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Mondraute (botrychium lunaria)
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moonwort grape fern (engl.), lunaria menor (span.)

Der Name kommt von botrychos, griech: kleine Rebe, und luna, lat: Mond.

Die Mondraute ist eine seltene Farn-Art, und gehört zu den "Natternzungen-Gewächsen".

Klein und unauffällig, wird sie meist nur 10 -15 cm groß,
weshalb sie leicht von den umgebenden Pflanzen überwuchert wird.

Die Mondraute verbreitet sich durch Sporen.
Aus den Sporen bildet sich ein Vorkeim (protallium) mit einem feinen Wurzelgeflecht. Wie bei den meisten Natternzungengewächsen wächst dieser Vorkeim in Mykorriza mit Kleinstpilzen. Nach etwa 5 bis 6 Jahren wächst aus dem Protallium ein "Stingl" auf, der sich spaltet. Ein Teil bildet kleine mondsichelförmige, sowie entfernt einem kleinen Ginkgoblatt ähnliche Blätter, der andere Teil wächst zu einem Sporenträger mit erst grünen, dann gelben, wenn reif, braunen Knöllchen, den Sporenbehältern.
Diese platzen auf und geben die Sporen frei.

Die Mondraute wächst auf eher trockenen, mageren und stabilen Böden,
sie verträgt auch keine Düngung.
So fehlt sie komplett auf Weiden, Skiabfahrten, Geröllhalden oder in Feuchtgebieten.


In allen europäischen Kulturkreisen werden der kleinen Pflanze heilende und aufbauende Wirkung verschiedenster Art zugeschrieben.
Auch mystische Eigenschaften wurden ihr nachgesagt.
Nachgewiesen hat man bisher keine davon - wahrscheinlich wegen des seltenen Vorkommens.

Die Mondraute steht auf der Liste der gefährdeten Pflanzen in Europa.



© Austria-Forum
Foto und Text Waldbär der VI.