Willibald Pahr

Willibald Pahr (* 5. Juni 1930 in Wien) ist ein österreichischer Politiker, Diplomat und Jurist. Er war als Nachfolger von Erich Bielka-Karltreu und Vorgänger von Erwin Lanc der achte Außenminister der Zweiten Republik.

Leben

Willibald Pahr trat 1955 in das Bundeskanzleramt ein. Von 1975 bis 1976 war er Leiter der Sektion Verfassungsdienst. Vom 1. Oktober 1976 bis zum 24. Mai 1983 war er parteifreier österreichischer Außenminister in der SPÖ-Regierung von Bundeskanzler Bruno Kreisky, dessen Richtlinien insbesondere in der Nahost-Politik Pahr genau zu befolgen hatte. Als Vorsitzender der Kambodscha-Konferenz der Vereinten Nationen bahnte er Kontakte zur vietnamesischen Regierung an, deren Armee Anfang 1979 das Terrorregime der Roten Khmer in Phnom Penh entmachtet hatte. 1982 reiste er nach Hanoi.

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung war Pahr, unter Umgehung der positionsbedingten Voraussetzung des Examen préalable, von 1983 bis 1986 Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland.[1] Anschließend war er bis 1989 Generalsekretär der Welttourismusorganisation und von 1990 bis 1995 Flüchtlingsbeauftragter des Innenministeriums.

Pahr ist heute Präsident der Österreichisch-Libanesischen Gesellschaft, Vizepräsident der Österreichischen Liga für die Vereinten Nationen und seit 2001 Präsident des Verbands Österreich – Nordische Länder.

Weblinks

Einzelnachweise

  1.  Willibald Pahr. In: Der Spiegel. Nr. 22, 1983, S. 202e (online).