Windischgarsten

Windischgarsten
Wappen von Windischgarsten
Windischgarsten (Österreich)
Windischgarsten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Kirchdorf an der Krems
Kfz-Kennzeichen: KI
Fläche: 4,93 km²
Koordinaten: 47° 43′ N, 14° 20′ O47.72111111111114.330833333333602Koordinaten: 47° 43′ 16″ N, 14° 19′ 51″ O
Höhe: 602 m ü. A.
Einwohner: 2.417 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 490,26 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4580
Vorwahl: 07562
Gemeindekennziffer: 4 09 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 5
4580 Windischgarsten
Website: www.windischgarsten.at
Politik
Bürgermeister: Norbert Vögerl (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
9
13
3
13 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
  • SPÖ: 9
  • ÖVP: 13
  • Für Windischgarsten Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel: 3
Lage der Marktgemeinde Windischgarsten im Bezirk Kirchdorf an der Krems
Edlbach Grünburg Hinterstoder Inzersdorf im Kremstal Kirchdorf an der Krems Klaus an der Pyhrnbahn Kremsmünster Micheldorf in Oberösterreich Molln Nußbach Oberschlierbach Pettenbach Ried im Traunkreis Rosenau am Hengstpaß Roßleithen St. Pankraz Schlierbach Spital am Pyhrn Steinbach am Ziehberg Steinbach an der Steyr Vorderstoder Wartberg an der Krems Windischgarsten OberösterreichLage der Gemeinde Windischgarsten im Bezirk Kirchdorf an der Krems (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Windischgarsten1.jpg
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Windischgarsten ist eine Marktgemeinde und ein Luftkurort im österreichischen Bundesland Oberösterreich im Süden des Bezirk Kirchdorf an der Krems im Traunviertel mit 2417 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Windischgarsten. Seit 1964 ist Windischgarsten Luftkurort.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Windischgarsten liegt auf 602 m Höhe im Traunviertel, umrahmt von den Bergen der Haller Mauern im Süden (Großer Pyhrgas 2244 m), des Sengsengebirges im Norden (Hoher Nock 1963 m) am Rande des Nationalparks Kalkalpen und des Toten Gebirges im Westen (Warscheneck 2389 m). Windischgarsten gehört zur Tourismusregion Pyhrn-Priel und verfügt wegen seiner Lage an der über-regionalen Nord-Süd-Verkehrsverbindung durch die Alpen über eine gute Verkehrsanbindung. Sowohl per Auto über die A9 Pyhrn Autobahn also auch per Bahn über die Pyhrnbahn.

Die Gemeinde besteht aus nur einer Katastralgemeinde. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 3,2 km und von West nach Ost 3 km. Die Gesamtfläche beträgt 4,91 km². 36,7 % der Fläche sind bewaldet und 40,8 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Windischgarsten hat einen schönen historischen Ortskern.

Nachbargemeinden

Im Westen und Norden wird Windischgarsten von der ebenfalls zum Bez. Kirchdorf a.d.K. gehörende Gemeinde Roßleithen eingegrenzt. Im Osten grenzt Windischgarsten an Rosenau am Hengstpaß. Die südlichen Nachbarn sind Edlbach und Spital am Pyhrn.

Nachbargemeinden Rosenau am Hengstpaß
Spital am Pyhrn Edlbach

Eingemeindungen

Es gibt aktuell keine aktiven Bestrebungen umliegende Gemeinden in Windischgarsten einzugemeinden, aber eine Diskussion kam zuletzt auf, als die Gemeinden Weyer-Markt und Weyer-Land per 1. Jänner 2007 wieder zu einer einzigen Gemeinde vereint wurden. Unter den 5 Gemeinden im Garstnertal ist Windischgarsten mit 4,9 Quadratkilometer Fläche zwar die kleinste, hat aber mit 2417 Personen (Stand 1. Jänner 2012) die meisten Einwohner. Würde sich Windischgarsten auf die Fläche der Großpfarre ausdehnen, müssten die Nachbargemeinden Edlbach (648 Einwohner, 8,3 km2), Roßleithen (1860 Einwohner, 67,5 km2) und Rosenau am Hengstpaß (694 Einwohner, 108.3 km2) eingemeindet werden. Windischgarsten hätte dann knapp 5600 Einwohner und eine Fläche von 189 Quadratkilometer.[1]

Wappen

Blasonierung: In Blau eine goldene, gestürzte, mit drei goldenen Gerstenähren fächerförmig besteckte Mondsichel, begleitet von drei goldenen Sternen, und zwar einem größeren unten in der Höhlung des Halbmondes und zwei kleineren oben zu beiden Seiten der Ähren. Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb.

Die gestürzte Mondsichel ist dem Wappen des 1807 aufgehobenen Kollegiatstiftes weltlicher Chorherren Spital am Pyhrn entnommen, das 1435 den Ort vom Hochstift Bamberg durch Kauf erworben hatte. Die Ähren deuten auf die Gründungssage von Windischgarsten, derzufolge in der Zeit nach der Völkerwanderung vom Süden kommende windische (slawische) Kaufleute, die hier lagerten und unversehens Gerstenkörner aus ihren Getreidesäcken in der damals öden Gegend verstreuten, ein reiches Ährenfeld vorfanden, als sie später wieder hierher kamen; von der Fruchtbarkeit des Bodens überzeugt siedelten sich daraufhin einige von ihnen an und begründeten so den Ort.

Geschichte

Das römische Windischgarsten „Gabromagus“ (= Bocksfeld) lag im SW des Ortes („Hafnerfeld“) und war eine mansio (Übernachtungsstation) der Via Norica, die im 2. bis frühen 5. Jahrhundert bestand.

Windischgarsten lag zur Zeit seiner Gründung ursprünglich im Südostteil des Herzogtums Bayern an der Pyhrnstraße. Im Zuge der karolingischen Organisation wurde um 800 ein Herrschaftshof geschaffen, der vermutlich, wie der Name verrät (sl. „Waldbergland“), alpenslawische Bevölkerung konzentriert hat. Im 11. Jahrhundert kam dieser Hof als Zentrum eines ausgedehnten Besitzes an das Bistum Bamberg in Franken. Als der Pilgerverkehr während des 1. Kreuzzuges stark zunahm, wurde vom Hof, der unter dem Pfarrhofberg lag, eine Hube am Dambachübergang abgespalten. Eine Kirche wurde wahrscheinlich 1119 geweiht. In den folgenden Jahrzehnten anschwellenden Pilgerverkehrs löste sich der Hof letztlich in Huben und Lehen auf. In dem zum Dorf angewachsenen Ort übernachtete am Palmsonntag 1170 Kaiser Friedrich Barbarossa mit großem Gefolge. Im östlichen Teil des Dorfes formierte sich seit dem 13. Jahrhundert ein Straßenmarkt. Der Ort hieß nun, weil im Tal noch viele Slawen lebten, zum Unterschied von Garsten bei Steyr „Windischgarsten“. Damals bestand die Valentinskirche beim Pfarrhofberg, die erst im 17. Jahrhundert gänzlich abkam. Als die Umgebung im Spätmittelalter weitgehend unter die Grundherrschaft Spital geriet, bildeten Ort und direkte Umgebung eine bambergische „Hofmark“, die später (1435) an Spital verpfändet und schließlich 1688 in die Herrschaft integriert wurde. Bereits 1383 wird Windischgarsten als „Markt“ bezeichnet und 1444 erhielt der Ort vom König einen Wochenmarkt verliehen. Der geschäftige Gewerbeort bekam 1462 eine neue große Kirche (St. Jakob).

In der frühen Neuzeit - der Markt zählte damals über 60 Häuser - brachte die „Proviantwidmung“ in der Eisenwurzen einen raschen Aufschwung. Wirren im Zeitalter der Konfessionalisierung und mehrere Brände schadeten aber der Entwicklung. Der Markt der Barockzeit – noch heute sind gediegene Bürgerhäuser dieser Zeit vorhanden – akzentuierte als Mittelpunkt zahlreicher Sensenwerke selbstzufriedene Bürgerlichkeit. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Danach gehörte der Ort wieder zu 'Österreich ob der Enns'. Im 19. Jahrhundert entfaltete sich eine beschauliche Vereinstätigkeit und der Ausbau zentraler Einrichtungen (z.B. Bezirksgericht). Auch der Tourismus setzte ein.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Bei Kriegsende waren 122 Windischgarstner gefallen oder vermisst. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs als Bundesland. Seit 1950 wurde der Wintertourismus belebt, 1951 fanden hier die alpinen und nordischen Staatsmeisterschaften im Schilauf statt. Seit 1964 ist Windischgarsten Luftkurort. Der Ort feierte 1994 die Markterhebung vor 550 Jahren, 1998 war er Gastgeber der Schi-Orientierungslauf-Weltmeisterschaft.

Um die Jahrtausendwende gelangte der Ort in die (internationalen) Schlagzeilen, als im Oktober 1999 der damalige Bürgermeister Franz Hufnagl (SPÖ) wegen Vergewaltigung, geschlechtlicher Nötigung und Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Der Fall ging bis zum Obersten Gerichtshof und löste auch in Windischgarsten und Umgebung heftige Debatten aus.

Nach dem Sexskandal kam es zu Neuwahlen, bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt setzte sich Norbert Vögerl (ÖVP) gegen Heinz Stangl (SPÖ) mit 52 % gegen 47 % durch.

Am 31. Jänner 2009 gab Papst Benedikt XVI. bekannt, den Windischgarstner Pfarrer Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof für die Diözese Linz/Donau zu ernennen. Der 54-jährige war zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Jahre Pfarrer des Ortes und galt als erzkonservativ. Auf Grund zahlreicher Proteste, vor allem auch aus kirchlichen Kreisen, hat der Pfarrer am 15. Februar 2009 darum gebeten, das Amt des Bischofs nicht annehmen zu müssen. Der Vatikan hat diesem Ersuchen stattgegeben.

Bei der Bürgermeisterwahl 2009 war eine Stichwahl notwendig: Beim ersten Durchgang erreichte der amtierende Bürgermeister Norbert Vögerl (ÖVP) nur 49,19 %, SPÖ-Kandidat Reinhard Virag 33,23 % und Wolfgang Koblmüller von der Bürgerliste Für Windischgarsten 17,59 %. Bei der Stichwahl am 11. Oktober 2009 setzte sich Vögerl mit 54,31 % zu 45,69 % von Virag durch.

Politik

Bürgermeister ist Ing. Norbert Vögerl von der ÖVP. Die Mandatsverteilung im Gemeinderat ist ÖVP 13 Sitze, SPÖ 9 Sitze und Bürgerliste Für Windischgarsten 3 Sitze. Die FPÖ ist bei der Gemeinderatswahl 2009 erstmals nicht angetreten.

Bürgermeister seit 1850:

  • 1850–1867 Leopold Westermayr
  • 1867–1873 Ferdinand Hofbauer
  • 1873–1879 Michael Zöls
  • 1879–1894 Gerhard Purgleitner
  • 1894–1903 Emil Zeller
  • 1903–1917 Franz X. Schröckenfux
  • 1917–1919 Emil Zeller
  • 1919–1922 Franz Lechner, CSP[2]
  • 1922–1924 Dicketmüller
  • 1924–1929 Franz Lechner, CSP
  • 1929–1934 Hans Fischer
  • 1934–1942 Franz Lechner, CSP
  • 1942–1945 Franz Scheer, NSDAP
  • 1945–1945 Franz Lechner,ÖVP (kommissarisch)
  • 1945–1951 Rudolf Sulzbacher, SPÖ
  • 1951–1967 Johann Gmeiner, SPÖ[3]
  • 1967–1979 Josef Seidlmann, SPÖ
  • 1979–1991 Johann Pernkopf, ÖVP[4]
  • 1991–2000 Franz Hufnagl, SPÖ
  • seit 2000 Norbert Vögerl, ÖVP

Städtepartnerschaften

Richard Keller initiierte die Städtepartnerschaft zwischen Großenlüder und Windischgarsten. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, Ehrengemeindevertreter der Gemeinde Großenlüder und jahrelanger Stammgast in Windischgarsten. Richard Keller starb am 3. Januar 2005 im 86. Lebensjahr. [5]

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2104 Einwohner; 2001 dann 2347 Einwohner, aktuell 2461 Einwohner mit Hauptwohnsitz, 345 Personen mit Zweitwohnsitz.

Sozial- und Sicherheitswesen

Windischgarsten hat die Funktion eines regionalen Kleinzentrums, die hauptsächlich auf die geringe Einwohnerzahl und somit auf teilweise nicht vorhandene soziale Einrichtungen in den Nachbargemeinden zurückzuführen ist.[6]

  • Nahversorgung, Versorgung des gehobenen Bedarfs
  • Kindergarten, Volks-, Haupt-, und eine Musikschule, VHS
  • Pfarre, Kirche, Friedhof
  • Arzt, Apotheker
  • Postamt, Bahnhof
  • Freizeit- und Sportanlagen

Rotes Kreuz

1907 gründete die Freiwillige Feuerwehr des Ortes die erste Rettungsabteilung aus der 1913 der Verein Rotes Kreuz Windischgarsten gegründet wurde. 1922 wird dem Roten Kreuz eine Zeughütte im rückwärtigen Teil des Schulgebäudes zur Benutzung übergeben. Am 28. Juli 1963 wurde 50 Jahre Rotes Kreuz Windischgarsten mit einer Wagenweihe und einem Platzkonzert gefeiert. Im Jahr 1963 wird der Bürgermeister Johann Gmeiner zum Bezirksstellenleiter gewählt und 1968 in dieser Funktion bestätigt. 1970 wird ein Grundstück für eine neue Ortsstelle in Windischgarsten angekauft. Im Dezember 1990 wird der Notruf 144 von der Ortsstelle Windischgarsten in die Bezirksleitstelle geschaltet, ab diesem Zeitpunkt werden alle Notrufe über die Zentrale in Kirchdorf angenommen und koordiniert. Am 20. April 1991 wird die neue Dienststelle Windischgarsten feierlich eröffnet. Im Jahr 2002 wird mit der Errichtung eine neue Dienststelle für Windischgarsten begonnen und kann im Sommer 2003 eröffnet werden. Im Zuge der Neuerrichtung wurde die Dienststelle aus dem Ort an eine Ausfallstraße nahe der Bundesstraße verlegt. Die neue Adresse ist nun Gleinkerseestraße 46.

Neben dem Rettungsdienst wird vom Roten Kreuz auch der Dienst Essen auf Rädern durchgeführt.

Bildung

Schulen

Windischgarsten verfügt über 1 Volksschule, 3 Hauptschulen und 1 Polytechnische Schule.[7] Zusätzlich gibt es noch eine Musikschule. Da die umliegenden Orte zwar meist eine eigenen Volksschule, aber keine Hauptschule haben, erstreckt sich das Einzugsgebiet der Hauptschulen über den eigentlichen Ort hinaus.

Volksschule Windischgarsten

Zählte die Volksschule Windischgarsten im Schuljahr 1996/1997 noch 11 Klassen mit 255 Schüler, so hat sich diese Zahl bis 2010/2011 auf 148 Schüler und 8 Klassen beinahe halbiert.[7] Dies ist mit einem allgemeinen Geburtenrückgang zu erklären.

Hauptschulen

Im Jahr 2009 zählten die 3 Hauptschulen 455 Schüler in 21 Klassen, bis 2006/2007 variierten diese Werte nur leicht, fallen seit dem aber kontinuierlich und liegen nun bei 384 Schülern in 21 Klassen im Jahr 2010/2011. Auffällig dabei ist, dass sich nur die Schüleranzahl, jedoch nicht die Anzahl der Klassen reduziert hat. So lag 2006/2007 der Durchschnitt noch bei 21,3 Schüler pro Klasse, 2010/2011 nur noch bei 18,3 Schüler pro Klasse.[7]

Hauptschule 1 Kirchfeld
Ski-Hauptschule

Im Schuljahr 1967/68 wurde eine "Schiklasse" eingeführt. Aktuell wird die Ski-Hauptschule vom Direktor Klaus Hüthmair geführt. Die Dekretübergabe erfolgte am 4. Juli 2012 durch Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.[8]

Direktoren

  • Franz Dirninger bis 2012
  • Klaus Hüthmair 2012 -
Hauptschule 2 Römerfeld

Die Hauptschule 2 wurde 1987 eröffnet.

Polytechnische Schule Windischgarsten

Die Polytechnische Schule ist in das Gebäude der Hauptschule 2 Römerfeld integriert und befindet sich in den Schutzräumen im Keller der Hauptschule. Jährlich besuchen ca. 30 Schüler den Lehrgang, wobei auch hier über die Jahre ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist. So waren es 2002/2003 noch 40 Schüler, im Schuljahr 2010/2011 nur noch 23.[7] 2008 gab es Bestrebungen den Polytechnischen Lehrgang in Windischgarsten aufzulösen und nach Kirchdorf a.d. Krems zu verlagern und in die dortige Schule zu integrieren. [9] Nach heftigem Protest der lokalen Politik und Betriebe wurde dieses Vorhaben jedoch nicht weiter verfolgt.

Bücherei

Die Bücherei zählt 2012 ungefähr 4500 Printmedien, 400 DVDs und 250 Spiele zu ihrem Bestand. 2011 gab es ca. 7000 Entlehnung von 350 aktiven Lesern. Die Bücherei wird von 8 Mitarbeitern betreut.[8]


Feuerwehr

Windischgarsten besitzt eine eigene Freiwillige Feuerwehr. Der Verein FF Windischgarsten wurde am 9. Februar 1875 gegründet.

Tourismus

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Ort. 2009 zählte Windischgarsten 81.694 Nächtigungen, bis 2011 verringerte sich diese Zahl jedoch um 16,6% auf 68.166. Dabei verteilen sich die Nächtigungen nach Herkunft zu ca. zwei Drittel auf Inländer und ein Drittel Ausländer, wobei die Ausländer mit durchschnittlich 4,6 Aufenthaltstagen tendenziell länger bleiben als Inländer mit durchschnittlich 3,0 Aufenthaltstagen. Ausländische Touristen aus Deutschland stellen mit knapp 80% der gesamten Nächtigungen ausländischer Touristen den größten Anteil.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sport

Windischgarsten verfügt über einen modernen Sportplatz, der auch von internationalen Fussballvereinen zum Trainieren verwendet wird. So gastierte im Juli 2012 der 1. FC Köln für eine Woche in Windischgarsten[11] und nächtigte dabei im Wellnesshotel Dilly.

Regelmäßige Veranstaltungen

Lederhosentreffen

Das Lederhosentreffen ist ein international bekanntes Volksfest. Das 30. Lederhosentreffen fand Ende Juli 2012 in Windischgarsten statt. Das 31. Lederhosentreffen wird vom 26. – 28. Juli 2013 stattfinden.


Wirtschaft und Infrastruktur

Wasserversorgung

Dr. Svetlin schenkte der Gemeinde Windischgarsten drei Quellen in der Muttling. Eine 3500 Meter lange Hochquellwasserleitung wurde am 15. Juli 1905 unter Bürgermeister Schröckenfux eröffnet. Am 18. August wurde im Rahmen des Kaiserfestes und des 78. Geburtstag des Kaisers Franz Josef 1. ein Gedenkstein dazu enthüllt.

Gemeindebetriebe

Die Gemeinde Windischgarsten unterhält eine Reihe von gemeindeeigenen Betrieben.

  • Freibad Windischgarsten
  • Gemeindebauhof
  • Gemeindeforst
  • Hallenbad Windischgarsten
  • Kläranlage Windischgarsten


Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Gedenk- und Ehrentafeln am Bezirksgericht
1867
Leopold Westermayr, Bürgermeister
1872
Conrad von Eybelsfeld, Baron, Statthalter von OÖ.
1876
Wilhelm Scharz von Senborn, Freiherr
1885
Friedrich Hauer, Statthalterbeirat
1886
Dr. Friedrich Wuppinger, Bezirksrichter
1896
Johann Strobl, Dechant
1901
Heinrich Wittek, Eisenbahnminister
Karl Wurmb, Sektionschef
Ferdinand Wessnitzer, Bahninspektor
1902
Dr. Wilhelm Svetlin, Arzt
1905
Gerhard Purgleitner, Bürgermeister
1912
Franz Schröckenfux, Bürgermeister
Emil Zeller, Bürgermeister
Anton Fuxjäger, Gastwirt
1946
Mark W. Clark, Oberbefehlshaber der Amerikanischen Besatzungsmacht und US-Hochkommissar für Österreich[12]
1953
Franz Lechner, Bürgermeister
1968
Johann (Hans) Gmeiner, Bürgermeister
1980
Josef Seidlman, Bürgermeister
1987
Dr. Josef Ratzenböck, Landeshauptmann
Dr. Karl Grünner, Landeshauptmann Stvtr.
1998
Fritz Hochmair, Landeshauptmann Stvtr.

Emil Zeller

Geboren 1884, gestorben 1932 war er Apotheker und Pionier des Fremdenverkehrs. Außerdem war er der letzte Bürgermeister des Kaiserzeit von 1917 - 1919. Er ist seit 1912 Ehrenbürger Windischgarstens und gilt als Erschließer der Bergwelt mit dem Prielschutzhaus und der Zellerhütte am Warscheneck. Er baute das erste Schwimmbad und eine Badeanstalt auf eigene Kosten, weiters gestaltete er im Verschönerungsverein, im Touristenklub und in der Elektrizitätsgesellschaft Windischgarsten/Spital die Entwicklung des Ortes entscheidend mit. Durch die Bekanntschaft mit Baron Schwarz-Senborn, dem Generaldirektor der Wiener Weltausstellung 1873, wird Windischgarsten in Wien bekannt.

Dr. Wilhelm Svetlin

Geboren 1849, gestorben 1914.

Franz Schröckenfux

Geboren 1850, gestorben 1917 Bürgermeister 1900-1917, Ehrenbürger seit 1913

Max Dümler

Geboren 1855, gestorben 1896

Weblinks

 Commons: Windischgarsten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hans Stögmüller. (4. Januar 2007). Vorbild Fusion Weyer: Auch andere Gemeinden gehören zusammen. OÖNachrichten, S.29.
  2. Biografie zu Lechner, Franz auf dem Server des Bundeslandes Oberösterreich
  3. Biografie zu Gmeiner, Johann auf dem Server des Bundeslandes Oberösterreich
  4. Biografie zu Pernkopf, Johann auf dem Server des Bundeslandes Oberösterreich
  5. Amtliches Mitteilungsblatt "Gemeinde und Bürger". Seite 22, Ausgabe 01/2005
  6. Yvonne Fink et al.: Auf der Suche nach einer geeigneten Struktur in offenen flexiblen Lernformen S. 214 (aufgerufen am 19. Oktober 2012)
  7. a b c d Schulen in Oberösterreich. Website des Landes Oberösterreich. Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  8. a b Amtliches Mitteilungsblatt "Gemeinde und Bürger". Ausgabe 03/2012
  9. http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/art68,74104 Oberösterreichische Nachrichten, 24. November 2008
  10. Tourismus in Oberösterreich. Website des Landes Oberösterreich. Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  11. FC bricht ins Trainingslager nach Österreich auf. Köln.de 13. Juli 2012
  12. Amtliches Mitteilungsblatt "Gemeinde und Bürger". Seite 18, Ausgabe 01/2007