Yehudi Menuhin

Yehudi Menuhin (links) mit Paulo Coelho, 1999
Unterschrift von Yehudi Menuhin

Yehudi Menuhin, Baron Menuhin of Stoke d’Abernon, OM, KBE (* 22. April 1916 in New York City; † 12. März 1999 in Berlin) war ein US-amerikanischer (von Geburt), später schweizerischer (seit 1970) und britischer (seit 1985) Violinist und Dirigent. Er gehörte zu den größten Geigenvirtuosen des 20. Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Yehudi Menuhin 1931 (rechts) mit Bruno Walter (links)

Menuhin wuchs in San Francisco auf. Seine Eltern jüdischen Glaubens, Moshe und Marutha, Nachfahren chassidischer Rabbiner, stammten aus Homel in Weißrussland. Sie hatten ihre Jugend in Palästina verbracht und waren unabhängig voneinander nach Amerika gekommen. Kurz nach der Ankunft änderte der Vater seinen Familiennamen von Mnuchin in Menuhin. Moshe und Marutha heirateten in New York und hatten drei Kinder: den Sohn Yehudi, auf deutsch Judäer, Jude – den Vornamen hatte die Mutter aus Trotz gegen eine antisemitische Bemerkung eines Vermieters gewählt – und die beiden Töchter Hephzibah (1920–1981) und Yaltah (1921–2001).

Bereits 1925 gab Menuhin sein erstes Solokonzert, weitere folgten 1926 in New York. 1927 zog er mit seiner Familie nach Paris, um fortan auf europäischen Bühnen zu wirken, dort besonders von der Fachwelt beachtet. Menuhin erreichte schließlich als Zwölfjähriger seinen Durchbruch am Abend des 12. April 1929 mit dem „Konzert der drei B“ (Johann Sebastian Bachs Violinkonzert E-Dur, Brahms' Violinkonzert und Beethovens Violinkonzert) und den Berliner Philharmonikern unter Bruno Walter in der Berliner Philharmonie.

Seine Karriere als Konzertviolinist führte Menuhin anschließend um die ganze Welt. 1963 gründete er, unzufrieden mit dem Standard des Violinunterrichts in Großbritannien, eine eigene Violinschule in London (heute in Stoke d’Abernon). Neben seiner Konzerttätigkeit und späteren Arbeit als Dirigent (ab 1982 Chefdirigent des Royal Philharmonic Orchestra) hatte er stets auch ein Herz für die Bedürftigen der Welt. Da ihm gleichzeitig auch die Förderung junger, talentierter Künstler am Herzen lag, verband er diese beiden Anliegen 1977 mit der Gründung seiner gemeinnützigen Organisation Live Music Now in England. Die Musiker erhalten die Gelegenheit, sich in der Kunst des Vortragens zu üben und den Kontakt zum Publikum zu finden. Die Mitglieder von Live Music Now organisieren eintrittsfreie Konzerte in sozialen Einrichtungen, deren Bewohner keine Konzerte besuchen können (Altenheime, Krankenhäuser, Behindertenheime, Gefängnisse etc.). In Deutschland ist die Organisation mittlerweile in 16 Städten aktiv.

Zur Förderung des Geiger-Nachwuchses rief er 1983 den Wettbewerb „Yehudi Menuhin International Competition for Young Violinists“, meist abgekürzt zu „Menuhin Competition“, ins Leben. Er findet jährlich in verschiedenen europäischen Städten statt; die Teilnehmer dürfen nicht älter als 22 Jahre sein. Viele machten inzwischen international Karriere, dazu gehören Tasmin Little, Nikolaj Znaider und Julia Fischer.

1999 gründete Yehudi Menuhin neben der internationalen die Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland. Die Arbeit der Stiftung trägt dazu bei, dass Kinder – insbesondere in sozialen Brennpunkten – in ihrer Kreativität gefördert, in ihrer Ausdrucksfähigkeit und ihrer Persönlichkeit gestärkt und in ihrer sozialen Kompetenz unterstützt werden. Das Hauptprojekt der Yehudi-Menuhin-Stiftung ist MUS-E, das künstlerische Programm für Schulen. Einmal pro Woche bestreiten Künstler aus Theater, Tanz, Musik und bildender Kunst zwei Schulstunden im Kernbereich des Unterrichts unter Mitwirkung der Lehrer. MUS-E eröffnet Kindern den Zugang zu Kunst und macht erfahrbar, dass Vielfalt von Individualität und kultureller Herkunft jede Gemeinschaft bereichert. Europaweit engagieren sich 500 Künstler, fünfzig Koordinatoren (unter Mitwirkung von 1000 Lehrern) und viele hundert ehrenamtlich aktive Menschen für MUS-E.

Am 25. Januar 2011 wurde bekannt, dass der Stiftungsvorstand Insolvenz anmelden musste, nachdem die Bezirksregierung Düsseldorf Ausgaben der Stiftung als nicht prüfungsfähig angesehen hatte und daraufhin weitere Fördermittel nicht frei gab.[1] Hiervon sind unter anderem auch die MUS-E-Projekte betroffen.[2]

Kurz vor seinem Tode wurde 1999 unter seiner Schirmherrschaft der Verein Il canto del mondo – Internationales Netzwerk zur Förderung der Alltagskultur des Singens e. V. – gegründet. Er verfasste als Schirmherr den Text „Zur Bedeutung des Singens“, in dem er das Singen als die eigentliche Muttersprache des Menschen preist.[3]

Yehudi Menuhin war es wichtig, dass sich die Menschen an Musik erfreuen, da er die Auswirkung gemäß seinem Ausspruch sah: „Einige sagen, man könne ohne Musik, ohne Theater, ohne Gedichte, ohne Literatur leben. Aber das ist nicht so. Ich sage immer, von einer Musikschule kommen gewöhnlich keine Kriminellen.“ (Yehudi Menuhin, Rastede/1996). Menuhin praktizierte Yoga bei Iyengar.

Familie

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Verheiratet war Menuhin in zweiter Ehe (19. Oktober 1947 in London) mit der Primaballerina Diana Gould (* 12. November 1912; † 25. Januar 2003). Lady Menuhin hatte 1947 bereits das Tanzen aufgegeben und spielte am Theater. Sie war bei der Hochzeit 35 Jahre alt und blieb die Liebe seines Lebens. Bei seiner ersten Ehe waren Yehudi 21 und Nola 19 Jahre alt. Nola war sehr sportlich, schwamm, spielte Tennis und fuhr einen weißen Jaguar als sie sich kennenlernten. Die Ehe wurde 1947 einvernehmlich geschieden.

Yehudi Menuhin hatte vier Kinder: Zamira *1939 und Krov *1940 mit seiner ersten Frau Nola Nicholas (der Tochter eines australischen Industriellen, 1938–1947) sowie die zwei Söhne Gerard *23.Juli 1948 und Jeremy *2. November 1951 mit seiner zweiten Frau Diana Gould. Jeremy ist der einzige Musiker der Familie.[4] Die Söhne wuchsen mit Kindermädchen auf. Allein 1950 bereisten Yehudi and Diana 5 Kontinente in 5 Monaten, nahmen 75 verschiedene Flüge und Yehuhi spielte bei 147 Konzerten.

Yehudi Menuhins Vater Moshe Menuhin war ein bekennender jüdischer Antizionist. Seine ideologische Heimat wurde nach dem 2. Weltkrieg die "Deutsche National- und Soldaten-Zeitung" des DVU-Gründers Gerhard Frey (Politiker). Zwei Jahre lang war Moshe Menuhin Leiter des kulturpolitischen Ressorts der rechtsradikalen Zeitschrift gewesen[5].

Der persönliche Nachlass der Menuhins wurde im Mai 2004 im Londoner Auktionshaus Sotheby’s versteigert.

Preise, Ehrungen

1968 erhielt er einen Grammy für die beste Kammermusik-Darbietung (zusammen mit Ravi Shankar).

1970 wurde Menuhin in der Schweiz in Grenchen (Kanton Solothurn) eingebürgert. Kurze Zeit später erhielt er in seinem Schweizer Wohnort Gstaad (Kanton Bern) das Ehrenbürgerrecht. Sowohl Gerard wie Jeremy Menuhin sind auch Schweizer Staatsbürger.

1972 wurde Menuhin mit dem Léonie-Sonning-Musikpreis ausgezeichnet. 1979 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1982 den Lessing-Ring, den Kulturpreis der deutschen Freimaurer, 1990 den Glenn-Gould-Preis. Im März 1997 wurde er mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, im selben Jahr wurde ihm die Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) in Berlin verliehen.

1984 Verleihung des Ernst von Siemens Musikpreises.

1985 nahm Menuhin die britische Staatsbürgerschaft an. Für seine Verdienste um die Musik wurde er im selben Jahr in den Ritterstand erhoben. 1993 schließlich erhob man ihn zu einem Life Peer als Baron Menuhin, of Stoke d'Abernon.[6]

1990 wurde er mit dem Brahms-Preis der in Heide ansässigen Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein ausgezeichnet.[7]

1992 wurde er mit dem Musikpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet.

1996 wurde er in Berlin auf Vorschlag von Staatsopernintendant Prof. Dr. Hans Pischner zum ordentlichen Ehrenmitglied des Kuratoriums der Internationalen Gesellschaft zur Förderung junger Bühnenkünstler „BühnenReif e.V.“ (ISSA), der heutigen „Europäischen Kulturwerkstatt e.V.“ berufen.

Menuhin war Ehrenvorsitzender des Kuratoriums des Institutes für kulturelle Infrastruktur Sachsen in Görlitz.

Musikalische Entwicklung

Menuhin bekam mit vier Jahren eine blecherne Spielzeug-Geige, die er jedoch wütend zertrampelte, als er die ersten Töne hörte. Mit Unterstützung der Großmutter kaufte die Familie daraufhin für 400 Dollar eine echte Geige. Ersten Unterricht erhielt er bei dem österreichischen Geiger Sigmund Anker, der in San Francisco eine Violinschule betrieb.[8] Nach mehreren Versuchen wurde der Junge im Alter von sechs Jahren von Louis Persinger als Schüler aufgenommen, der seit 1923 Konzertmeister des San Francisco Symphony Orchestra ist. Am 29. Februar 1924, tritt der Siebenjährige im Rahmen eines Konzertes des San Francisco Symphony Orchestra auf. Am Klavier begleitet von seinem Lehrer Persinger, trägt er Louis de Bériots "Scène de ballet" und als Zugabe Pablo de Sarasates "Zigeunerweisen" vor und erntet wiederum vielversprechende Kritiken. Louis Persingers zieht im Winter 1925/26 nach New York und die Menuhins folgen ihm, um den wertvollen Unterricht nicht zu verlieren. In New York erhält Yehudi erstmals auch theoretischen Musikunterricht am Institute of Musical Art, der späteren renommierten Juilliard School.

Zu seinem Yorker Debüt am 17. Januar 1926 im Manhattan Opera House schenkt sein Mäzen Sidney Ehrmann dem jungen Künstler seine erste wertvolle Geige, eine Siebenachtelgeige des Mailänder Instrumentenbauers Giovanni Grancino von 1696.

Auf Persingers Rat entschieden sich die Menuhins, unterstützt von Sidney Ehrman, 1926 nach Paris zu reisen, um bei Persingers altem Lehrer Eugène Ysaÿe weiter zu studieren. Als der zehnjährige Wunderknabe 1926 Eugène Ysaye vorgestellt wurde, bewältigte er zwar die enormen Kniffligkeiten der "Symphonie espagnole" von Edouard Lalo mit mühelos scheinender Geläufigkeit. Er fiel aber kläglich durch, als Ysaye - "Das hatte ich mir gedacht!" - von ihm eine einfache Akkord-Zerlegung über alle Saiten und Grifflagen verlangte: eine Aufgabe aus dem Violin-Elementarunterricht. Noch im Alter erzählte Menuhin amüsiert, wie Ysaÿe ihn aufforderte, einen A-Dur-Dreiklang über mehrere Oktaven zu spielen. Er konnte es nicht: Etüden hatte er nie gespielt, sie waren für ihn keine Musik. Nachdem die Begegnung mit dem 68-jährigen Ysaÿe wenig erfreulich verlaufen war, setzte Menuhin seinen Wunsch durch, bei George Enescu zu studieren.

Als Folge dieses Ereignisses bemühte sich Menuhin beharrlich, bei George Enescu vorspielen zu dürfen. Dieser willigte ein und entschied sich, Menuhin für ein Jahr zu unterrichten. Bevor der Unterricht richtig beginnen kann, ging der neu gewonnene Lehrer jedoch erst einmal auf Konzertreise. Yehudi begibt sich in der Zwischenzeit daran, auch das Pariser Publikum zu erobern. Sein französisches Debüt - mit einer wiederum von "Onkel Sydney" gestifteten neuen, diesmal original großen Grancino-Geige - am 6. Februar 1927, begleitet vom Orchestre Lamoureux unter der Leitung von Paul Paray mit Lalos Symphonie espagnole fügt seiner jungen Karriereleiter eine weitere Sprosse hinzu. Ein weiterer Auftritt mit denselben Musikern und Tschaikowskys Violinkonzert am 12. Februar kann trotz oder gerade wegen eines unglücklichen Zwischenfalls diesen Erfolg noch steigern: während des Konzertes reißt die E-Saite der neuen Geige und muss vom Konzertmeister repariert werden, bevor das Werk beendet werden kann. Yehudis besonnen-beherrschte Haltung in dieser Situation beeindruckt Musiker und Publikum gleichermaßen.

Nach Enescos Rückkehr beginnt die für Yehudi aufregende Unterrichtszeit mit dem inspirierenden Lehrer. Im Sommer reist die ganze Familie mit Sack und Pack in Enescos rumänisches Ferienidyll Sinaia, wo der Unterricht fortgesetzt wird und Yehudi mit Zigeunermusik Bekanntschaft macht. Nach einem unbeschwerten Sommer, forderte ihn Enescu auf, bei Adolf Busch weiter zu studieren, weil er sonst „fast zu viel Zigeuner“ würde. Menuhin sollte die „deutsche Schule“ durchlaufen. [9] 1929 gab er sein Debüt in Berlin mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Bruno Walter, mit denen er Bach, Beethoven and Brahms Concertos spielte. Im gleichen Jahr debütierte in der Queen’s Hall mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Fritz Busch.

Als Zwölfjähriger bekam als Geburtstagsgeschenk von dem fast blinden Bankier und großzügigen Mäzen Henry Goldman eine wertvolle Stradivari-Violine, die „Prinz Khevenhüller“, die bereits damals 60.000 $ kostete, aus dem Besitz von Emil Herrmann,[10] die ihn seitdem durch die Konzertsäle der Welt begleitete. Das 1733 gebaute Instrument stammt aus der größten Zeit des italienischen Geigenbauers: Jascha Heifetz spielt eine Stradivari Geige von 1731, die Stradivaris von Ysaye und Adolf Busch sind aus dem Jahre 1732 datiert; ebenso wie Menuhins "Khevenhüller" trägt auch Bronislaw Hubermans Stradivari das Jahresdatum 1733, und Fritz Kreislers Stradivari-Geige ist 1734 entstanden.

Im Sommer 1930 studierte er bei Adolf Busch. Busch hatte Hubert Giesen als Menuhins persönlichen Pianisten für das „Wunderkind" engagiert und aus Stuttgart nach Basel geholt – mit einem großzügig dotierten Vertrag über 24.000 Mark Jahresgehalt. In seinen Memoiren schildert Giesen, der von Menuhin "Hubsie" genannt wurde, ihren Tagesablauf. Giesens Arbeit begann um acht Uhr morgens. Bis zwölf Uhr musste er im Musikzimmer den Klavierpart jener Stücke üben, in denen er Yehudi begleitete. Dieser arbeitete seinerseits in seinem Zimmer an der Geigenstimme. Am Nachmittag kam man zusammen. Yehudis Eltern engagierten einen Deutschlehrer und eine Italienischlehrerin aus Mailand. Nach einigen Monaten verlangte Busch, dass Yehudi und Giesen täglich eine Stunde „Kammermusik vom Blatt“ spielten.[11] Mit Giesen, wie mit seinem Nachfolger als Menuhin-Begleiter, dem polnischen Pianisten Artur Balsam, sprach Yehudi bald Deutsch. Anfang 1930 starteten sie zu einer großen Amerikatournee. Fast acht Monate war er mit Vater Moshe und Hubsie unterwegs, bevor er im Spätsommer nach Basel zurückkehrte. Adolf Busch gab ihm den letzten geigerischen Schliff, ehe Yehudi erneut auf Tournee ging und im Winter 1931 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten zurückkehrte. Der Busch-Gesellschaft schrieb er 1966 aus London ins Stammbuch: „Durch Adolf Busch habe ich das tiefe Erbe der deutschen Musik kennengelernt".

1932 spielt er in der Royal Albert Hall, London mit dem LSO unter der Leitung von Sir Thomas Beecham, gefolgt von dem Violinkonzert Edward Elgars, das der Komponist selbst dirigiert.

Nachdem er 1935 eine Welttournee mit 110 Konzerten in 72 Städten in Australien, Neuseeland, Südafrika und Europa beendet hatte, nahm er eine Auszeit von 1 ½ Jahren in Los Gatos, Kalifornien.

Jahre später brach das Wunderkind-Phänomen in sich zusammen, seine prophetische Warnung hatte sich bewahrheitet. Menuhin konnte nicht mehr spielen. Später fand er erneut, und wie behauptet wird, den bewussten Zugang zu seinem Instrument. Seelische Verletzungen blieben zurück. Um ein unkritisches Publikum zu haben, spielte er die ersten öffentlichen Konzerte nach seinem Zusammenbruch vor Frontsoldaten im Zweiten Weltkrieg.

Nach dem Krieg spielte er weiterhin Violinkonzerte. Diese, so wurde von Kritikern bemängelt, hatten angeblich meistens durchschnittliche Qualität, eben „gelernte“ Qualität. Nur einige Passagen – manche Zugaben zum Beispiel – hatten die atemberaubende Qualität des intuitiven Könnens, des einstigen Genies. Es gibt allerdings Aufnahmen, die das widerlegen.

Nach mehr als zwanzig Jahren solistischer Karriere beschreitet Yehudi Menuhin im April 1946 erstmals neue künstlerische Wege. Durch die Zusammenarbeit mit dem ungarischen Dirigenten Antal Dorati, Leiter des wenige Monate zuvor gegründeten Dallas Symphony Orchestra, entsteht zu Beginn des Jahres 1946 nicht nur denkwürdige Aufnahme von Bartóks Violinkonzert Nr. 2, sondern die Welt erlebt am 6. April auch erstmals Yehudi Menuhin während einer Rundfunksendung als Dirigenten.

Filme

Menuhin wirkte in dem Spielfilm Sabine und die hundert Männer aus dem Jahre 1960 mit (Regie: William Thiele, mit Sabine Sinjen, Dieter Borsche und Dietmar Schönherr).

  • Zauberkonzert (Original „Concert Magic“) Produzent Paul Gordon, USA, 1947/48; Premiere im Stagedoor Theatre in San Francisco. (50 Jahre später sehen sich Menuhin und Humphrey Burton diesen Film gemeinsam an und kommentieren Auswahl und Spielweise in „Yehudi Menuhin in Hollywood“ (Deutschland, 2006, 52 Min., RBB, Regie: Günter Atteln))
  • The Violin of the Century, Bruno Monsaingeon

Literatur

Eigene Werke

  • Die Violine – Kulturgeschichte eines Instruments, Metzler/Bärenreiter, 1996, ISBN 3-476-01506-8
  • Kunst und Wissenschaft als verwandte Begriffe: Versuch einer vergleichenden Anatomie ihrer Erscheinungsweisen in verschiedenen Bereichen menschlichen Strebens, 1979, Suhrkamp, Frankfurt
  • Ich bin fasziniert von allem Menschlichem (Conversations with Menuhin), 1979, ISBN 3-492-18259-3 und ISBN 3-7957-8259-7
  • Konzertprobe mit Yehudi Menuhin und der Camerata Lysy – Gstaad, ISBN 3-258-03575-X
  • Kunst als Hoffnung für die Menschheit, 1986
  • Lebensschule, 1987
  • Sechs Violinstunden, Illustriertes Lehrbuch mit Notenbeispielen, Müller Rüschlikon, 1971, ISBN 3-275-00522-7
  • Unvollendete Reise, Autobiographie Teil 1, 1976
  • Unterwegs, Erinnerungen 1976–1995 (Memoiren Teil 2), Piper
  • Unfinished Journey, Futura, 1978. Verlag: Random House Inc (T) (March 1979) ISBN 978-0-3944-1051-7
  • Variationen, Betrachtungen zu Musik und Zeit, Piper, 1972
  • Violine und Viola (Coautor William Primrose), Yehudi Menuhins Musikführer, Fischer, 1978
  • Worte wie Klang in der Stille, Thematisch gegliederter Aphorismen- und Maximenband, Herder, 1993, ISBN 3-451-23256-1
  • Yehudi Menuhin lesen und hören, ZEIT Klassik-Edition, ISBN 3-476-02201-3

Werke über Yehudi Menuhin

  • Große Geiger, Harald Eggebrecht, ISBN 3-492-04264-3
  • Große Geiger unseres Jahrhunderts, Albrecht Röseler, Norbert Hornig, ISBN 3-492-22375-3
  • Große Geiger unserer Zeit, Joachim W. Hartnack, ISBN 3-254-00171-0
  • Hommage à Yehudi Menuhin (Festschrift zum 70. Geburtstag), 1986, Nomos Verlagsgesellschaft, ISBN 3-7890-1278-5
  • Gstaad und die Menuhins (Hrsg. vom Menuhin Festival Gstaad in Zusammenarbeit mit dem Menuhin Center Saanen), 2006, Verlag Benteli Bern, ISBN 3-7165-1446-2
  • ZEIT Klassik-Edition. 20 große Interpreten in 20 Bänden. Band 1: Yehudi Menuhin. Hamburg: Zeitverlag Gerd Bucerius, 2006 (mit einer CD Menuhin spielt Brahms, Beethoven, Bruch. Violinkonzerte). ISBN 3-476-02201-3
  • Allegro con Spirito Festival Yehudi Menuhin Gstaad, 1988 von Dan u. Marta Rubinstein, (Hrsg. Edidtion Eden Verlag, Zürich) ISBN 3-905492-01-6
  • * Humphrey Burton: Menuhin: A Life. übersetzt von Harald Stadler, dt. Titel: Menuhin: Die Biographie. Verlag: Piper Taschenbuch (März 2004), ISBN 3-492-04239-2.
  • Moshe Menuhin: The Menuhin Saga. Verlag: Sidgwick and Jackson, 1984. ISBN 978-0-2839-8947-6
  • Robert Magidoff: Yehudi Menuhin, Mensch und Musiker. Verlag: Herbig Verlag; 1. Aufl. (Dezember 1982) ISBN 978-3-7766-1002-4

Einzelnachweise

  1. Yehudi-Menuhin-Stiftung Deutschland meldet Insolvenz an – Fördergelder nicht freigegeben, abgerufen am 14. Juli 2012
  2. Menuhin-Stiftung insolvent: MUS-E-Projekte stehen vor dem Aus, abgerufen am 14. Juli 2012
  3. Zur Bedeutung des Singens, abgerufen am 14. Juli 2012
  4. Jeremy Menuhin
  5. Vgl. "Neonazi-Gesinnung: Yehudi-Menuhin-Stiftung trennt sich von Vorstand", SPIEGEL-Online, 12. November 2005
  6. The Yehudi Menuhin School in Stoke d’Abernon, Surrey
  7. brahmspreis
  8. Die Zeit Klassik Edition – 20 große Interpreten in 20 Bänden; Band 1 – Yehudi Menuhin, Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, Hamburg, Seite 11
  9. Sigfried Schibli: Spurensuche – Vom Zigeuner zum Klassiker
  10. Emil Hermann: Geschichte und Beschreibung von zwei Meisterwerke des Antonius Stradivarius bekannt als die"König Maximilian" aus dem Jahre 1709 und die"Prinz Khevenhüller" aus dem Jahre 1733 im Besitz von Emil Herrmann.
  11. [Am Flügel Hubert Giesen. Meine Lebenserinnerungen] Verlag: Fischer S. Verlag GmbH, 1982 ISBN 978-3-1002-5401-6

Weblinks

 Commons: Yehudi Menuhin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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