Zillertalbahn

Jenbach–Mayrhofen
Moderner Wendezug am Bahnhof Jenbach
Moderner Wendezug am Bahnhof Jenbach
Kursbuchstrecke (ÖBB): 310
Streckenlänge: 31,7 km
Spurweite: 760 mm (Bosnische Spur)
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
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von Innsbruck (ÖBB)
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0,000 Jenbach 530 m
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nach Seespitz am Achensee (Achenseebahn)
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Güterverkehr-Übergang
(Spurwechsel, Umladung auf Rollwagen)
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nach Kufstein (ÖBB)
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~ 1,500 Inn
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1,965 Rotholz 529 m
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3,470 Straß im Zillertal 525 m
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6,440 Schlitters-Bruck am Ziller 535 m
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6,956 Kolbitsch (Awanst)
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8,200 Gagering 530 m
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10,247 Fügen-Hart im Zillertal 537 m
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10,675 Binderholz GmbH (Awanst)
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11,693 Kapfing im Zillertal 542 m
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12,528 Uderns im Zillertal 544 m
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15,266 Ried im Zillertal 550 m
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16,506 Kaltenbach-Stumm im Zillertal 554 m
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19,000 Angererbach-Ahrnbach
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20,330 Aschau im Zillertal 564 m
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22,400 Erlach im Zillertal 568 m
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23,000 Zillerbrücke (50 m)
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24,400 Zell am Ziller 560 m
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25,600 Laimach – Regionalmuseum Zillertal
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27,605 Ramsau im Zillertal-Hippach 589 m
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28,750 Bichl im Zillertal 609 m
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28,900 Firma Kober (Awanst)
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~ 31,500 Tauernkraftwerke AG (Awanst)
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31,700 Mayrhofen im Zillertal
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32,450 Mayrhofen Markt-Penkenbahn (geplant)
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32,963 Mayrhofen Ahornbahn (geplant)

47.23136911.8813625Koordinaten: 47° 13′ 53″ N, 11° 52′ 53″ O

Die Zillertalbahn ist eine österreichische Schmalspurbahn in der Bosnischen Spurweite von 760 mm. Sie führt durch das Zillertal in Tirol von Jenbach nach Mayrhofen. Eigentümer und Betreiber der Strecke ist die Zillertaler Verkehrsbetriebe AG – vormals Zillertalbahn AG – mit Sitz in Jenbach. Am Unternehmen sind vorrangig die Anliegergemeinden der Strecke beteiligt. Neben der Bahn betreibt die Gesellschaft auch einige Omnibuslinien in der Region.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Lok 2 (Reihe U) mit Touristenzug in den 1970ern
Triebwagen VT 1 in Jenbach, 1975
Diesellokomotive D8 mit Personenzug in Zell am Ziller (1979)
Diesellokomotive D10 mit Personenzug in Mayrhofen

Seit Ende der 1860er Jahre wurde aufgrund der schlechten Verkehrsverhältnisse im Zillertal immer wieder vereinzelt in der Presse gefordert, eine Eisenbahnstrecke zu bauen. Die vorhandene Straße war schlecht befahrbar, sie verlief beispielsweise durch Sümpfe. Auch mussten Reisende nach Mayrhofen eine Übernachtung in Zell am Ziller einplanen. Doch erst 1892 wurden sich die Gemeindevorsteher einig und gründeten ein sogenanntes Bahnkomitee, welches dann drei Jahre später den Bahnbau endgültig beschloss. Mehrere Projekte wurden in Erwägung gezogen, von Brixlegg aus entlang des rechten Ziller-Ufers, die heutige Linienführung und eine Verbindung zur Pinzgauer Lokalbahn über den Gerlos. Auch die Frage, ob die Normalspur oder die kleinere Bosnische Spurweite (760mm) verwendet werden sollte, wurde erwogen. Kostengründe und militärische Erwägungen ergaben aber den Ausschlag zugunsten der Schmalspurvariante. Als Unternehmensform wählte man die Aktiengesellschaft zur Beschaffung des Grundkapitals. Im Juli 1898 wurde schließlich das erforderliche Stammkapital in Höhe von 150.000 Gulden oder 300.000 Kronen, heute etwa 1,2 Mio €, erreicht. Um die nötige staatliche Konzession zu erhalten, bestimmte man einen Landtagsabgeordneten, einen Hotelier, sowie einen Arzt, alles angesehene Bürger, als Bewerber. Erteilt wurde die Konzession am 2. Dezember 1895 durch den k.k. Eisenbahnminister Heinrich von Wittek, und am 26. Dezember 1899 wurde die Zillerthalbahn Actiengesellschaft gegründet. Im Jahr 1900 war der Baubeginn, in Betrieb genommen wurde die Strecke in vier Etappen. Am 31. Juli 1902 wurde das letzte Teilstück von Zell am Ziller nach Mayrhofen, dessen Errichtung sich aus finanziellen Gründen verzögerte, eröffnet.

Als Anfangsausstattung besaß die Gesellschaft zwei Dampflokomotiven der Reihe U, 10 Personenwagen und 22 Güterwagen. Eine bessere finanzielle Unterlage erhielt die Bahn von 1927 bis 1976 durch das Magnesit-Bergwerk in Vorderlanersbach. Bereits in den 1920er-Jahren wurde der erste Triebwagen mit Verbrennungsmotor beschafft. Mitte der 1960er-Jahre sollte die Zillertalbahn allerdings zugunsten des Ausbaus der Zillertalstraße eingestellt werden. Für den Bau des Speicherkraftwerks in Mayrhofen (Bauzeit 1965 bis 1971), konnte die Bahn als Transportmittel für Baumaterial (325.000 Tonnen Zement) und Gerät ihren Weiterbestand sichern. Für diese Transportaufgabe wurden Rollwagen und zwei weitere Dieselloks für die Güterzüge angeschafft. Seit 1980 werden Gleise und Fahrzeuge grundlegend erneuert. Seit 2003 ist die neue, verstärkte Innbrücke bei Rotholz in Betrieb. Im Jahr 2007 begann der teilweise zweigleisige Ausbau der Zillertalbahn.[1] Seit dem 1. August 2011 wird die Haltestelle Laimach-Regionalmuseum bedient.

Die Strecke dient heute vor allem dem Nahverkehr, dem touristischen Verkehr und dem Güterverkehr (Holztransport) vom und zum holzverarbeitenden Betrieb Binderholz GmbH in Fügen im Zillertal.

Bis 2014 soll die Zillertalbahn entlang des Zillers bis zur Talstation der Ahornbahn unter Anbindung der Penkenbahn verlängert werden. Die genaue Trassierung ist jedoch noch unklar.[2]

Verkehr

Hinweistafel zum Taktfahrplan der Zillertalbahn im Bf Strass
Güterverkehr mit Rollwagen in Fügen
Gmeinder-Diesellok D13 in Jenbach

Im Bahnhof Jenbach trifft die Zillertalbahn auf die Westbahn, welche als Normalspurbahn von Wien über Linz, Salzburg und Innsbruck nach Bregenz führt. Ebenfalls in Jenbach hat sie auch Anschluss an die Achenseebahn, eine meterspurige Zahnradbahn. Somit treffen in Jenbach als einzigem Ort in Österreich drei verschiedene Spurweiten aufeinander.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurden einige zweispurige Streckenabschnitte in Betrieb genommen, und zwar zwischen Kaltenbach und Aschau sowie zwischen Zell am Ziller und Ramsau-Hippach. Die Züge verkehren tagsüber durchgehend in etwa im 30-Minuten-Takt. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wurde ein alternierender Takt eingeführt, der bei jeder zweiten Fahrt eine Reisezeitverkürzung bis zu neun Minuten bringt. In Strass wird nun nur noch bei jeder zweiten Fahrt gekreuzt.

Fahrzeuge

Triebwagengarnitur im Bahnhof Zell am Ziller (2002)
Triebzug mit Niederflur-Zwischenwagen auf dem zweigleisigen Abschnitt bei Ramsau-Hippach

Neben einer Flotte moderner Diesellokomotiven und Triebwagen verfügt die Zillertalbahn über mehrere betriebsfähige Dampflokomotiven, mit denen „Dampfbummelzüge“ als ergänzendes touristisches Angebot geführt werden.

Die Triebwagen VT 3–8 wurden zusammen mit Steuer- und Zwischenwagen in den 1980er- und 1990er-Jahren beschafft und leiteten die grundlegende Modernisierung der Zillertalbahn ein[3]:

  • 1984 VT 3–4, VS 3–4, B4 32–35, BD4 42[4] (nach Umbau 2000/03 B4 32–33 und BD4 40–42)
  • 1995 VT 5-6, Einbau der Fernsteuerung in D 10 (1970/82 ex JZ)[5]
  • 1998 VT 7-8

Diese Fahrzeuggeneration wird seit 2005 modernisiert, sie werden im neuen Design lackiert und erhalten unter anderem eine neue Innenausstattung mit bequemeren Sitzen. Ab 2004 wurden vier leistungsstarke Lokomotiven vom Typ Gmeinder D 75 BB-SE und acht Niederflurwagen bestellt. Abgeliefert wurden:

  • 2005 D 13–14
  • 2007 D 15–16, VS 5, B4 34
  • 2008 VS 7, B4 35–36
  • 2009 VS 6, BD4 37–38

Niederflur- und ältere Fahrzeuge fahren heute in der Regel im Mischbetrieb, um in allen Zügen mindestens einen barrierefreien Wagen mitzuführen. Die historischen Reisezugwagen finden heute einschließlich einiger gebraucht von den ÖBB beschafften Wagen Verwendung in den Touristenzügen. Eine Besonderheit war der Einsatz des ehemaligen Straßenbahnzugs der DB-Baureihe ET 195, er befand sich als Triebwagen VT 1 von 1967 bis 1999 im Zillertal und verkehrt heute bei der Museumsbahn RTM Ouddorp in den Niederlanden

Der Güterverkehr wird heute ausschließlich mit auf Rollwagen verladenen Normalspurgüterwagen abgewickelt.

Werbeaktionen

Im Rahmen des Zillertalbahn-Gastspieles wurde ein einsatzfähiger Schmalspurbahnzug mit Dampflok und Schienen an zahlreichen Orten in Österreich und Deutschland vorgeführt.

Am 21. April 2006 fuhr beim nur ein einziges Mal aufgeführten Gletscherschaupiel "Mars: 2068" eine Dampflok auf dem Rettenbachferner, oberhalb von Sölden.[6][7][8]

Im Frühling 2011 wurde die Diesellok D 15 mit einer schwarzen Werbefolie versehen um für die "Zillertaler Aktivcard" zu werben. Ebenso wirbt seit dem Frühsommer die nun blaue D 16 für die "Adlerbühne" der Mayrhofner Bergbahnen.

Busverkehr

Ein Linienbus der Zillertalbahn

Die Zillertalbahn betreibt einige regionale Buslinien im und um das Zillertal. Die wichtigste Linie führt von Mayrhofen über Jenbach, Schwaz und Wattens nach Innsbruck. Weiters werden Linien von Jenbach zum Achensee und hochalpine Berglinien nach Hochfügen, Schwendberg, in den Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen geführt.[9]

Zusätzlich zum Linienverkehr werden auch Fahrzeuge für Busreisen bereitgestellt.[10]

Literatur

  •  W. Duschek, W. Pramstaller u. a.: Local- und Straßenbahnen im alten Tirol. Eigenverlag Tiroler MuseumsBahnen, Innsbruck 2008, S. 48.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.zillertalbahn.at/page.cfm?pageid=167
  2. Erneuerung der Penkenbahn/ Ausbauder Zillertalbahn
  3. Homepage der Zillertalbahn, Rubrik Geschichte in Zahlen
  4. Slezak/Sternhart: Renaissance der Schmalspurbahn. Verlag Josef Otto Slezak, Wien 1986, ISBN 3-85416-097-6, Seite 140–144
  5. Markus Strässle: Schmalspurbahn-Aktivitäten in Österreich. Verlag Josef Otto Slezak, Wien 1997, ISBN 3-85416-184-0, Seite 109
  6. http://760net.heim.at/aktuell06.html
  7. http://www.torren.at/produktionen/2000-2006/mars-2068/besetzung.html
  8. ; http://www.neuner-event.com/103.html
  9. Zillertalbahn Buslinienverkehr (abgerufen am 4. Feber 2010)
  10. Zillertalbahn Reisebusse (abgerufen am 4. Feber 2010)