Wladimir Anatoljewitsch Malachow

Wladimir Anatoljewitsch Malachow (russisch Владимир Анатольевич Малахов, meist Vladimir Malakhov transkribiert; * 7. Januar 1968 in Krywyj Rih, Ukrainische SSR, UdSSR) ist ein naturalisierter russisch-österreichischer Tänzer, Choreograf und von 2004 bis zum Ende der Spielzeit 2013/2014 Ballett-Intendant des Staatsballetts Berlin.[1]

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Leben und Werk

Mit vier Jahren fing er mit Ballett-Training an und wurde als Zehnjähriger vom Moskauer Bolschoi-Theater als Talent zur weiteren Ausbildung aufgenommen (Lehrer unter anderen Pjotr Pestow). Trotz des Abschlusses mit Bestnote wurde er zunächst nicht ins Ensemble übernommen. Stattdessen wurde er 1986 jüngster Erster Tänzer beim Klassischen Ballett Moskau. Nachdem er sich einige Auszeichnungen ertanzt hatte, engagierte man ihn beim Bolschoi-Theater doch.

Von einer USA-Tournee kehrte er 1992 nicht mehr heim. Er erhielt ein attraktives Engagement beim Wiener Staatsoper-Ballett sowie die österreichische Staatsangehörigkeit. In den folgenden Jahren arbeitete er unter anderem beim National Ballet of Canada (1994), dem Stuttgarter Ballett sowie beim American Ballet Theatre an der Metropolitan Oper in New York City (1995). Kritiker verglichen ihn mit Nurejew, die New York Times nannte ihn einen "Jahrhunderttänzer".[2]

2002 wurde er zum Ballettdirektor der Staatsoper Berlin berufen und ist seit 2004 künstlerischer Leiter und Ballett-Intendant am Staatsballett Berlin. Trotz einiger gesundheitlicher Beschwerden[2] tanzt er weiterhin selbst in seinem Ensemble.

„In der Regel kann ich Schmerzen sehr gut erdulden, als Tänzer hat man eh ständig welche. Die Hebefiguren quälen den Rücken und Nacken. Die Füße sind oft wund, die Arme verkrampft, der Körper ist gezeichnet von Blutergüssen, Prellungen und Schwielen.“

Vladimir Malakhov: Interview der Süddeutschen Zeitung, 18. August 2007

Nach der ungeschriebenen Regel in Russland, sagt er selbst,[2] habe man nach dem Examen mit 18 Jahren zwanzig Jahre als Tänzer, dann folge die Zwangspension. Er macht weiter.

In der Ballett-Uraufführung vom 20. Juni 2009, Das Flammende Herz, nach der Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy und choreographiert von Patrice Bart tanzte er die Rolle des Percy Shelley an der Staatsoper Berlin mit der Partnerin Polina Semionowa, die den Part der Mary Shelley tanzte.

Choreografien

  • 1999: Die Bajadere (für das Ballett der Wiener Staatsoper)
  • 2001: Verdi-Ballett: Ein Maskenball (für das Ballett der Wiener Staatsoper)

Preise und Auszeichnungen

  • 1986: Internationaler Ballettwettbewerb Warna (Grand Prix Junioren)
  • 1989: Internationaler Ballettwettbewerb Moskau (Goldmedaille, Serge-Lifar-Preis)
  • 1990: Internationaler Ballettwettbewerb Jackson (Bronzemedaille Senioren)
  • Ehrenbürgerschaft der Stadt Kiew
  • Ehrenprofessur der Ukrainischen Universität für Choreografie
  • 2002: Nijinsky-Preis
  • 2003: Kulturpreis der Stadt Berlin
  • 2004: Preis "Benois Prix de la Dance"
  • Puschkin-Medaille

Literatur

  • Christiane Theobald: Inside: Das Staatsbalett Berlin und Vladimir Malakhov. Schott Music Verlag, 2008, ISBN 978-3-7957-0195-6.
  • Dieter Blum: Vladimir Malakhov. Verlag h.f.ullmann, 2009, ISBN 978-3-8331-5417-1.
  • Jan Stanisław Witkiewicz: Vladimir Malakhov. Rozmowa z tancerzem stulecia, Wydawnictwo Iskry, Warszawa 2008, ISBN 978-83-244-0081-2
  • Jan Stanisław Witkiewicz: >Als Tänzer ist man nie am Ziel< Vladmir Malakhov im Gespräch mit Jan Stanisław Witkiewicz, Schott Music Verlag, Mainz 2009, ISBN 978-3-7957-0681-4

Film

Weblinks

Einzelnachweise