Wolfgang Radlegger

Wolfgang Radlegger (* 6. Mai 1947 in Grödig, Salzburg) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ).

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Leben

Im Alter von drei Jahren zog Wolfgang Radlegger 1950 mit seinen Eltern nach Argentinien, wo er bis 1955 eine Privatschule in Buenos Aires besuchte. Nach zwei weiteren Jahren Volksschulbesuch in Grödig absolvierte er bis 1965 ein Bundesrealgymnasium in Salzburg. Nach der Matura studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg und arbeitete danach bis 1968 als Angestellter beim Magistrat der Landeshauptstadt Salzburg.

1969 wurde er zum Fraktionsssekretär seiner Partei, der SPÖ, im Salzburger Landtag gewählt. 1974 folgte die Wahl zum Landesparteisekretär.

Sein erstes politisches Mandat bekleidete Radlegger ab Januar 1978, als er für die SPÖ Mitglied des Bundesrats in Wien wurde. Sein Werdegang auf bundespolitischer Ebene dauerte jedoch nur knapp eineinhalb Jahre, bereits im Mai 1979 schied er aus der zweiten österreichischen Parlamentskammer aus.

Im Mai 1979 berief ihn Landeshauptmann Wilfried Haslauer senior in die Salzburger Landesregierung, in der Radlegger die Agenden Hoch- und Wohnbau übernahm. Im September 1984, ebenfalls unter Haslauer, wurde Radlegger Landeshauptmann-Stellvertreter. Im selben Jahr wurde er zum SPÖ-Landesparteivorsitzenden gewählt, ebenso als Mitglied in den Bundesparteivorsitz.

Ende August 1989 gab Radlegger seinen Rücktritt von allen politischen Funktionen bekannt. Er begründete seinen Schritt mit der Tatsache, dass er gut mit Bernd Schiedek befreundet war.[1]Dieser war Angeklagter im so genannten WEB-Prozess. Die WEB-Bautreuhand-IMMAG hatte in den 1970er und 1980er Jahre Anlageprodukte, vergleichbar mit einem Schneeballsystem, verkauft, die jedoch kaum Gewinn versprachen. Verbindungen zu Banken und zur Politik trugen dazu bei, dass die WEB-Bautreuhand-IMMAG, obwohl bereits 1983 zahlungsunfähig, noch sechs weitere Jahre arbeiten konnte. Insgesamt gab es 25.000 Geschädigte in ganz Österreich und einen finanziellen Schaden in der Höhe von 2,1 Milliarden Schilling.[2] Als Wohnbaulandesrat hätte Radlegger davon wissen müssen.

Nach der Politik wechselte Radlegger 1990 in den Aufsichtsrat der Wüstenrot Bausparkasse. Später wurde er Generaldirektor, bis er 2003 zum Geschäftsführer aufstieg. Seit 2005 ist er Obmann-Stellvertreter der Sparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Salzburg; auch sitzt er seit 2007 im Aufsichtsrat der BAWAG P.S.K..

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. "Glaube nicht, dass Faymann Qualifikation zum Kanzler hat"
  2. Harte Strafen für WEB-Bosse
  3. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952

Weblinks