menschenrechtsaktivist. Er ist Burgenland-Kroate.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bereits in seiner Zeit am Gymnasium sang und musizierte Resetarits bei diversen Bands. Ab 1967 studierte er an der Universität Wien Anglistik und Sport mit dem Ziel, Lehrer zu werden. Doch seine Musikerkarriere verlief so erfolgreich, dass er auf das Sicherheitsnetz verzichtete.

1969 wurde Resetarits Mitglied der Politrockband Schmetterlinge. Ihr bedeutendstes Werk, die Proletenpassion (Text: Heinz Rudolf Unger), wurde 1976 bei den Wiener Festwochen uraufgeführt. Dort werden soziale Fragen, Herrschaft, Unterdrückung und Revolutionen in Europa vom 16. bis zum 20. Jahrhundert bearbeitet. Resetarits komponierte und sang darin unter anderem das populäre Jalava-Lied. 1977 nahmen die Schmetterlinge mit Boom-Boom-Boomerang am Eurovision Song Contest in London teil. Sie landeten auf dem vorletzten Platz.

Stubnblues im MuseumsQuartier, 2007
Resetarits mit Ernst Molden am Karlsplatz, 2008

Ab Mitte der 1980er Jahre verkörperte er mit großem Erfolg die Figur des Kurt Ostbahn bzw. den Ostbahn Kurti. Die Formation Ostbahn Kurti & die Chefpartie nahm mehrere Alben mit ins Wienerische übersetzten Rock-, Blues- und Rhythm and Blues-Stücken auf und gab über mehrere Jahre erfolgreich Konzerte. Von 1995 bis 1998 gestaltete Resetarits jeden Sonntag die wöchentliche Radiosendung Trost und Rat von und mit Dr. Kurt Ostbahn auf Radio Wien, bei der er sein Talent als Entertainer unter Beweis stellte. Im Jahr 2000 wechselte er zum Radiosender Ö1 und moderierte dort die monatliche Sendung Ein Pferd kehrt heim, die Ende 2000 in Die Willi Resetarits Radioshow umbenannt wurde und bis Mai 2002 lief. Das Konzept der Sendung, die aus dem Großen Sendesaal des Radiokulturhauses live übertragen wurde, war ebenso einfach wie wirkungsvoll: Gespräche mit Gästen und musikalische Beiträge wechselten einander ab. Musiziert wurde ebenfalls live – und da konnte es schon vorkommen, dass Kurt Ostbahn & Die Kombo zu Gast waren und noch unveröffentlichte Lieder vorspielten.

Im Dezember 2003 schickte Resetarits sein Alter Ego Kurt Ostbahn endgültig „in die Pension“, wie er sagte; nicht zuletzt weil der Erfinder dieser Figur, Günter Brödl, am 10. Oktober 2000 verstorben war. Resetarits wurde des öfteren für den Asterix-Übersetzer ins Wienerische gehalten. Tatsächlich wurden die zwei 1997 und 1998 erschienenen Bände, als deren Texter Dr. a.D. Kurt Ostbahn angegeben war, von Günter Brödl übersetzt.[1]

Seit Oktober 2006 ist er mit Trost und Rat mit Willi Resetarits wieder auf Sendung bei Radio Wien. Im Jahr 2007 war die Sendung nahezu jeden Sonntag zwischen 13 und 14 Uhr zu hören. Die 200. und letzte Sendung wurde Ende Juni 2012 gesendet.

Resetarits ist nach wie vor in musikalischen Projekten tätig. Eines davon ist die Stubnblues benannte Mischung aus Volksliedern auf Deutsch und Kroatisch, englischsprachigem Blues und Rhythm' n' Blues, Wienerliedern und vertonten Gedichten unter anderem von H. C. Artmann und Karl Farkas. Im Projekt Gershwin on a String interpretiert er zusammen mit Tini Kainrath und dem Streichquartett StringFizz Songs von George Gershwin. Die Liedtexte werden teils in der englischen Originalfassung und teils im Wiener Dialekt gesungen. 2009 erschien das gemeinsam mit Ernst Molden eingespielte Album ohne di. Mit Sabina Hank wurden 2008 Texte von Jura Soyfer und H.C. Artmann vertont, als CD und in Konzerten unter dem Titel "Abendlieder".

Resetarits ist politisch engagiert und Mitbegründer der Organisationen Asyl in Not und SOS Mitmensch. Er gründete auch das Integrationshaus Wien, bei dem er Ehrenvorsitzender ist.[2] Wegen eines Aufrufs zur Wehrdienstverweigerung wurde er verurteilt.

Der Schauspieler und Kabarettist Lukas Resetarits und der Journalist und Moderator Peter Resetarits sind Brüder von Willi Resetarits.

Auszeichnungen

Weblinks

 Commons: Willi Resetarits – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Asterix auf Wienerisch
  2. Website des Integrationshauses Wien