Zeiselmauer-Cannabiaca

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Kastell Zeiselmauer
Alternativname Cannabiaca
Limes Noricum
Abschnitt Strecke 1
Datierung (Belegung) spätflavisch um 80
bis 400 n. Chr.
Typ Alen- und Kohortenkastell
Einheit a) Vexillationen der
legio X Gemina und
legio II Italica,
b) cohors I Asturum ?
c) cohors V Breucorium,
d) cohors II Thracum equitata pia fidelis
e) limitanei/ripenses ?
Größe 150 × 135 m = ca. 2,2 ha
Bauweise a) Holz-Erde-Kastell

b) Steinkastell

Erhaltungszustand
quadratische Anlage mit abgerundeten Ecken
umgeben von einem Graben,
umfangreiche Adaptierungen in der Spätantike,

Fundamente der Principia, eines südlichen Hufeisen-
und des SW-Fächerturmes,
Teile der südlichen Lagerumwehrung. Baudenkmäler:
Ruine des „Burgus und des NO-Fächerturmes,
Ost- oder Kastentor, ehemalige Porta principalis dextra, fast vollständig erhalten.

Ort Zeiselmauer-Wolfpassing
Geographische Lage 48° 19′ 44,3″ N, 16° 10′ 37,5″ O48.32896666666716.177097222222Koordinaten: 48° 19′ 44,3″ N, 16° 10′ 37,5″ O
Vorhergehend Kastell Comagena (westlich)
Anschließend Kastell Klosterneuburg (östlich)

Zeiselmauer-Cannabiaca, war Bestandteil der Festungskette des römischen Donaulimes in Österreich und liegt im Bundesland Niederösterreich, Bezirk Tulln, Gemeinde Zeiselmauer/Ortsteil Zeiselmauer-Wolfpassing. Es zählt zu den am besten erforschten Auxiliarkastellen in Österreich, war abwechselnd mit Infanterie- bzw. Reitereinheiten belegt, Bestandteil eines Sicherungsgürtels für die Kastellkette in Oberpannonien und in weiter Folge auch östlicher Flankenschutz für das benachbarte Kastell Comagena/ Tulln. Der Legende nach war es auch der Geburtsort eines im Christentum verehrten Heiligen, Florian.

Inhaltsverzeichnis

Name

Limes3.png

Sein antiker Name konnte diesem Kastell bis heute nicht vollkommen zweifelsfrei zugeordnet werden. Da es aber an der Ostgrenze der einstigen römischen Provinz Noricum liegt ist die Übereinstimmung mit – dem ausschließlich in der Notitia Dignitatum erwähnten – Cannabiaca sehr wahrscheinlich. Auch die Funde der Ausgrabungen auf dem Kirchplatz von Zeiselmauer in den 1990er Jahren sprechen für Cannabiaca. Die ältere Lehrmeinung, es handle sich hier um das in der Tabula Peutingeriana verzeichneten Citium[1] wurde bald wieder verworfen. Dieser Ort war vermutlich nur eine Etappenstation des kaiserlichen Kurierdienstes (cursus publicus) nahe dem heutigen Tulln.

Der Archäologe Erich Polaschek (1885–1974) führte Cannabiaca ursprünglich auf eine cohors Canafatium oder Cannefatium zurück. Da er dann jedoch in der Tabula Peutingeriana auch einen Ort namens Cannabaca finden konnte, revidierte er seine Ableitung von einer cohors Canafatium schließlich wieder. Eine weitere Deutung versuchte Polaschek auch anhand der cohors I Aelia sagittariorum, obwohl "…freilich hier kein eigentlich namengebendes Element hervorgeht". Da diese Truppe - wie die große Mehrzahl der römischen Bogenschützen – ursprünglich im Osten rekrutiert worden sein könnte, von wo übrigens auch ein ähnlicher Ortsname, Cannaba, östlich des Euphrat in der Region Osrhoene, überliefert ist, war es für Polaschek nicht abwegig, dass der Ursprung des antiken Namens von Zeiselmauers dort zu suchen ist, da "…es in seinem Grundelement keltisch ja nicht erklärt werden kann".

Der Philologe Gerhard Rasch ordnete Cannabiaca dem Keltischen Sprachkreis zu, da das suffixale -äcum vor allem als Bezeichnung für die Zugehörigkeit zu einer Sippe oder zu einer Person diente. Weiters war der der Meinung, dass der Name auch von „Canabarum vicus“ (d.i. ein Marketenderladen für das Heer) oder von can(n)aba (d.i.d. Lagerdorf) herstammen könnte. So sollten die Bewohner des Zeiselmauer Lagerdorfes zuerst als Cannabiaci und später auch ihr Ort – unter Rückanlehnung an das lat. feminine cannaba – als Cannabiaca bezeichnet worden sein.

Der Philologe Alfred Holder (1840–1916) sah in Cannabiaca wieder einen pluralischen o-Stamm zu sing. -äcon. In diesem Sinn leitete er daher Cannabiaca von lat. cannabetum, (bretonisch canabek, d.i. kymrisch canabauk, canabaca) und auch vom germ. can(n)abi-s, Lauf (oder für Canavi-acum von Canavus ?), ab. Der Historiker Eduard Böcking (1802–1870) leitete Cannabiaca von Cannabis und Joseph Aschbach (1801–1882) von Cannanefatium castra ab. Der Sprachwissenschaftler Hermann Gröhler (1862–1958) erwog sogar einen Zusammenhang mit dem lateinischen can-nabis, d.i. Hanf, dies scheint aber mehr als unwahrscheinlich zu sein.

Grabungen 1910–2005

1910–1935
Im Auftrag der k.k. Zentralkommission nahm Guido Kaschnitz im Jahre 1910 wiederum einige Untersuchungen in Zeiselmauer vor. Es handelte sich um die erste wissenschaftliche Aufnahme der oberirdisch sichtbaren Reste des Kastells. An drei Ecken des Ortes findet er “rondellartige Türme” mit fast dreieckigem Grundriss" (die Fächertürme) vor, von denen der südwestliche und nordöstliche noch gut erhalten als Wirtschaftsgebäude in Verwendung stehen. An der Nordwestseite beschreibt er ein rechteckiges Wohngebäude, dessen Ost- und Südmauer noch bis zur Dachtraufe erhalten ist (der Burgus). Im Osten erwähnt Kaschnitz ein weiteres Wohngebäude (den Körnerkasten), wo im Erdgeschoss ein Kreuzgewölbe eingezogen worden war, welches das Wappen des Urban von Trennbach (Bischof von Passau) und ein Eingangstor dessen Bogen die Jahreszahl 1581 trägt. Kaschnitz vermerkt weiters die Verwendung von Spolien (= Grabsteine in Zweitverwendung) und interpretiert den Entstehungszeitraum des Baus daher in das Mittelalter. Den römischen Ursprung dieser Mauern (Körnerkasten, Fächertürme, Burgus) erkannte er aber nicht. Die zahlreichen Grabfunde bei den Ausschachtungen für Neubauten südwestlich des Ortskernes ließen Kaschnitz auch eine Straße vermuten die er dann auch tatsächlich an mehreren Stellen freilegen konnte. Im Garten des Hauses Nitsch Nr. 72 wurde dabei ein 9–10 m breiter römischer Straßenzug entdeckt, ebenso unter Haus Zeilinger Nr. 62 und beim Haus Nr. 77. Der Verlauf dieser Straße konnte östlich der seinerzeitigen Dorfstraße Richtung Südwesten noch bis zur Bahnlinie verfolgt werden. Obwohl das Kastell noch immer nicht lokalisiert war, dauerte die Debatte darüber in der Fachwelt weiter an. Der Archäologe Erich Polaschek nahm für die aufgefundenen Mauerreste ebenfalls römischen Ursprung an. Nachrichten über derartige Funde gibt es aber erst nach dem Ersten Weltkrieg, Mitte der 1920er Jahre zu vermelden.[2] 1927 und 1930 sowie 1935 konnten durch Friedrich Wimmer und Julius Caspart im Auftrag des Niederösterreichischen Landesmuseums über 60 Gräber südlich der Eisenbahnlinie untersucht werden. Die Funde gelangten zum größten Teil auch in das o.e. Museum. Auch 1932 konnten noch einzelne Fundbergungen im Gräberfeld und in einem Brunnenschacht durchgeführt werden.[3]

1952–1969
1952 wurde bei Bauarbeiten auf der Parzelle Nr. 288 ein Körpergrab entdeckt, das mit Ziegelplatten eingefasst war. Es enthielt keine Beigaben. Zwei der Ziegelplatten waren mit dem Stempelaufdruck OFARNMAXENTIAVIN versehen.[4] 1969 wurde der Neubau der Filiale der Raiffeisenkasse am Kirchenplatz[5] in Angriff genommen. Hierbei konnte von den Archäologen eine römerzeitliche Schicht untersucht werden, die sich noch innerhalb des einstigen Kastells befand. Dabei wurden drei Zerstörungshorizonte erkannt. Auf die Holz-Erde-Phase folgten die beiden Steinbauphasen I und II. Diese Grabung des Bundesdenkmalamtes (BDA), unter der Leitung von Hannsjörg Ubl, brachte den ersten gesicherten Befund eines Kastells.

Nach Barnabás Lőrinc, einem führenden ungarischen Epigraphiker, können die Ziegelplatten mit dem Stempel des Maxentius der Zeit zwischen 351–354 n. Chr. zugeordnet werden.[6] Andere Forschungsergebnisse, welche die Ziegelstempel des Maxentius in den Provinzen Pannonia I und Valeria sowie im benachbarten Barbaricum analysierten, legen das Auftreten dieser Stempel entweder an das Ende der 50er Jahre des 4. Jahrhunderts oder in die letzten Jahre Valentinians I.[7]

1970–1976
1970 wurde die Grabungskampagne durch das BDA auf Parzelle 58[8] wieder in Angriff genommen. Dabei wurde ein in Richtung Nord-Süd verlaufender Mauerzug beobachtet. An der Parzelle 1251 wurde ein rund 12 m breiter Suchgraben angelegt. Einige Zentimeter unter dem mittelalterlichen Fundhorizont konnte ein Bodenestrich der letzten römischen Bauphase freigelegt werden. Das dabei geborgene Fundmaterial enthielt unter anderem glasierte Gefäße. Noch drei weitere Kulturschichten ließen sich weiter unten feststellen. Hier wurden die Reste eines Gebäudes und eines Brunnens ausgegraben. Die erste dieser Schichten war durch einen starken Brandhorizont geprägt, vermengt mit Rutenmaterial und lag direkt auf einer fundlosen Humusschicht.

Im Zuge der Renovierung des Kinos nahm das BDA wiederum eine genauere Untersuchung vor. Ein Suchgraben von 17,7 m Länge und 1,5 m Breite wurde in Nord-Süd Richtung angelegt.[9] Dadurch konnte die nördliche Kastellmauer bis zur Fundamentsohle freigelegt werden. Das aus Findlingen und Kalkmörtel errichtete Mauerwerk war 1,4 m breit. Im Norden konnte eine flache Berme lokalisiert werden, der Wall selbst war von zwei Spitzgräben umgeben. In den untersten Verfüllungen konnte das Fragment eines Faltenbechers und glasiertes Gebrauchsgeschirr (Terra Sigillata) geborgen werden. Spuren eines planmäßigen Abbruchs der Mauer in der Spätantike oder im Frühmittelalter konnten nicht gefunden werden. 1973 begann man mit der Restaurierung der Lagermauer. 1974 wurde der NW-Turm ausgegraben und restauriert.

1975 konnte durch Hannsjörg Ubl (BDA) im Sockelmauerwerk des Burgus ein von der cohors II Thracum gestifteter Weihealtar geborgen werden. Während dieser Ausgrabung konnte in der Brandschicht der ersten Lagerphase auch ein Amphorenverschluss aus dem 1. Jahrhundert entdeckt werden, der die von Ubl vorgenommene Chronologie noch zusätzlich bestätigte.

1980–1981
Anfang der 1980er Jahre wurde die Volksschule umgebaut; dabei fanden sich in einem neu ausgehobenen Kellerraum die noch gut erhaltenen Fundamente des Hufeisenturmes der einst an der südlichen Lagermauer stand. Bei der Generalsanierung der Pfarrkirche 1981 konnte die karolingische Vorgängerkirche ergraben werden. Mehrere Räume eines antiken Gebäudekomplex konnten dokumentiert und dieser in Folge als Principia des Kastells identifiziert werden[10]. Teile des Mauerwerkes mit Putzresten und Bodenestriche waren noch gut erhalten. Im Südteil wurde das Fahnenheiligtum ergraben und danach konserviert. Im Estrich fand sich eine steinerne Basis mit eingelassenen Dübelloch die wohl als Standort für das obligatorische Kaiserstandbild diente. Eine dreistufige Treppe führte zum erhöhten Raumabschluss der Apsis. Weiters wurden hier die Bruchstücke einer zerschlagenen Bronzestatue aufgefunden. Unter dem westlichen Raum konnten Reste eines Holzbaues angeschnitten werden. Die Errichtung der Principia datiert Ubl in das frühe 2. Jahrhundert. Ein späterer Umbau lässt sich noch durch einen Ziegelstempelfund der Legio II Italica nachweisen. Für die letzte römerzeitliche Schicht im 5. Jahrhundert konnte ein breiter Brandhorizont beobachtet werden. Nördlich der Kirche wurde in Sondierungsgrabungen auch die westliche Begrenzungsmauer der Principia entdeckt, der noch eine Reihe von anderen Räumen folgte, möglicherweise die Armamentaria (= Waffenkammer). Im Westen verlief eine geschotterte, von einem Kanal begleitete Straße, weiters konnte ein weiterer Steinbau lokalisiert werden, der als Kasernenbau gedeutet wird.

1997
Bei einer Notgrabung des BDA konnte im Bereich der Fundamente des südlichen Hufeisenturmes festgestellt werden, dass dort ein Gehöft der frühen Neuzeit an die Kastellmauer angebaut war. Dadurch waren bedauerlicherweise die römerzeitlichen Schichten stark gestört worden. Im nordwestlichen Bereich einer Baugrube bei der Volksschule wurden Teile eines Gebäudes mit einer Herdstelle freigelegt, das wohl zu den Kasernenbauten zählte.

2000–2005
Westlich der Volksschule wurde ein Wohnhaus abgebrochen; das freigewordene Grundstück wurde dem der Volksschule angegliedert und danach teilweise wieder neu verbaut. Die Notgrabung des BDA wurde mittels zwei Suchgräben durchgeführt, die einen Befund für die Fundamente der südlichen Kastellmauer und der Lagerwallstraße (via vallaris) ermöglichte. Das oberirdische Mauerwerk fiel größtenteils dem Steinraub zum Opfer. In den ältesten Schichten wurden Estrichböden zweier Kasernenbauten beobachtet, Das Fundspektrum (hauptsächlich Keramik) datiert in das letzte Viertel des 1. Jahrhunderts.

Vor geplanter Trockenlegung der barocken Annakapelle, die nördlich an das gotische Langhaus der Pfarrkirche gebaut ist, fand 2003 im Auftrag des BDA eine Untersuchung durch den Verein ASINOE (Leitung Th. Kreitner und B. Fragner) statt. Im westlichen Bereich der Kapelle wurde dabei eine Fläche von 5 × 4,5 m untersucht. Unter mittelalterlichen und neuzeitlichen Schichten im Friedhofsbereich fand sich eine römische Bepflasterung. 2005 erfolgte schließlich die Untersuchung und Restaurierung des nordöstlichen Fächerturmes durch das BDA.

Lage

Zeiselmauer liegt am östlichen Rand des Tullner Beckens, rund ein Kilometer südlich der Donau. Im Osten erhebt sich das Mittelgebirge des nahen Wiener Waldes, der in der Antike die Grenze zwischen Noricum und Pannonien markierte. Die Böschung der Schwemmterrasse, auf der das Lager vor Hochwasser geschützt angelegt war, ist heute teilweise noch am Verlauf der Römergasse erkennbar. Ein Donauarm reichte in der Antike noch bis unmittelbar an das Lager heran. Das Kastell lag an einem Ast der Limesstraße, der diesen Abschnitt der Donaugrenze mit der nächstgelegenen größeren Stadt, Aelium Cetium (Sankt Pölten), verband. Ein vermutlich an seinem Originalstandort erhalten gebliebener römischer Meilenstein in Nitzing gibt die Entfernung von Aelium Cetium mit 26 römischen Meilen (39 km) an. In der Pfarrkirche von Königstetten ist weiters ein dem Kaiser Maximinus Thrax gewidmeter Meilenstein zu sehen, der um 236 n. Chr. in der Umgebung des heutigen Tulln (Comagenis) gestanden haben muss. Er gibt die Entfernung nach Aelium Cetium mit 22 Meilen an.

Römische Keramik aus Zeiselmauer
Statue von St. Florian: Florian war Kanzleivorsteher des ufernorischen Praeses. Als er sich weigerte die vorgeschriebenen Opfer für den Kaiserkult zu erbringen, wurde er am 4. Mai 304 in Lauriacum hingerichtet
Freigelegter Rest der Südmauer beim Volksschulgebäude
Skizze Grundriss des spätantiken Kastells
Durchgang an der Tullner Straße, er markiert den einstigen Standort des Westtores von Cannabiaca
Rest der Kastellmauer an der SO- Ortsdurchfahrt
Skizze des Mauerbestandes des südlichen Hufeisenturmes im Keller der Volksschule
Skizze des Mauerbestandes und der einzelnen Bauphasen des NW Burgus
Rekonstruktionsversuch der letzten Bauphase des spätantiken Kastells, Blick aus SW, ganz rechts Mitte: der Körnerkasten/Osttor, Mitte: Principa/Fahnenheiligtum und links oben: der Burgus/Restkastell in der NW-Ecke
Aufgeschnittenes Rekonstruktionsmodell des Burgus mit Ansätzen der West- und Nordmauer, Ansicht von Süd-Ost (Römermuseum Tulln)
Ansicht von Süd

Forschungsgeschichte

Schon früh versuchte man die Ausmaße des in Zeiselmauer vermuteten Kastells zu bestimmen. So glaubte im 18. Jahrhundert böhmische Hofsekretär Johann Christoph von Jordan (†1748) neben den Überresten der Türme an ein rechteckiges Mauerviereck mit etwa 480 Fuß Seitenlänge und einer Fläche von 6400 Klafter. Auch die Archäologen Guido Kaschnitz von Weinberg und Wilhelm Kubitschek dachten zwar auch an eine quadratische Anlage lehnten aber den Zusammenhang mit einem römischen Kastell ab da „…das stichbogige Fenster“ und die „Eckrondelle“ eher auf eine mittelalterliche Wehranlage hindeuten würden. Darin bestätigt fühlte sich Kaschnitz durch den Fund eines Limesturmes der 5,69 × 6 m maß, da es nun sicher sei, "dass ein römisches Kastell an der Stelle, wo später die mittelalterliche Befestigung erbaut wurde, zumindest in der Zeit, in der der Limesturm in Gebrauch stand, nicht bestanden hat“.[11] Einzelne Streufunde aus der Römerzeit sind schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Grabfunde und Mauerreste eines Gebäudes deuteten auf eine größere römerzeitliche Siedlung hin. Dechant Petrus Priesen wusste um die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts von römischen Funden zu berichten (Münzen, goldener Anhänger in Form eines Fisches). Bei manchen dieser Artefakte lässt sich heute der genaue Fundort aber nicht mehr bestimmen. So wird z.B. der Grabstein des P. Aelius Germanus sowohl von Zeiselmauer als auch von Tulln in Anspruch genommen. Eine größere Anzahl von römischen Funden aus Zeiselmauer dürfte überdies im 18. Jahrhundert in die Hände von Antikensammlern gelangt sein.

Erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Aufmerksamkeit der Fachwelt langsam auf Zeiselmauer gelenkt. 1854 wurde beim Bahnbau auf einem Feld südlich von Zeiselmauer mehrere Goldmünzen aus der Zeit Valentinians III. aufgefunden, 1889 eine mit einem Stempel versehene Lampe sowie eine stark abgegriffene Münze aus der Römerzeit. 1895, 1897, 1898 und 1900 wurden südlich des Ortes in Richtung St. Andrä auch immer wieder antike Gräber entdeckt. Ein angeblich um 1900 geborgener Münzhort, hauptsächlich Denare aus dem 2. und 3. Jahrhundert, blieb bis heute verschollen. Wilhelm Kubitschek wies u.a. darauf hin, dass: „…Zeiselmauer oder genauer gesagt das Mauerviereck daselbst und der bis gegen den Bahnkörper zu reichende Landstreifen mit Zeugnissen römischer Besiedlung und vor allem mit Zeugnissen einer römischen Nekropole nicht kargt…“ und weiter dass „…sehr viele Funde unbeachtet und unbesehen und – je nach der Art der privaten Beziehungen – verschiedene Ruhestätten finden und also dem Studium entgehen.“ Den Berichten von Kaschnitz von Weinberg zufolge, wurden 1907 und 1908 in Folge von Erdarbeiten beim Bau des Bahnhofsgebäudes auch römerzeitliche Gebäudereste beobachtet die als Reste der Zivilsiedlung Cetium angesehen wurden. Die dazugehörigen Funde, das Bruchstück eines Grabsteines für einen Soldaten, ein weiteres Grabsteinstück mit Reliefverzierung sowie eine Keramikscherbe mit eingeritzten Buchstaben wurden dem Niederösterreichischen Landesmuseum übergeben. 1904 und 1906 errichtete man in der Nähe von Zeiselmauer einige Landvillen. Im Zuge dessen initiierte Kaschnitz von Weinberg eine von der k.k. Zentralkommission geförderte Grabung bei der er die Reste eines Wachturmes und ein Stück der Limesstraße aufdecken konnte. Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts erkannte Kaschnitz von Weinberg auch den römischen Ursprung des NW-Burgus und der SW und NÖ Fächertürme. Den Körnerkasten interpretiert er allerdings als mittelalterlich. Im Laufe des 20. und des frühen 21. Jahrhunderts gelang es schließlich zweifelsfrei das Kastell archäologisch nachzuweisen. Die zahlreichen noch obertägig sichtbaren, in ihrem Erhaltungszustand einzigartigen Mauerreste (Burgus, Fächertürme, Lagermauer, Principia wurden konserviert und – wenn möglich – für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Archäologe Eduard Nowotny war hingegen davon überzeugt, dass die Ruinen aufgrund ihrer unverkennbaren Typologie als Bestandteil eines spätantiken Lagers anzusehen sind. Gertrud Pascher und (zunächst) auch Hermann Vetters vermuteten in Zeiselmauer nur einen Wachturm und eine zivile Ansiedlung. Herma Stiglitz unterstützte wiederum die Kastelltheorie da die freistehende Kirche in Zeiselmauer inmitten eines Platzes und der Stadtmauern große Ähnlichkeiten mit der Gebäudeanordnung in Traismauer hat, nur zeigen dort die einstigen römischen Befestigungsanlagen einen quadratischen Grundriss. Stiglitz wollte sich zunächst zwar nicht darauf festlegen, vertrat dann später aber doch wieder die überholte Ansicht, nach der die Mauern, wenn nicht zum Teil noch antik, zumindest römischen Kastellmauern folgen. Dies auch deswegen, da die ungewöhnliche Form der Türme stark den Typus spätantiker Fächertürme glichen.

Nach den Befunden des BDA von 1969 ist der von seiner Baustruktur her im Wesentlichen noch mittelalterliche Kern von einem spätantiken Befestigungssystem umgeben, das von drei Türmen an seiner NO-, SO. und SW-Ecke (Fächertürme) und durch einen Zwischenturm an der Ostseite begrenzt wird. Zusammen mit dem im Norden des Areals beobachteten Doppelspitzgraben erkannte Hannsjörg Ubl daher darin ein Auxiliarlager für eine cohors quingenaria. Graham Webster legt die Fläche für ein 500 Mann Lager mit ca. 2,2 ha fest was auch auf Cannabiaca zutrifft.

Funktion und strategische Bedeutung

Da das Tullner Feld den direkten Zugang zum Wiener Becken ermöglichte, betrieben die Römer hier mit besonderem Nachdruck die wirkungsvolle militärische Sicherung dieses Gebietes. Cannabiaca war Teil des linken Sicherungsgürtels für die Kastellkette in Oberpannonien und in weiter Folge Flankenschutz für Kastell Comagena/ Tulln.

Entwicklung

Den bisherigen Forschungsergebnissen nach zu urteilen, scheint das frühe Holz-Erde-Kastell in spätflavischer Zeit (80 n. Chr.) erbaut worden zu sein. Nachdem dieses im frühen 2. Jahrhundert fast vollkommen niederbrannte, wurde es unter Kaiser Marc Aurel in Stein wiederaufgebaut. Nach Zerstörungen durch den Juthungeneinfall von 270 n. Chr.[12] hat man es, wahrscheinlich unter Konstantin I., an den Ecken mit den heute noch sichtbaren Fächertürmen verstärkt. Die Umbauarbeiten dauerten bis in die Zeit Valentinians I. an wie zahlreiche Ziegelstempel belegen. Zu dieser Zeit muss auch der Fächerturm der NW-Ecke wieder abgerissen und durch den burgus (Restkastell) ersetzt worden sein. Nach einer letzten Umbaukampagne im späten 5. Jahrhundert wurde die Anlage wohl um 460 n. Chr. von den Rugiern endgültig zerstört.[13] Herbert Mitscha-Märheim hingegen macht Ostgoten und Heruler für den Untergang Cannabiacas verantwortlich. Hannsjörg Ubl setzt die Zerstörung des Kastells um 453 n. Chr. an und beruft sich dabei auf Münzfunde Valentinians III. sowie in Zeiselmauer aufgefundene Keramikscherben mit Einglättverzierung. Heinrich Zahbehlicky nimmt an, dass Cannabiaca noch bis über das 5. Jahrhundert hinaus bewohnt war obwohl es in der vita des Severin von Noricum nicht erwähnt wird. Einige Grabfunde weisen sogar noch auf Kontakte der örtlichen Bevölkerung mit slawischen Stammesgruppen hin. Da aus diesem Bereich auch noch frühmittelalterliche Funde bekannt sind scheint eine durchgehende Besiedlung dieses Ortes oder seiner unmittelbaren Umgebung ebenfalls in Bereich des Möglichen zu rücken. Dennoch fand man bei den Ausgrabungen über dem letzten römischen Fundhorizont eine bis zu 80 cm dicke Humusschicht die keinerlei Fundstücke mehr aufwies. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Befestigungen bald komplett von Vegetation überwuchert und für lange Zeit nicht mehr benutzt wurden. Eine Besiedlung des Kastellareals im größeren Maßstab durch bajuwarische Kolonisten setzte erst wieder gegen 791 n. Chr. im Zuge des Awarenkrieges Karls des Großen ein.

Kastell

Der Kastellgrundriss prägt den Ortskern bis heute. Die 500-jährige Baugeschichte des Kastells lässt sich anhand der Befunde der zahlreich erhaltenen Mauerreste und der Ausgrabungsergebnisse (besonders für die Spätantike) sehr gut dokumentieren.

Holz-Erde-Periode

Die Römer errichteten das Lager zunächst standardmäßig in ihrer altbewährten Holz-Erde-Bauweise. Sein Grundriss war rechteckig und maß 150 × 135 m (Spielkartenform) mit einer Fläche von etwa 2–5 ha und war an den abgerundeten Ecken mit innen angesetzten Beobachtungstürmen versehen. Das Lager verfügte über vier Tore, die durch die beiden Lagerhauptstraßen miteinander verbunden waren. Die Befestigungen waren zusätzlich von einem rund 2 m tiefen Spitzgraben umgeben, dessen Aushub gleichzeitig zur Aufschüttung des Walles verwendet wurde. Als Brustwehr diente eine hölzerne Palisade.

In der Mitte des Lagers befand sich das Kommando- und Verwaltungsgebäude, die Principia. Entlang der Lagerstraßen reihten sich die Unterkünfte für Soldaten und Offiziere sowie Stallungen für Pferde und Packtiere auf. Diese sehr einfach gehaltenen Gebäude standen auf Bruchsteinfundamenten mit Mörtelaufstrich. Der Oberteil bestand aus einer hölzernen Fachwerkkonstruktion, deren Wände zwischen den Stehern durch mit Lehm verputztes Rutengeflecht ausgefüllt wurden. Die Dächer waren zuerst nur mit Stroh oder Schilf, später mit gebrannten Dachziegeln gedeckt. Die Böden bestanden aus gestampftem Estrich. Aus dieser ersten Ausbauphase haben sich aufgrund der Vergänglichkeit des Baumaterials und mehrerer Brandkatastrophen allerdings nur wenige Reste erhalten.

Steinperiode I

Nach der Holz-Erde-Phase folgte etappenweise der Ausbau in Stein, der in der Zeit um etwa 150 n. Chr. abgeschlossen gewesen sein dürfte. Fläche und Form des Lagers wurden dabei nicht wesentlich verändert. Die neue Befestigungsmauer wurde direkt vor den Erdwall gesetzt, der nun seinerseits eine etwas erhöhte, umlaufende Lagerstraße, die via vallaris, bildete. Deren Niveau kann man heute noch am Eingangstor des spätantiken Restkastells in der Augasse erkennen. Als Wehrgang wurde hinter der Mauer eine schmale Erdrampe aufgeschüttet. Die Stärke der Mauer betrug aber nur 1 m. Ihre Außen- und Innenseite bestand aus behauenen Blöcken, der Zwischenraum wurde mit einer Bruchstein-Mörtelmischung aufgefüllt. Ein Überbleibsel der spätantiken Mauer ist bei einer Engstelle der Ortsdurchfahrt, gegenüber dem Gasthof Zum lustigen Bauern freigelegt und sichtbar gemacht worden.

Auch die Ecktürme wurden neu in Stein errichtet, lagen aber immer noch an der Innenseite der Mauer. Weiters wurden um das Lager diesmal ein doppelter Spitzgraben (Tiefe 2 m) angelegt. Unterkünfte, Kommandogebäude und Stallungen wurden ebenfalls komplett in Steinbauweise erneuert und mit Ziegeldächern versehen. Einige waren sogar mit einer Fußbodenheizung (hypocaustum) ausgestattet. Für diese Baumaßnahmen wurde hauptsächlich Sandstein aus dem Wiener Wald verwendet. Ein Steinbruch aus dieser Zeit konnte bei Sankt Andrä-Wördern in der Hagenbachklamm lokalisiert werden. Die Ziegel wurden größtenteils in den Legionsziegeleien von Vindobona (Wien) und ab 200 n. Chr. in Lauriacum (Enns) gebrannt. Ein erhalten gebliebener spätantiker Ziegelstempel weist eine Inschrift auf, die einen Magister Bonus nennt.[A 1] Das erste Steinlager bestand nahezu unverändert bis ins 4. nachchristliche Jahrhundert. Erwähnenswerte Baureste blieben jedoch nicht erhalten. Eine erste Namensnennung des Magisters Bonus geschah entweder bereits am Ende der Ära des Constantius II. oder in der nachfolgenden valentianischen Epoche. Da sich die Stempelabkürzungen AR, ARN bzw. ARAN einstweilen nicht eindeutig erklären lassen, bleiben die bisherigen Übersetzungsvorschläge spekulativ.[7]

Steinperiode II

Um 300 n. Chr. erfolgte aufgrund der dramatischen militärischen Situation am Limes eine grundlegende Modernisierung der Befestigungsanlagen. An den Lagerecken wurden nun anstelle der alten Innentürme, mit Bastionen vergleichbare, weit aus der Mauer vorkragende Fächertürme angelegt. Zwischen diesen errichtete man zum besseren Schutz der Mauer und der Tore zusätzlich hufeisenförmige, etwa 10 m hohe Türme. Wahrscheinlich waren es bis zu 20 Exemplare – 4 Fächer-, 8 Hufeisen- und 8 Tortürme – die dem Lager in der Spätantike einen imposanten Anblick verliehen haben. Der noch gut erhaltene NO-Fächerturm ist in der Römergasse zu sehen. Von seinem Pendant an der SW-Ecke konnten nur noch die Fundamente beobachtet werden, von den Hufeisentürmen blieb oberirdisch nichts erhalten. Fundamentreste eines solchen Turmes konnten ansonsten noch im Keller des Volksschulgebäudes ausgegraben und konserviert werden.

Vermutlich um 370 n. Chr. begann die letzte Ausbauphase des Kastells. Da die Besatzung im Lauf der Zeit immer weiter reduziert worden war (zuletzt wahrscheinlich auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Stärke), war das Kastell nun zu groß, um es mit der verbliebenen Garnison noch wirksam verteidigen zu können. Ein großer Teil des ummauerten Areals wurde nun für die vor den Wirren der Völkerwanderung schutzsuchende Zivilbevölkerung des Umlandes geöffnet. Der einstige Militärstützpunkt verwandelte sich in eine befestigte Siedlung (oppidum). Entweder wurden völlig neue Häuser gebaut oder noch bewohnbare Kasernen, so gut es ging, den Bedürfnissen der neuen Bewohner angepasst (Einbau von Kochstellen, Bodenheizungen etc.). Die Bebauung im Inneren des Kastells erfolgte größtenteils regellos und ohne Einhaltung des bisherigen Rasterschemas, teilweise wurden die Gebäude auch auf den einstigen Lagerstraßen errichtet. Für die Besatzung wurde im Nordwesten des Areals ein eigenes Kleinkastell (burgus) errichtet, auch das Osttor wurde zur Festung umgebaut.

Baudenkmäler

Burgus

Bis in die 1970er Jahre war die Ruine in die Gebäude eines Bauernhofes einbezogen und nicht öffentlich zugänglich. Nach einer Untersuchung des Mauerwerkes am NW-Turm durch Hannsjörg Ubl konnte dieser als römischer burgus eingeordnet werden.[14] 1970 wurde die Liegenschaft schließlich von der Gemeinde Zeiselmauer erworben, die Hofgebäude abgebrochen, die Römermauern wissenschaftlich untersucht, danach konserviert und zu einem kleinen archäologischen Park umgestaltet.

Anstelle des Kleinkastells stand ursprünglich ein Fächerturm, der um 370 n. Chr. wieder abgerissen wurde. Die Wehranlage hat einen leicht nach Ost-West verzogenen quadratischen Grundriss misst 20 × 21 m und kragt im Norden ca. 1,50 m vor die Kastellmauer. Die südliche Außenmauer misst 1,90 m und war von vier Öffnungen durchbrochen. An der Nordseite befand sich noch eine weitere Fensteröffnung, auch an der Ostmauer, an beiden Seiten des Eingangstores, werden ebenfalls zwei Fenster vermutet. Der Zugang war nur durch den heute noch erhaltenen Torbogen (ursprünglich 2 m breit) aus dem Lagerinneren möglich. Diese Eingangsöffnung war einst wohl durch ein zweiflügeliges Tor verschlossen. Das heute noch erhaltene Gussmauerwerk steht auf etwa 2 m breiten Fundamenten und war einst an Vorder- und Rückseite zusätzlich mit Quadersteinen verblendet. Der ursprünglich etwa 10 m hohe Bau besaß im Erdgeschoss keine Fenster. Das Obergeschoss wurde von nur kleinen, schlitzartigen Fenstern belüftet. Im Dachgeschoss befand sich ein umlaufender Wehrgang mit einer Brustwehr und einem ziegelgedeckten Dach.

Alle Innenbauten (Raumabtrennungen, Zwischendecken, Treppen etc.) waren wohl ausnahmslos aus Holz angefertigt. Die vier Hauptpfeiler der Dachkonstruktion standen auf gemauerten, winkelförmigen Fundamenten um einen kleinen Lichthof, Stärke des Mauerwerkes: 0,85–1,05 m, Abmessungen: 1,80 × 1,85 m oder 1,95 × 1,90 m. diese umschlossen eine Fläche von 6,70 × 5,70 m und bildeten so einen 3,87 × 4,80 m großen Lichthof.[A 2] Das Baumaterial wurde größtenteils aus Vorgängerbauten gewonnen (z.B. den Fächerturm), auch Grab- und Weihesteine wurden für den Bau verwendet wie z.B. ein Altar für Lucius Verus (siehe unten). Dieser Altar ist heute im Gemeindeamt von Zweiselmauer zu besichtigen. Für die Wange eines Fensters in der Nordmauer wurde ebenfalls ein Grabstein eingemauert. Im Zuge der Untersuchungen durch H. Ubl konnte auch ein Rest eines 0,85 m starken Mauerzuges gefunden werden, dessen Ausrichtung von der Linie des Burgus abweicht und ein Überbleibsel des Vorgängerbaues – des Fächerturmes – sein könnte.[15]

Im 5. Jahrhundert wurden an dem Gebäude noch einmal Umbauten vorgenommen. Das Tor wurde auf 1,20 m verengt, einige Fenster des südlichen Obergeschosses wieder zugemauert und im Inneren eine von Ost nach West verlaufende, etwa 1 m starke Mauer aufgezogen, deren Zweckbestimmung bis heute nicht geklärt werden konnte.[16] Kurze Zeit später ließ entweder ein Erdbeben oder eine Hochwasserkatastrophe die gesamte Westmauer in sich zusammenstürzen. Ihre Reste sind heute noch zu sehen.

Der Burgus ist neben dem von Wallsee (Traismauer, Mautern?) das einzig bekannte Bauwerk dieser Art in Österreich. Vergleichbare Anlagen finden sich ansonsten in Pannonien (Kastell Gerulata), an der unteren Donau, im Nahen Osten und Nordafrika.

Körnerkasten

Der sogenannte „Körnerkasten“ – zählt (neben den Hufeisentürmen von Mautern an der Donau, Traismauer und Tulln) zu den am besten erhaltenen römischen Bauwerken im österreichischen Teil des Donaulimes. Diese Kleinfestung wurde vermutlich um dieselbe Zeit wie der nordwestliche Burgus errichtet (zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr.).

Das Osttor mit seinen beiden Flankentürmen wurde abgerissen und durch einen rechteckigen, turmartigen Bau (Kastentor) mit abgerundeten Ecken ersetzt, der nun weit über die Lagermauer vorkragte. An seiner Westseite ist noch der obere Teil eines der Torbögen zu erkennen, der vermutlich schon in der Spätantike zugemauert wurde. Dieser Umstand könnte auch das plötzliche Abknicken der Bundesstraße 14 am Kirchplatz Richtung Süden erklären, die ansonsten exakt dem Lauf der ehemaligen Lagerhauptstraße folgt. An Nord- und Südseite des Gebäudes sind noch Reste der einstigen Kastellmauer zu sehen. Ihr nördlicher Verlauf bis zum Fächerturm ist sehr gut an den Häusern entlang der Römergasse zu erkennen, die auf dem Unterbau der Mauer stehen. Das Mauerwerk des Gebäudes ist bis zur Dachtraufe in seiner Substanz spätantik. Früher wurde angenommen, dass er aus viel späterer Zeit stamme, da über den Haupteingang die Jahreszahl 1581 angebracht ist. Dieses Datum bezieht sich aber wohl auf den Einbau des neuen Tores und des Kellergewölbes.

Der hervorragende Erhaltungszustand der Anlage erklärt sich aus seiner späteren Nutzung als Getreidespeicher durch das Bistum Passau, das vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert die Grundherrschaft in dieser Region innehatte. Er befindet sich heute in Privatbesitz und konnte deswegen noch nicht eingehend wissenschaftlich untersucht werden.

Fächerturm

Die Ruine des Turmes steht auf einem Privatgrundstück im Ortskern. Er stammt aus der Mitte des 4. Jahrhunderts und ist das einzig oberirdisch erhalten gebliebene Bauwerk dieser Art in Österreich. Der nordöstliche Fächerturm von Canabiaca zählt zur Gruppe der nachträglich angebauten Bauten des Typs „ohne Hals“ (d.h. mit den Seitenmauern direkt an den ursprünglichen, quadratischen Eckturm angebaut). Die äußeren Fluchten seiner seitlichen Mauern liegen ca. 5 m auseinander, was in etwa auch der Breite eines mittelkaiserzeitlichen Eckturmes entspricht. Die Flankenmauern weisen jeweils eine Länge von ca. 8 m auf und schließen dabei einen Winkel von 57 Grad ein. Die ursprüngliche Höhe des Turmes betrug 9 m. An seiner Westseite ist noch der Anschluss an die Lagermauer erhalten. Die Holzpflöcke markieren die Verstrebungslöcher des einstigen Baugerüstes. Diese Art von Fächertürmen blieb bis auf einige wenige Ausnahmen auf Noricum und Pannonien beschränkt. Breite 12,40 m, Tiefe (bis zur Kastellmauer) 10,20 m.[17]

Hufeisenturm

Der südliche Hufeisenturm Cannabiacas datiert in die 1. Hälfte des 4. Jahrhunderts. Maße: 6 × 11,70 m, im Verhältnis 1,95, der Vorsprung zur Kastellmauer beträgt 7,50 m, der Rücksprung, ca. 3,30 m. Die Stärke des Frontbogens misst 1,40 m, die der Seiten 1,20 m, an seiner Rückseite 1,30 m. Die Innenmaße betragen ca. 3,60 × 9 m, der Fundamentvorsprung von 0,10–30 m. Sein aufgehendes Mauerwerk ist noch bis zu einer Höhe von 4 m erhalten.[18]

Fahnenheiligtum/Principia

Die Pfarrkirche von Zeiselmauer

Das Fahnenheiligtum (sacellum) wurde 1981 lokalisiert und ausgegraben. Durch den Einzug einer Betondecke und dem Bau eines separaten Einganges ist es seit 2001 auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Wie bei der Untersuchung im Jahr 2003 festgestellt werden konnte (siehe Grabungen), befinden sich die Überreste des Kommandogebäudes (Principia) teils unter Bundesstraße und Pfarrkirche von Zeiselmauer.

Der Komplex bestand aus einem mit einem Säulengang umgebenen Vorplatz und dem eigentlichen Hauptgebäude mit einem größeren zentral gelegenen Raum, der an seiner Südseite durch eine Apsis abgeschlossen wurde. Die letztere wurde im 10. Jahrhundert durch den Bau der karolingischen Saalkirche (der älteste nachweisbare Kirchenbau in Niederösterreich) durch Siedler aus Bayern jedoch abgetrennt. Ihre Fundamente liegen heute außerhalb der Kirche. Der große Zentralraum diente als Kultraum und Fahnenheiligtum, in der Apsis stand eine Kaiserstatue. Sie wurde wohl in der Spätantike zerschlagen, einige bronzene Bruchstücke von ihr fanden sich im Gebäude und auf der Lagerstraße. Die im Fahnenheiligtum freigelegten Estriche spiegeln die einzelnen Bauphasen des Kastells vom 1. bis ins 4. Jahrhundert wieder.

In der Spätantike wurden die Principia teilweise zu einem Wohngebäude umgestaltet und mit einer primitiven Schlauchheizung ausgestattet. Einer der Heizkanäle ist noch direkt neben dem Eingang zu sehen. Möglicherweise wurde das Gebäude ab dem 4. Jahrhundert auch als Kirche genutzt da die bajuwarischen Kolonisten später auch ihre Kirche wieder exakt über der Principia errichteten. Aussagekräftige archäologische Funde dazu fehlen allerdings bis heute.

Garnison

Cannabiaca beherbergte wohl eine gemischte Kohorte (Infanterie/Reiterei, cohors equitata) der Hilfstruppen (auxilia) in der Stärke von 500 Mann, die in der Frühzeit noch der legio X Gemina in Vindobona unterstellt war. In weiterer Folge wurde die Garnison dem Abschnitt der legio II Italica in Lauriacum zugewiesen. Funde von Ziegelstempeln der II. Italica und X. Gemina lassen auf die Mitwirkung von Vexillationen der beiden Legionen beim Bau des Kastells schließen. Folgende Einheiten sind für diesen Standort bekannt bzw. wahrscheinlich:

Zeitstellung Truppenname Bemerkung
1. Jahrhundert n. Chr. cohors prima Asturum (die erste Kohorte der Asturer) Mangels diesbezüglicher epigraphischer Zeugnisse lassen sich für die Besatzung der Frühzeit kaum verwertbare Aussagen machen. Teilweise wurde der Versuch unternommen, „..eine nicht in die Legion eingeteilte Kohorte“,[19] sogar eine „…cyprische Cohorte…“[20] oder die cohors I Asturum diesem Stützpunkt zuzuordnen. Letztere sollte dem Kastell auch seinen Namen gegeben haben. Die Kohorte ist auch durch eine Reihe von Inschriftfunden in Noricum bezeugt. Sie wird erstmals in einem aus dem Jahre 106 n. Chr. stammenden Militärdiplom aus Wels erwähnt, weiters sind Inschriften eines Angehörigen der Truppe, Ti. Claudius Ingenuus,[21] eines Benefizariertribunen[22] und eines Grabsteines (alle aus Virunum) bekannt. Zusätzlich wird die Einheit auf dem Grabstein eines Soldaten (miles) aus Smartno (St.Martin) bei Celeia[23] sowie auf Inschriften von Centurionen, L. Naevius Proculus aus Iuvavum[24] und M. Annius Marcellinus (Schloss Seggau bei Flavia Solva), genannt. Aus Zeiselmauer sind bisher keine derartigen Funde bekannt geworden. Mit Ausnahme von Ziegelstempeln der legio XV Apollinaris und der legio II Italica wurde lediglich ein Bruchstück eines Grabepigramms geborgen, das eine „eques cohortis“ nennt. In Zeiselmauer konnten drei Ziegelstempel mit der Aufschrift CIAST geborgen werden, die man als COH(ors) I AST(urum) interpretieren könnte.[25] Dies lässt vermuten, dass die Kohorte im späten 1. Jahrhundert n. Chr. (auch im Zusammenhang mit o.e. Grabsteinfragment) sich vielleicht auch einige Zeit an diesem Standort aufgehalten hat.
Fragment eines Militärdiploms aus Ovilava (Stadtmuseum Wels)
frühes 2. Jahrhundert n.Chr. cohors quinta Breucorium (die fünfte Kohorte der Breuker) Die Einheit war ursprünglich in Pannonien stationiert, möglicherweise war sie hier nur kurzfristig für Baumaßnahmen eingesetzt.
2.-3.Jahrhundert n.Chr. cohors secunda Thracum equitata pia fidelis (die zweite berittene Kohorte der Thraker, die fromme und treue) Die Truppe kam um 122 n. Chr. aus Britannien nach Noricum. Unter den julisch-claudischen Kaisern gehörte sie der Rheinarmee an. Nach dem Bataveraufstand lag die Kohorte im Lager von Maurik (Germania inferior).[26] Nach 80 n. Chr. taucht sie in Britannien auf, wo sie im 3. Jahrhundert in Itunodelum oder auch Tunnocelum (Moresby/Cumbria) nachzuweisen ist. Etwas später findet man sie auch in Gabrosentum (Burrow Walls/Cumbria). Hannsjörg Ubl ist hingegen der Meinung, dass sie erst nach 89 n. Chr. in Britannien auftgetaucht ist, da ihr der auf der Altarinschrift von Zeiselmauer angeführte Ehrentitel „pia fidelis“ vermutlich mit anderen Einheiten Niedergermaniens erst im diesen Jahr verliehen worden sein könnte. Der letzte Hinweis für ihre Zugehörigkeit zum britischen Provinzheer stammt aus dem Jahr 122 n. Chr., die Altarinschrift von Zeiselmauer datiert auf die Jahre 163–164 n. Chr. Ubl schließt daraus, dass die Kohorte zwischen den Jahren 122–163/164 n. Chr. aufgrund des sich anbahnenden Markomannenkrieges nach Noricum abkommandiert worden ist. 122 n. Chr. wurden auch noch etliche andere Einheiten von den britischen Inseln an die Donaugrenze verlegt. Ubl glaubt den Zeitpunkt der Ankunft der 2. Thrakerkohorte noch weiter, auf den Zeitraum 122–125 n. Chr., eingrenzen zu können. Ihre Soldaten schlossen den Umbau des Kastells in Stein ab und stifteten einen Altar für den Mitkaiser Mark Aurels, Lucius Verus.[A 3] Aufgrund von aus Britannien bekannten Grabsteininschriften dürfte die Einheit noch über die Markommanenkriege hinaus in Noricum verblieben sein um dann im Laufe des 3. Jahrhunderts wieder nach Britannien zurückzukehren.
Der Weihealtar für Lucius Verus
4. Jahrhundert n.Chr. limitanei/ripenses (Grenzer/Uferwächter) Ab der Spätantike lag in Cannabiaca eine namentlich nicht bekannte Kohorte der Limitanei oder Ripenses. Auf Ziegelstempeln des Ursicinius und solchen der officinia Arlapensis sowie in der Notitia Dignitatum ist nur ihr kommandierender Offizier, ein Tribunus cohortis,[27] der einem Dux Pannoniae Primae et Norici Ripensis unterstand, erwähnt. Das Fundspektrum aus Gräbern dieser Zeit deutet auf die Anwesenheit zahlreicher Germanen im Lager hin. Da die Grenztruppen in dieser Zeit aber immer mehr ausgedünnt wurden, erreichte die Einheit sicherlich wenig mehr als eine Sollstärke von 500 Mann. Zuletzt dürften wohl nur mehr um die 50 Mann im burgus des Kastells stationiert gewesen sein.
Grabstein des Veteranen Aemilius und seiner Gattin Amuca

Zivilsiedlung und Gräberfeld

Im Süden und Südwesten lag die in der frühen Kaiserzeit entstandene Zivilsiedlung (vicus oder cannabae) samt einem Friedhof, deren Ausdehnungen aber noch nicht zur Gänze erforscht werden konnten. Der Vicus dürfte vom 2. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. kontinuierlich besiedelt gewesen sein. Besonders der alte Flurnamen, „Steinfeld“, ist ein Hinweis darauf, dass die Grundmauern der antiken Zivilsiedlung für die Bauern ein ständiges Argernis bei der Feldarbeit waren. Der Vicus erstreckte sich ungefähr von der heutigen Schulgasse über die Linie der Franz-Josefs-Bahn bis zur Hagengasse und war damit von der Fläche her viel größer als das Kastell. Im Südwesten lagen – soweit erforscht – die Begräbnisstätten. Im Burgus eingemauert konnte ein 1,70 m hoher Grabstein von diesem Gräberfeld gefunden werden[A 4] Der Stein zeigt in einem stark verwitterten Relief die Portraits eines Ehepaars. Aelius war ein Veteran der Grenztruppen, seine Frau Amuca stammte vermutlich aus Noricum oder Pannonien, worauf auch ihr Name und die Kopfbedeckung hindeuten. Sie sind bis dato die einzigen namentlich bekannten Bewohner aus Cannabiaca. Der Stein befindet sich heute im Vorraum des Gemeindeamtes Zeiselmauer, eine Kopie ist auf dem Schaugelände des Burgus aufgestellt. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts wurde der Vicus aufgegeben und die Zivilbevölkerung zog sich hinter die Mauern des Kastells zurück. Vermutlich wurden einige Gebäude bewusst abgetragen, um daraus das Baumaterial für die neuen Behausungen im Inneren des Kastells zu gewinnen. Die Gräber wurden jetzt näher am Kastell oder teilweise direkt im ehemaligen Vicus ausgehoben. Besonders beim Bahn- und Häuserbau im 19. Jahrhundert kamen dann auch vermehrt Mauerreste, Gräber und Streufunde des Vicus ans Tageslicht.

Hinweise

Römerrundgang Zeiselmauer

Von der Bundeshauptstadt Wien aus kann man mit dem PKW über die B 14, die Klosterneuburger Bundesstraße nach Zeiselmauer gelangen. Die Schnellbahnlinie S 40 oder Personenzüge der ÖBB verkehren von Wien aus im 1/4-Stunden Takt (Wien-Franz-Josefs Bahnhof – Zeiselmauer-Königstetten). Das Ortszentrum ist auch vom Donau-Radweg auch gut auf mehreren Stichstraßen durch das Augebiet zu erreichen (ca. 2-3 km).

Die Baudenkmäler selbst können dann über den so genannten Römerrundgang begangen werden. An jedem der fünf Haltepunkte sind Informationstafeln angebracht. Der Rundgang beginnt am Kirchplatz. Auf der Grünfläche befinden sich zwei Schautafeln die über das Kastell im Allgemeinen und die Krypta der Pfarrkirche mit dem Fahnenheiligtum informieren. Die Besichtigung der Unterkirche ist allerdings nur mit Führung und gegen Voranmeldung möglich. Vom Kirchenplatz (1) führen wenige Meter an der Bundesstraße Richtung Tulln zum Florianiplatz. Der dortige etwas über den rechten Gehsteig vorkragende Bau der Florianikapelle markiert die Stelle des westlichen Lagertors (Porta Principalis Sinistra). Rechts entlang der Augasse (Braunes Schild, Richtungspfeil Römermauern) gelangt man bald zum Schaugelände des Burgus (2). Von dort beginnt rechts die Römergasse, in der man nach etwa 150 Metern zur Ruine (3) des NO-Fächerturmes (Römergasse Nr. 6) gelangt. Danach zweigt nach rechts ein Fußweg ab, der leicht ansteigend zum Passauerplatz mit dem Körnerkasten (4) und wieder zurück zum Ausgangspunkt am Kirchplatz (5) führt.

Im Keller der Volksschule, der nicht allgemein zugänglich ist, haben sich die Fundamente des Hufeisenturms (s.o.) der südlichen Lagermauer erhalten, gleich daneben im Hof, wurde ein Stück der südlichen Lagermauer freigelegt und konserviert. Im Eingangsbereich zwischen Gemeindeamt (Bahnstraße) und Postfiliale ist eine – nur während der Amtsstunden zugängliche – kleine Ausstellung römischer Funde in einer Vitrine zu besichtigen. Als Zeugnis der hier einst stationierten Truppen, der cohors II Thracum, ist der dem Lucius Verus gewidmete Weihestein, sowie der Grabstein des Aelius Aemilius aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., aufgestellt.

Verweise

Zeichnung des Amphorenverschlusses aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., gefunden im Burgus

Einzelnachweise

  1. Tabula Peutingeriana, Segment V.
  2. Friedrich Wimmer: 1930–1934, S. 62
  3. Dir. d. NÖ-Landessamlungen, 1930–1934, S. 184, Gertrud Pascher: 1940, S. 185.
  4. Karl Schrattbauer und Hans Walter: Fundber. aus Österr., Band 6, 1951–1955, S. 102
  5. Parzelle 58, EZ 114
  6. Barnabás Lőrinc: A későrómai hídfőállások bélyeges téglái Valeriában. In: Attila Gaál (Hrsg.): Pannoniai kutatások. A Soproni Sándor emlékkonferencia előadásai (Bölcske, 1998. október 7.). Szekszárd 1999, S. 53–68, Fußnote 12.
  7. a b Ádám Szabó, Endre Tóth (Hrsg.): Bölcske. Römische Inschriften und Funde – In memoriam Sándor Soproni (1926–1995) Libelli archaeologici Ser. Nov. No. II. Ungarisches Nationalmuseum, Budapest 2003, ISBN 963-9046-83-9 (formal falsche ISBN), S. 80.
  8. Fundberichte aus Österreich, 9, 1966/70, S. 204
  9. Parzelle 1264/1
  10. Ubl 1986, S. 302ff.
  11. J. Oehler: 1912/13, S. 14
  12. Guido Kaschnitz: 1907/07, S 144
  13. Geza Alföldy: 1974, S. 222f., Friedrich Lotter: 1976, S. 217 und 1979, S. 65
  14. H. Ubl: 1977, S. 253 f. und Abb. 2–5 und Abb. 88
  15. Hannsjörg Ubl, Der spätrömische Burgus von Zeiselmauer, Grabung und Restaurierung, in : Limeskongreßakten 1977a, S. 257ff.
  16. Fundberichte aus Österr, 13, 1974, S. 121
  17. Wolfgang Pietsch 1993 S. 100
  18. Untersuchung des Bundesdenkmalamt (unpubliziert), H. Ubl 1989 aus W. Pietsch S. 179 und Katasterplan der Gemeinde Zeiselmauer
  19. F. Kenner 1868/69, S. 204–205
  20. J.Aschbach: 1860, S 10
  21. CIL 3, 4839
  22. CIL 3, 4842
  23. CIL 3, 5292
  24. CIL 3, 5539
  25. H. Ubl, 1977/1978, S. 241
  26. vgl. dazu J.Bogaers, C. Rüger: 1974, 68 Nr.13, Bild 19
  27. ND Occ.XXXIV

Anmerkungen

  1. OFARNBONOMAG = [OF]ficinia [A]uxiliares [R]ipenses [N]orica [BONO] [MAG]ister
  2. Baron Kaschnitz hielt sie 1905 noch für die Fundamente eines Wachturmes
  3. Dem Imperator und Kaiser Lucius Aurelius Verus Augustus in seinem vierten Regierungsjahr und seinem zweiten Konsulat, die zweite Thrakerkohorte die berittene, gehorsame und getreue.
    [IMP] eratori [CAES] ari Lucio [AURELIO] [VERO] [AUG] usto [TRIB] unicia Potestate [IIII] [CO] nsuli [II] [COH] hors [II] [THR] acum [EQ] uitata [P] ia [F] idelis
  4. Den Totengöttern, dem Aelius Aemilius Veteran (verstorben) mit 65 Jahren (hat) Aelia Amuca die Gattin dem Gatten (diesen Stein) errichten lassen.
    [D] is [M]anibus [AEL] io A [EMILIO] [VET] erano [AN] orum [LXV AEL]ia [AMUCA CON] iunx [MAR] ito [F] aciendum [C] uravit

Literatur

  • Verein Freunde von Zeiselmauer, Konrad Schröder, Marianne Schröder, Raimund Mair, Josef Langer (Hrsg.): Cannabiaca. Das römische Zeiselmauer. Zeiselmauer 2006, 2. Auflage.
  • Herwig Friesinger, Fritz Krinzinger (Hrsg.): Der römische Limes in Österreich. Führer zu archäologischen Denkmälern. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2618-2, darin:
    • Hannsjörg Ubl: Zeiselmauer-Cannabiaca? Kastell und Vicus. S. 231–234.
  • Kurt Genser: Der österreichische Donaulimes in der Römerzeit. Ein Forschungsbericht. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-0783-8, (Der Römische Limes in Österreich 33), S. 376-396 (Namensfindung S. 410–411).
  • Wolfgang Pietsch: Eine Typologie der Lager- und Kastelltürme am norischen und pannonischen Limes. Diplomarbeit, Wien 1993.
  • Informationen des Bürgermeisters, Mitteilungen der Großgemeinde Zeiselmauer, Zeiselmauer 1988, darin:
    • Hannsjörg Ubl: Das römische Lager von Zeiselmauer. Seine bauliche Entwicklung im Rahmen der römischen Militärarchitektur.
    • Hannsjörg Ubl: Die archäologischen Grabungen des Bundesdenkmalamtes in Zeiselmauer.
    • Hannsjörg Ubl: Die römische Geschichte unseres Heimatortes.
  • Studien zu den Militärgrenzen Roms. Vorträge des 10. Internationalen Limeskongresses in der Germania Inferior. Rheinland Verlag, Köln 1977, darin:
    • Hannsjörg Ubl: Der spätrömische Burgus von Zeiselmauer. Grabung und Restaurierung.
  • Herwig Friesinger, Brigitte Vacha: Die vielen Väter Österreichs. Römer – Germanen – Slawen. Eine Spurensuche. Wien 1987.
  • Herwig Friesinger: Vortrag Zeiselmauer vom 14. September 2000.
  • Verena Gassner, Sonja Jilek, Sabine Ladstätter: Am Rande des Reiches. Österreichische Geschichte 15 v. Chr.-378 n. Chr., Wien 2002.
  • Peter Pleyel: Das römische Österreich. Kulturgeschichte und Führer zu den Fundstätten und Museen, Kremayer und Scheriau. Wien 1994.
  • Franz Raffelsberger: Allgemeines geographisch-statistisches Lexikon aller Österreichischen Staaten. Wien 1845.
  • Robert Waissenberger (Hrsg.): Vindobona. Die Römer im Wiener Raum. Historisches Museum der Stadt Wien, Wien 1978.

Siehe auch

Weblinks