Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee

Das Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee (ZaPW) wurde 2005 von Hans-Günter Richardi und Caroline M. Heiss gegründet und befindet sich in Südtirol direkt am Pragser Wildsee.[1] Es dokumentiert neben dem frühen Tourismus im Hochpustertal, dem Beginn des Alpinismus in den Pragser Dolomiten und der Dolomitenfront im Ersten Weltkrieg erstmals die Befreiung der Sonder- und Sippenhäftlinge aus den Händen der SS in Südtirol am 30. April 1945.[2]

Beim Besuch des Archivs kann man die Atmosphäre des authentischen Ortes auf sich wirken lassen, an dem vieles noch so erhalten ist, wie es die befreiten Geiseln der SS vor mehr als sechs Jahrzehnten vorgefunden haben.

Das Archiv arbeitet mit dem Südtiroler Landesarchiv in Bozen und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zusammen. Es veranstaltet zeitgeschichtliche Seminare und gibt die Buchreihe "Pragser Schriften" heraus.

2011 hat das ZaPW die Martin-Niemöller-Friedenstaube verliehen bekommen.[3]

Literatur

  • Hans-Günter Richardi: SS-Geiseln am Pragser Wildsee. Der Leidensweg prominenter KZ-Häftlinge aus 17 Ländern Europas nach Südtirol. Zeitgeschichtsarchiv, Prags 2006, ISBN 88-902316-0-2.
  • Ders.: SS-Geiseln in der Alpenfestung. Die Verschleppung prominenter KZ-Häftlinge aus Deutschland nach Südtirol. Edition Raetia, Bozen 2006, ISBN 88-7283-229-2.
  • Ders.: Die Erschließung der Dolomiten. Auf den Spuren der Pioniere Paul Grohmann und Viktor Wolf-Glanvell in den Bleichen Bergen. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2008, ISBN 978-88-8266-524-1.
  • Ders.: Das Hotel am Pragser Wildsee. Geschichte eines Grandhotels in den Dolomiten. Zeitgeschichtsarchiv, Prags 2009, ISBN 978-88-902316-3-6.
  • Ders.: Zur Schmerzhaften Mutter Gottes. Marienkapelle des Hotels "Pragser Wildsee". Ein Ort der Kirchengeschichte und der Zeitgeschichte. Zeitgeschichtsarchiv, Prags 2010, ISBN 978-88-902316-5-0.

Einzelnachweise

  1. Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee
  2. Peter Koblank: Die Befreiung der Sonder- und Sippenhäftlinge in Südtirol, Online-Edition Mythos Elser 2006
  3. Pressemitteilung des Südtiroler Schulamtes