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Um den Hochschwab - Frauenmauerhöhle - eine imposante Eishöhle#

Wie der Name entstand: Im engen Gsollgraben bei Eisenerz steht ein festes Gebäude, der so genannte Gsollhof. Dort lebte vor mehr als 650 Jahren still und einsam die junge Witwe eines edlen Ritters, der im Kampf gefallen war. Als eines Tages ein fremder Raubritter in den Gsollhof kam, verliebte er sich in die schöne Witwe und begehrte sie stürmisch zum Weibe. Er wurde jedoch abgewiesen. Nun beschloss er, sich der Frau mit Gewalt zu bemächtigen. Diese jedoch flüchtete noch rechtzeitig in die nahe Höhle des Karlkogels, wo sie sich mit ihren Knechten verborgen hielt. Zuvor hatte sie jedoch einen treuen Diener ins Frauenstift nach Göß geschickt, um von der Äbtissin Hilfe zu erbitten. Die edle Frau war sogleich hiezu bereit, und gut bewaffnete Klosterleute zogen aus, die Bedrängte zu befreien. Inzwischen war der Raubritter mit seinen Spießgesellen in den Gsollhof eingedrungen und zog sogleich, als er das Nest leer fand, zur Höhle. Wohl gelang es einigen Raubgesellen, auf dem gefährlichen Pfade bis zum Höhleneingang vorzudringen, dort wurden sie jedoch jedesmal von den Knechten der Witfrau in den schauerlichen Abgrund gestürzt. Schon hatte der Raubritter auf diese Art einige seiner besten Leute verloren; nun wollte er von der anderen Seite in die Höhle eindringen, denn es war ihm bekannt, dass diese zwei Eingänge hatte. In dieser höchsten Gefahr erschienen die Klosterknechte von Göß, umzingelten die ganze Raubschar und vernichteten sie in kurzer Zeit; nur der freche Raubritter wusste auf geheimen Pfaden zu entkommen. Die junge Witfrau war nun gerettet und zog mit ihren Befreiern nach Göß. Aus Dankbarkeit für die geleistete Hilfe und in Erinnerung an ihren unvergesslichen edlen Gemahl verzichtete sie auf das fernere Weltenleben, wurde einfache Klosterfrau und schenkte all ihren Reichtum samt dem schönen Gsollhof dem Stifte Göß. Seither heißt die Höhle im Karlkogel "Frauenmauerhöhle".

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© Bild und Text Fritz Bayerl, Karl und Inge Friedl