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St. Katharein an der Laming#

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Bild 'katharein_landschaft'
Ab St. Katharein a.d. Laming beginnt das eigentliche Tragößtal, das mit seinem großartigen Talschluss wohl zu den schönsten Landschaftsgebieten der Steiermark zählt. Das Dorf Katharein, eingebettet zwischen Floning, Kirchenkogel und Kletschachkogel, kann schon beim ersten Hinsehen aufmerksam auf sich machen, nicht nur durch seine idyllische Lage, sondern auch durch seine Besonderheit: zwei Kirchen für eine heute etwa 1300 Seelen zählende Gemeinde! In unmittelbarer Nähe zueinander liegen sie: die Pfarrkirche zur Heiligen Katharina im Ortskern und, ein wenig erhöht, die Flilialkirche zum Heiligen Alexius.

Die Pfarrkirche, der hl. Katharina geweiht, ist ein spätgotischer Bau, Anfang des 16. Jh.s erbaut, eine Pfarre wurde St. Katharein aber bereits 1376. Eine 1863 von Kaspar Tendier gemalte hl. Katharina, das bedeutendste Werk dieses Künstlers, schmückt den aus dem 17. Jh. stammenden Hochaltar. Die Alexiuskirche hingegen, erbaut um 1450, hatte naturgemäß keinen eigenen Pfarrer, nur ab und zu wurde hier ein Gottesdienst abgehalten. Trotzdem ist sie heute die "berühmtere", zumindest was den kunsthistorischen Aspekt betrifft. Welchen Kunstführer man auch aufschlägt, beinahe überall wird die "originale" Bauweise bewundert. Der unbekannte Baumeister hatte etwas für die Gotik sehr Seltenes geschaffen: ein quadratisches Mittelschiff ist mit einem zweischiffigen Chor verbunden. Obwohl sich die Alexiuskirche in einem eher entlegenen Winkel der Steiermark befindet, wurde ihr Doppelchorschema zum Vorbild für Kirchenbauten außerhalb des Landes, in Hallstatt und in Leiben in Niederösterreich.

Die Kriche der Heiligen Katharina
Die Kriche der Heiligen Katharina

1857 machte der St. Kathareiner Pfarrer Josef Schwaiger dem Joanneum in Graz ein wertvolles Geschenk, den St. Kathareiner Martinsaltar, entstanden um 1440. Viele Besucher der "Alten Galerie" in der Neutorgasse konnten seither den Heiligen Martin bewundern, wie er mit einem Schwerthieb seinen Mantel zerschneidet, um ihn mit einem Armen zu teilen. Besonders Kinder lieben dieses Bild, weil sie die Geschichte meist vom "Martinsfest", dem Laternenfest im Kindergarten, kennen. So lässt sich ein Grazbesuch für St. Kathareiner mit einem kleinen Abstecher in die eigene Geschichte verbinden.

Name und Wappen#

Die Alexiuskirche
Die Alexiuskirche
Mancher sagt schnell St. Kathrein, wenn er St. Katharein meint, dabei ist es gerade dieses "a", das den Ort aus der Masse der vielen Kathreins hervorhebt. 1333 erstmals als "Sancta Katherina in der Lobnik" genannt, heißt es 1353 "Sand Katryn in der Lamnik". Bis ins 19. Jh. wird dann ohne feste Regel "Kathrein", "Katrein" oder "Katharein" geschrieben.

Seit 1904 heißt der Ort aber unverändert "Sankt Katharein an der Laming". Der Name erinnert an die Heilige Katharina von Alexandrien, der bereits im Jahre 1155 eine Kapelle in Katharein geweiht wurde. Im Gemeindewappen verweist ein speichenloses Richtrad auf jenes Rad, das zerbrach, als die Heilige darauf geflochten hätte werden sollen, um den Märtyrertod zu erleiden.
Dieses Wappen, das die Gemeinde seit 1965 führen darf, zeigt neben zwei silbernen Fichten, die die Waldwirtschaft symbolisieren, noch Bergwerkszeichen, die auf den zum Teil heute noch bestehenden Bergbau verweisen.

Das Landrichter-Kreuz#

Alte Ansicht von St. Katharein an der Laming
Alte Ansicht von St. Katharein an der Laming
Bei der Brücke zum Sportplatz ist noch heute eine uralte steinerne Grenzmarkierung zu sehen, das Landrichter-Kreuz. Es ist wahrscheinlich mit dem Kreuz identisch, welches in den steirischen Gerichtsbeschreibungen vom Mell-Pirchegger für das Jahr 1617 mit folgenden Worten erwähnt wird: "Weiter abwärts bis zum Kreiz ob Niderdorf zwischen St. Kathrein und Oberdorff."

An dieser Stelle grenzte der Gerichtsbezirk der Stubenberger und der des Stiftes Goß aneinander. Während das Stift als Grundherr nur die niedere Gerichtsbarkeit ausüben durfte, besaßen die Stubenberger schon seit dem 13. Jh. das Hochgerichtsrecht. Erst im Jahr 1650, als das Stift von der Stadt Brück ein Landgericht kaufte, wurde auch in Tragöß ein Galgen errichtet. Kapfenberg hingegen war Sitz des Landgerichts für nahezu das gesamte Mürztal, Aflenz und Zellertal bis an die nördliche Landesgrenze. Die Stubenberger sprachen allerdings nicht selbst Recht, sondern setzten Landrichter ein.

Landrichter-Kreuz
Landrichter-Kreuz

Was bedeutet dies alles nun für unser Landrichter-Kreuz? Wenn ein Schwerverbrecher gefasst wurde, also jemand, auf dessen Tat die Todesstrafe stand, dann wurde er nach dem alten Herkommen an festgelegten Punkten der Gerichtsgrenzen übergeben. Der Landrichter musste zur vereinbarten Zeit am Übergabeort erscheinen. Der nur mit Leibeskleidern und einem Gürtel ausgestattete Verhaftete wurde vom Richter der Grundherrschaft nach dreimaligem Rufen über die Herrschaftsgrenze gestoßen und wurde dort vom Landrichter oder seinem Bevollmächtigten in Verwahrung genommen. Zu todeswürdigen Verbrechen gehörten nicht nur Mord und Totschlag, sondern auch Raub, Zauberei, Verrat, Brandstiftung, Kindesabtreibung, Gotteslästerung, Meineid, Kircheneinbruch, Homosexualität, Majestätsbeleidigung, Schlagen der Eltern und Münzfälschung. Wehe dem, der da als "schädliche Person" oder "Malefizperson", wie solche Täter genannt wurden, zum Landrichter gebrachte wurde!

Der Magnesit- und Talkbergbau von Oberdorf
Mineralienschätze#

Geologisch handelt es sich um eine metasomatisch gebildetete Magnesitlagerstätte mit Talkhülle, in Kalken der Grauwackenzone gelegen.
Erzherzog Johann erkennt bereits früh das Rohstoffpotential des Landes! Ab 1810 lässt er von Mineralogen und Geologen die Steiermark nach Lagerstätten durchforschen.
Matthias Joseph Anker verfasste die erste Gebirgskarte der Steiermark (1829). In diesen Aufzeichnungen werden die Rohstoffvorkommen von Oberdorf noch nicht erkannt.
Im Jahre 1855 wird dann über ein neues Vorkommen von Magnesit in der Steiermark berichtet. Am 10. Mai 1858 erteilt der Grundbesitzer Karl Rust an Herrn Polykarp Geldner das Recht zur Aufsuchung und Verwendung des auf diesem Gebiet vorkommenden Magnesits und Bitterspats.
Interessant ist die fachliche Diskussion, die 1859 ausbricht, als es darum geht, den Unterschied von Talkschiefer und Magnesit bezüglich ihrer Feuerfestigkeit zu klären.
Talkschiefer wird in höherer Temperatur hart, aber schmilzt nicht, gilt also als feuerfester Stein. Magnesit wird hingegen durch Feuer seiner Kohlensäure beraubt (100 Prozent reines Magnesit besteht zu 47,6 Prozent aus feuerbeständigem Magnesia und 52,4 Prozent Kohlensäure), wird geborsten und mürbe, verliert also die Eigenschaft der Festigkeit, ist also kein feuerfester Stein. Erst durch künstliche Weiterbehandlung (Zugabe von Ton) wird daraus ein feuerfester Stein.
1913 wird dann in den Mitteilungen der mineralogischen Abteilung des steiermärkischen Landesmuseums Graz über Funde von Schwerspat in der Magnesittalklagerstätte am Kaintaleck berichtet. Aus dem Text geht hervor, dass es sich dabei um die Lagerstätte Wiesergut handelt.
1919 wird dann von einem neuen Talklager auf der Hohenburg, ebenfalls im Kaintaleck, berichtet.
Als Mineralbestand der Lagerstätte Oberdorf können folgende Mineralien festgehalten werden:

Franz Sieder, Mineraliensammler
Franz Sieder, Mineraliensammler

DOLOMIT als Wandauskleidung in zahlreichen Hohlräumen und Klüften 
KALKSPAT in Skalenoedern auf Dolomit 
ARAGONIT in weißnadeligen Büscheln mit weißdurchsichtigen Talkblättchen und Quarz auf Dolomit
SCHWERSPAT: leider keine Neufunde mehr
BERGLEDER und BERGKORK (ß-Paligorskit und Parasepiolit)
TALK an der Kontaktzone zwischen Magnesit und Hüllschiefer
PYRIT sowohl im Talk wie im Magnesit schwebend gebildet
CHALCEDON knollenförmig in Talk
APATIT als lang gestreckte Nadeln in Talk eingewachsen
ZÖLESTIN
STRONTIANIT

In der Ausgabe "Lapis" Nr. 6 der Arge Graz wurde 1984 unter dem Titel "Fundstelle von Weltformat: Oberdorf an der Laming" über die herausragenden Funde berichtet. Dem Fundort soll auch hier seine Bedeutung beigemessen werden. Vor allem die Strontianit-Funde haben Oberdorf in der ganzen Welt bei den Mineraliensammlern berühmt gemacht. Die Sammler sind der einhelligen Meinung, dass es die schönsten Funde dieser Art hier gibt.

Bereits seit dem Jahre 1938 sind aus dieser Lagerstätte Strontianit-Kristalle bekannt. Man unterscheidet beim Strontianit vier Trachttypen:

  1.   Kristalle mit säuligem Wuchs
  2.   tafelige Kristalle
  3.   Kristalle mit quarzähnlichem Wuchs
  4.   nadeiförmige Kristalle

Die einzelnen Strontianittypen gehorchen zeitlichen Abfolgen. Die älteste Generation stellen die tafeligen bis kurzsäuligen Kristalle dar, darauf kommt es zur Ausbildung der säuligen Kristalle, den jüngsten Typ bilden die nadeligen Strontianite. Die Färbung des Strontianits von Oberdorf reicht von fast farblosen klaren Kristallen über weiß bis grau. In bergfrischem Zustand hellgrün gefärbte Kristalle verlieren im Tageslicht etwas die Farbe, bleiben aber deutlich grünlich. Die meisten Oberdorfer Strontianite sind jedoch gelblich, gelborange, kräftig orangerot bis dunkelrotbraun gefärbt. Die Strontianite von Oberdorf sind nahezu ausschließlich verzwillingt, und zwar nach der Form von zyklischen Drillingen. Große Kristalle in säuliger Ausbildung können bis zu 10 cm Längserstreckung und 3 cm Durchmesser erreichen.

Wenningeralm
Wenningeralm
Schützenpreis von der Wenningeralm
Schützenpreis von der Wenningeralm

Nach den Beschreibungen der Bergleute hat es sich gezeigt, dass jeder Hohlraum ("Krack" genannt) im Magnesit in der Ausbildung seiner Mineralien verschieden ist. Dass die Sammlerstücke natürlich auch ihren Preis und Liebhaberwert haben, ist neben der Schönheit der Stücke auch dadurch zu erklären, dass oft Monate bis Jahre zwischen den einzelnen Funden vergehen und die oft nur wenigen Stücke von den Bergleuten als unverkäufliche Schätze im Privatbesitz verwahrt bleiben.

Spurensuche auf der Wenningerhöhe#

Da schon auf dem Weg zur Kletschachalm von einem vorrömischen Fund, einer bronzenen Lanzenspitze, berichtet wurde und in Oberdorf bei Katharein der römische Münzschatz zu Tage kam, ist es nahe liegend auch die Wenningerhöhe, als Übergang in den Lonschitzgraben, näher zu betrachten.
Von Niederdorf, beim Bauernhof Wolfgruber beginnt die einstündige Wanderung auf die Wenningeralm. Auf dieser Alm wurde eine ca. 100 Jahre alte Medaille gefunden, die als Preis bei einem Scheibenschießen gewonnen wurde und anschließend gleich verloren ging. Von hier geht es nun steil ansteigend in ca. 30 Gehminuten weiter auf die Wenningerhöhe, die auf 1360 Meter Seehöhe liegt. Hier finden sich zwar keine römischen Spuren, aber wir entdecken einen ungleich schöneren Naturschatz. Es ist die Wenningerlacke, die nur weniger Höhenmeter unter dem Gipfel für eine romantische Stimmung sorgt. Und diesen Schatz kann jeder mit seinem Fotoapparat festhalten und mit nach Hause tragen.

Rabensteiner Wand#

Wenningerlacke
Wenningerlacke
Auf 980 Metern Höhe ziert seit 1994 ein kleines Gipfelkreuz den höchsten Punkt der Rabensteiner Wand. Diese liebliche Wanderung beginnt in Rastal beim "Alteisen Godi". Danach geht es eine Forststraße hinauf bis zur Gurniseralm. Von hier nur noch wenige Gehminuten und man kann schon von weitem das Ziel sehen.

© Bild und Text Fritz Bayerl, Karl und Inge Friedl