Xaver Strauß

Xaver Strauß, auch Strauss, (* 29. Mai 1910 in Velburg; † unbekannt) war deutscher SS-Hauptsturmführer (1941) und als Verwaltungsführer Leiter der Standortverwaltung im KZ Mauthausen.

Leben

Strauß war seit 1933 Mitglied der SS (Mitgliedsnr. 161.264)[1] und gehörte ab 1937 der NSDAP an. Nach Einsätzen in Konzentrationslagern wurde er von der Standortverwaltung des KZ Flossenbürg im Mai 1940 ins KZ Mauthausen versetzt. Dort leitete Strauß von Dezember 1940 bis Anfang Mai 1945 mit einer Unterbrechung die Standortverwaltung. Zwischen Anfang September 1942 und Mitte Februar 1943 diente Strauß im Rahmen einer „Frontbewährung“ beim II./SS-Infanterieregiment 10 an der Ostfront.[2]

Die Aufgaben von Strauß im Verwaltungsbereich umfassten die Beschaffung und Verteilung von Lebensmitteln, Kleidung und Bedarfsmitteln in den Konzentrationslagern. Strauß war daher mitverantwortlich für die inhumanen Lebensbedingungen der KZ-Häftlinge im KZ Mauthausen.

Nach Kriegsende wurde Strauß festgenommen. Am 7. August 1947 wurde Strauß mit elf weiteren Angeklagten in einem Nebenprozess zum Mauthausen-Hauptprozess, der im Rahmen der Dachauer Prozesse stattfand, aufgrund der Anklage von Kriegsverbrechen vor ein amerikanisches Militärgericht gestellt. Ihm wurde zur Last gelegt, KZ-Häftlinge misshandelt und an Exekutionen teilgenommen zu haben. Strauß gab zu seiner Verteidigung an, dass er sich um eine gute Versorgungslage für die Häftlinge bemüht und nicht an Exekutionen oder Misshandlungen von Häftlingen teilgenommen habe. Am 25. August 1947 wurde er durch das amerikanische Militärgericht zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.[2] Das Urteil wurde jedoch später reduziert. Strauß war im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg inhaftiert und wurde am 25. Oktober 1954 aus der Haft nach Weiden entlassen.[3] Über seinen weiteren Lebensweg ist nichts bekannt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Xaver Strauss auf www.dws-xip.pl
  2. a b United States vs. Otto Bernhardt et. Al. – Case 000-50-5-18
  3. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 607.