Windhaag bei Freistadt

Windhaag bei Freistadt
Wappen von Windhaag bei Freistadt
Windhaag bei Freistadt (Österreich)
Windhaag bei Freistadt
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Freistadt
Kfz-Kennzeichen: FR
Fläche: 42,83 km²
Koordinaten: 48° 35′ N, 14° 34′ O48.58611111111114.563888888889723Koordinaten: 48° 35′ 10″ N, 14° 33′ 50″ O
Höhe: 723 m ü. A.
Einwohner: 1.641 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 38,31 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4263
Vorwahl: 07943
Gemeindekennziffer: 4 06 26
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Windhaag b.Fr. 50
4263 Windhaag bei Freistadt
Website: www.windhaag.at
Politik
Bürgermeister: Erich Traxler (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
4 SPÖ, 12 ÖVP, 3 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Windhaag bei Freistadt im Bezirk Freistadt
Bad Zell Freistadt Grünbach Gutau Hagenberg im Mühlkreis Hirschbach im Mühlkreis Kaltenberg Kefermarkt Königswiesen Lasberg Leopoldschlag Liebenau Neumarkt im Mühlkreis Pierbach Pregarten Rainbach im Mühlkreis Sandl St. Leonhard bei Freistadt St. Oswald bei Freistadt Schönau im Mühlkreis Tragwein Unterweißenbach Unterweitersdorf Waldburg Wartberg ob der Aist Weitersfelden Windhaag bei Freistadt OberösterreichLage der Gemeinde Windhaag bei Freistadt im Bezirk Freistadt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Windhaag bei Freistadt ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit 1641 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Freistadt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Windhaag bei Freistadt liegt auf 723 m Höhe im Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9 km, von West nach Ost 9,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 43 km². 18, % der Fläche sind bewaldet, 23,8 % der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Katastralgemeinden sind Windhaag bei Freistadt, Riemetschlag und Spörbichl.

Ortsteile

  • Elmberg
  • Freiwalddorf
  • Mairspindt
  • Obernschlag
  • Oberpaßberg
  • Oberwindhaag
  • Pieberschlag
  • Predetschlag
  • Prendt
  • Riemetschlag
  • Scheibenfeld
  • Schmollfeld

Nachbargemeinden

Leopoldschlag Dolní Dvořiště (CZ) Pohorská Ves (CZ)
Grünbach Nachbargemeinden Sandl
Grünbach St. Oswald

Geschichte

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte das Gebiet seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird der Ort dem Fürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet. 1641 Erhebung zum Markt. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert gab es eine Schemme auf der Maltsch, damit wurde Bauholz nach Norden in Richtung Budweis und Prag verbracht. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum "Gau Oberdonau". Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. 1993 als "Schönstes Dorf " Oberösterreichs geehrt, erfolgte 1997 die Preisverleihung als Energiespargemeinde durch den O.Ö. Energiesparverband. Am 20. September 2002 erhielt die Gemeinde den Österreichischen Solarpreis, am 4. Dezember 2002 erfolgte die Europäische Solarpreisverleihung von Eurosolar in Berlin.

Anton Bruckner

Anton Bruckner war von 1841 bis 1843 Aushilfslehrer in Windhaag. Im alten Schulhaus findet man Erinnerungsstücke wie alte Schulbänke und Tintenfässer. In der Kirche war er für die Musik zuständig. Er komponierte die "Windhaager Messe" für die Solosängerin des Kirchenchors.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung[1]
Jahr Einwohner   Jahr Einwohner
1869 1.685   1951 1.829
1880 1.735   1961 1.898
1890 1.738   1971 1.886
1900 1.749   1981 1.873
1910 1.841   1991 1.848
1923 1.809   2001 1.734
1934 1.855   2008 1.657
1939 1.823   2012 1.641

Entwicklung und Struktur

Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 1685 Menschen. Bis 1961 wuchs die Bevölkerung auf 1898 Menschen an, der höchste Stand in der Geschichte. Seit 1961 schrumpft die Bevölkerung merklich, was vermutlich auf die dezentrale Lage zurückzuführen ist. Im Jahr 1991 hatte die Gemeinde 1848 Einwohner, bei der Volkszählung 2001 nur mehr 1734, was einem Rückgang von 6,6 % entspricht. Am 1. Jänner 2012 verzeichnete die Gemeinde 1641 Einwohner und zwar 830 Männer und 811 Frauen.[1]

Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 18,4 %; 19,4 % der Einwohner waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 48,7 %.[2]

Von den 1397 Bewohnern Windhaags, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 2,1 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 5 % hatten eine Matura absolviert, 43,3 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 49,7 % aller Windhaager hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[3]

Herkunft und Sprache

Der deutsche Dialekt, der im Raum Windhaag sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 96,2 % der Windhaager gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 2,9 % sprachen hauptsächlich türkisch, 0,6 % tschechisch, der Rest sprach andere Sprachen.

Der Anteil der Windhaager mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 3,5 % unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 2,4 % der Windhaager Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft der Türkei, 0,2 % eine aus Deutschland und 0,9 % entfielen auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 3,5 % der Windhaager in einem anderen Land als in Österreich geboren.[2]

Politik

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre, zeitgleich mit der Landtagswahl statt. Ab dem Jahr 1945 erreichte die ÖVP immer die absolute Mehrheit. Zweitstärkste Partei wurde jeweils die SPÖ. Die FPÖ tritt erst seit 1997 bei den Wahlen an, ansonsten beteiligen sich keine weiteren Parteien an den Gemeinderatswahlen. 2003 wurde die ÖVP mit 59,2 % stimmenstärkste Partei, 2009 mit 61,2 %, was jeweils einer absoluten Mehrheit entspricht.[4][5]

Die Gemeinderatswahl 2009 mit einer Wahlbeteiligung von 87,4 % ergab folgendes Ergebnis:

Partei / politische Gruppierung Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im Gemeinderat Verän-
derung
ÖVP 61,2 % +2,0 % 12 0
SPÖ 23,5 % -4,6 % 4 -1
FPÖ 15,3 % +2,5 % 3 +1
Sonstige 0 % 0 % 0 0

Bürgermeister der Gemeinde ist Erich Traxler von der ÖVP. Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern.

Die nächste Gemeinderatswahl wird turnusmäßig 2015 abgehalten.

Wappen

Wappen Windhaag

Das Wappen ist in Silber gehalten und zeigt einen roten Felsendreiberg. Aus der Mittelkuppe wächst ein feuerspeiender, golden gekrönter und rot gewaffneter Panther, der rechts und links von je einem grünen Nadelbaum flankiert ist. Der Rote Panther ist das Wappentier der Starhemberger, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts Windhaag am Waldt erwarben. Die Starhemberger haben auch die Markterhebung durchgesetzt.

Die Verleihung des Gemeindewappens und die Genehmigung der Gemeindefarben erfolgten am 12. Mai 1641, zeitgleich mit der Markterhebung.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wettershuttle auf der kontinentalen Wasserscheide, 1999 von Gerhard Eilmsteiner

Bauwerke

  • Pfarrkirche hl. Stephan (1507): Der zweijochige Chor der Kirche ist von einem Netzrippengewölbe überspannt. Die Kirche besitzt eine neugotische Einrichtung und wurde 1487 bis 1507 erbaut.
  • Windpark Spörbichl: Windkraftwerk
  • Das Wettershuttle: Eine Maschine, die auf der kontinentalen Wasserscheide steht und vom Wasser angetrieben wird.
  • Die Uhr: Die größte mechanische Uhr des Mühlviertels aus Granit, Bronze und Stahl mit einer Masse von 10 Tonnen, davon 5,5 bewegt.
  • Steinerne Brücke: Grenzübergang nach Tschechien für Fußgänger, Radfahrer, Schifahrer und Reiter mit Pferd.

Museen

Windhaag bei Freistadt liegt an der Mühlviertler Museumsstraße. Im Gemeindegebiet befinden sich 5 Museen:[7]

  • Freilichtmuseum Venetianersäge Felbermühle: Eine aus alten Bauteilen zusammengestellte Schausäge. Sie ist voll funktionsfähig und veranschaulicht den Mechanismus einer Einblattsäge.
  • Hofwieshammer: Der letzte Sägehammer Österreichs, stammt aus dem 16. Jahrhundert und war bis 1938 in Betrieb.
  • Freilichtmuseum Zimmermannshaus Lackinger: Ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Haus wurde so erhalten, wie es der letzte Bewohner verlassen hat. Es bietet einen Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt einer Handwerkerfamilie.
  • Freilichtmuseum Handwerkerhaus Stegwagner: typisches Kleinhandwerkerhaus aus dem 17. Jahrhundert.
  • Waldmuseum: Ein Waldlehrpfad und das Waldhaus vermitteln einen tiefen Einblick in den Lebensraum Wald.

Naturdenkmäler

  • Rauschender Felsen: In der Nähe der Ortschaft Hammern befindet sich eine rund 6 Meter hohe Granitformation. Nur im Nahbereich des Steines hört man das Rauschen der Maltsch.

Musik

  • Musikverein Windhaag
  • Feuerwehrmusik Windhaag

Sport

  • Sportunion Windhaag: Der Fußballverein spielt in der 2. Klasse NordMitte, in der achten Spielklasse Österreichs.

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen und Bildung

Im Ort stehen ein Kindergarten, eine Volksschule, eine Hauptschule und eine Zweigstelle der Landesmusikschule zur Verfügung. Weiters gibt es in der Gemeinde einen praktischen Arzt.

Im Gemeindegebiet existieren fünf Freiwillige Feuerwehren (FF). Die FF Windhaag, FF Paßberg, FF Prendt - Elmberg, FF Spörbichl und FF Unterwald sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. a b Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung (download als pdf)
  2. a b Volkszählung 2001: Demografische Daten (download als pdf)
  3. Volkszählung 2001: Wohnbevölkerung (download als pdf)
  4. Gemeinderatswahlen Prozentanteile: Gemeindewahl Windhaag (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  5. http://wahl.land-oberoesterreich.gv.at/whlp/WHLPErgebnisEingelangtNEU.jsp?BezirksListe=6&GemeindeListe=40626&cmdAktualisieren=&bezirkAlt=6&wahlKreisAlt=&wahlNameKurz=G09&gemeindeNummerLink=
  6. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Windhaag (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  7. Mühlviertler Museumsstraße
  8. OÖ Landesarchiv, Biographien

Literatur

Weblinks

 Commons: Windhaag bei Freistadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien