Windpark Andau/Halbturn

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„Windpark Andau/Halbturn“

BW

Lage
„Windpark Andau/Halbturn“ (Burgenland)
„Windpark Andau/Halbturn“
Koordinaten 47° 49′ 47,9″ N, 17° 1′ 20,2″ O47.82998256519917.022285461426Koordinaten: 47° 49′ 47,9″ N, 17° 1′ 20,2″ O
Land Österreich
Daten
Primärenergie Windenergie
Leistung 237 MW (elektrisch)
Typ Onshore-Windpark
Betreiber Austrian Wind Power, ImWind, Püspök Group
Betriebsaufnahme Ende 2013/Anfang 2014
Turbine 79 × Enercon E-101
Stand Mai 2012

Der Windpark Andau/Halbturn ist ein in Bau befindlicher Windpark in den burgenländischen Gemeinden Andau und Halbturn im Bezirk Neusiedl am See. Mit 79 Windkraftanlagen der 3-MW-Klasse und einer installierten Leistung von 237 MW wird er bei Fertigstellung nach Daten des Windverbandes EWEA der drittgrößte Onshore-Windpark Europas[1] sein, nach Angaben des ORF sogar der größte Windpark Mitteleuropas.[2] Zunächst waren 93 Windkraftanlagen geplant und genehmigt worden. Spätestens Anfang 2014 soll der Windpark fertiggestellt sein. Zu diesem Zeitpunkt wäre das Burgenland laut Landeshauptmann Hans Niessl "stromautark".[3]

Kalkuliert wird mit einer Produktion von ca. 7,4 GWh elektrischer Energie pro Windkraftanlage, was bei der ursprünglichen Planung von 93 Windturbinen einen Stromertrag von ca. 688 GWh in einem durchschnittlichen Jahr ergeben hätte, entsprechend dem Jahresverbrauch von ca. 200.000 Haushalten.[4] Durch die Verringerung der Anzahl von 93 Windkraftanlagen auf 79 ergibt sich, den gleichen Kapazitätsfaktor vorausgesetzt, eine jährliche Produktion an elektrischer Energie von 585 GWh, was einer mittleren Leistung von 66,7 MW entspricht.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines und Lage

Betrieben wird der Windpark von Austrian Wind Power, einem Tochterunternehmen der BEWAG, ImWind sowie der Püspök Group. Dabei werden der Austrian Wind Power 38 Anlagen gehören, ImWind 10 Anlagen und der Püspök Group 31. Der Spatenstich erfolgte am 4. Mai 2012, die Investitionskosten betragen ca. 450 Mio. Euro.[5]

Die Windparkfläche befindet sich südlich der Kläranlage des Bauhofes bzw. der Kläranlage Halbturn und wird im Westen von der Albrechtsfelder Landstraße begrenzt. Die östliche sowie die südliche Grenze bildet die Staatsgrenze nach Ungarn.[6]

Technik

Zum Einsatz kommen insgesamt 79 getriebelose Windkraftanlagen des Typs Enercon E-101 mit einer Nennleistung von 3 MW sowie einem Rotordurchmesser von 101 Metern. Um Eiswurf zu vermeiden sowie zur Ertragssteigerung in den Wintermonaten sind die Anlagen mit einer Rotorblattheizung ausgestattet.[6] Die Anlaufwindgeschwindigkeit liegt bei 2,5 m/s, Nennleistung wird bei 12 m/s erreicht. Durch die Ausstattung mit einer Sturmregelung, bei der die Rotorblätter zur Vermeidung von Überlasten bei sehr hohen Windgeschwindigkeit teilweise aus dem Wind gedreht werden, liegt die Abschaltgeschwindigkeit zwischen 28 und 34 m/s[7], also bei etwa 100 bis 122 km/h. Der Großteil der Windkraftanlagen soll auf Hybridtürmen mit 135 Metern Nabenhöhe errichtet werden, was einer Gesamthöhe von 186 Metern entspricht, bei einer Anlage soll ein 99 Meter hoher Hybridturm zum Einsatz kommen, was in einer Gesamthöhe von 150 Metern resultiert. Die Hybridtürme bestehen im unteren Bereich aus vorgefertigten Fertigbetonteilen, die auf der Baustelle zu Turmringen zusammengefügt werden, im oberen Bereich kommen Turmsegmente aus Stahlblech zum Einsatz. Derzeit (Mai 2012) errichtet Enercon in Zurndorf ein Betonturmwerk mit einer Kapazität von bis zu 200 Betontürmen pro Jahr, das noch 2012 den Betrieb aufnehmen soll. Mit diesem Werk soll neben dem österreichischen Markt auch Osteuropa erschlossen werden.[8]

Vier bis acht Windkraftanlagen werden mittels je eines Hochspannungskabels für Dreiphasenwechselspannung mit einer Betriebsspannung von 30 kV als Zwischenkreis mit dem Umspannwerk in Andau verbunden, wo eine Anbindung an die 110 kV-Netzebene erfolgt.[9]

Ursprüngliche Planung

Nach den Genehmigungsunterlagen (Stand 2010) waren ursprünglich 93 Enercon E-101 vorgesehen, die auf einer Fläche von rund 1980 ha aufgestellt werden sollten. Von diesen 1980 ha sollten ca. 24 ha dauerhaft in Anspruch genommen werden, 17,9 ha für Fundamente, Trafostationen sowie Kranstellflächen und weitere 6,5 ha für die Zuwegung. Zusätzlich sollten in der Bauphase 16,7 ha temporär beansprucht werden.[10] Mit der reduzierten Anzahl an Windkraftanlagen ist davon auszugehen, dass sich der Flächenbedarf entsprechend verringert.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Europas drittgrößter Windpark entsteht im Burgenland. www.oekonews.at. Abgerufen am 1. August 2012.
  2. Halbturn & Andau: 79 neue Windräder. In: ORF, 4. Mai 2012. Abgerufen am 5. Mai 2012.
  3. Burgenländer werden zu Selbstversorgern: 162 neue Windräder für die Stromautarkie. In: www.news.at, 19. November 2010. Abgerufen am 5. Mai 2012.
  4. Windpark Andau/Halbturn. Mündliche Verhandlung. Internetseite des Burgenlandes. Abgerufen am 5. Mai 2012.
  5. Spatenstich für Windpark Andau/Halbturn. Internetseite des Burgenlandes. Abgerufen am 5. Mai 2012.
  6. a b Errichtung eines Windparks Errichtung eines Windparks Andau - Halbturn. Umweltgenehmigungsprüfung Genehmigungsbescheid. Internetseite des Burgenlandes. Abgerufen am 5. Mai 2012.
  7. Enercon Produktübersicht. Internetseite von Enercon. Abgerufen am 6. Mai 2012.
  8. Fabrik für Windräder in Zurndorf. ORF. Abgerufen am 5. Mai 2012.
  9. Genehmigungsbescheid, 16. November 2010, S. 77.
  10. Windpark Andau und Halbturn. Teilgutachten Landwirtschaft Umweltverträglichkeitsprüfung. Internetseite des Burgenlandes. Abgerufen am 5. Mai 2012.