Wolfgang Hefermehl

Wolfgang Hefermehl (* 18. September 1906 in Berlin; † 29. Oktober 2001 in Heidelberg) war ein deutscher Jurist, Professor an der Universität Heidelberg und einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Wirtschaftsrechts des 20. Jahrhunderts.

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Werdegang

Der Sohn eines Landgerichtspräsidenten besuchte das Internatsgymnasium Schulpforta und nahm nach dem Abitur an der Universität Berlin ein Studium der Rechtswissenschaft auf. 1934 beendete er seine juristische Ausbildung mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung. Anschließend trat Hefermehl als „Einserjurist“ in den preußischen Justizdienst ein, wo er bis 1945 zum Oberlandesgerichtsrat aufstieg. Bis 1945 war er an das Reichsjustizministerium abgeordnet. Dort war er als Mitarbeiter von Ernst Geßler als „Referent für die Gesetzgebung zur Verwaltung des Feindvermögens“ tätig. 1944 wurde Hefermehl an der Universität Berlin mit der Untersuchung „Die feindvermögensrechtlichen Verfügungsbeschränkungen“ bei Wolfgang Siebert zum Dr. iur. promoviert.

Nach Kriegsende war Hefermehl unter falschem Namen in Hamburg Mitarbeiter bei dem damals schon bedeutenden Rechtsanwalt Philipp Möhring in dessen Kanzlei tätig. Nach einer Anzeige 1947 oder 1948 wurde er festgenommen und einem Entnazifizierungsverfahren unterzogen, welches zu seiner Rehabilitation führte. Hiernach arbeitete er als Repetitor in Münster. 1953 habilitierte er sich an der Universität zu Köln bei Hans Carl Nipperdey. Nach einer Vertretungsprofessur an der Universität Heidelberg nahm Hefermehl 1956 einen Ruf an die Wirtschaftshochschule Mannheim an. 1959 wechselte er an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster und 1961 an die Universität Heidelberg, wo er bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Arbeitsrecht, Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht innehatte.

Würdigungen

Hefermehl wurde 1983 die Ehrendoktorwürde der Juristischen Fakultät der Universität Salzburg verliehen. Posthum wurden Wirken und Werk Hefermehls im Dezember 2001 mit der Großen Universitätsmedaille der Universität Heidelberg gewürdigt.[1]

Literatur

  • Werner Knopp: Wolfgang Hefermehl. In: Juristen im Portrait. Verlag und Autoren in 4 Jahrzehnten. Verlag C.H. Beck, München 1988, S. 396–405, ISBN 3-406-33196-3
  • Peter Ulmer: Wolfgang Hefermehl. In: Stefan Grundmann, Karl Riesenhuber (Hrsg.), Deutschsprachige Zivilrechtslehrer in Berichten ihrer Schüler. Eine Ideengeschichte in Einzeldarstellungen, Band 1, Berlin 2007, S. 238-259.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.uni-heidelberg.de/presse/news/2112hefermehl.html