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Waldbahn Zug
ehemalige Erzverladestelle beim Bahnhof Radmer
letzte Fahrt unter Dampf
Danach wurde die schwere Last von elektrisch betriebenen Lokomotiven gezogen

Die Waldbahn#

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Die Idee zum Bau der Waldbahn für den Holztransport wurde bereits vor dem I. Weltkrieg geboren. Doch scheiterte die Ausführung an den nicht vorhandenen finanziellen Mitteln. So wurde nur die Strecke trassiert, dann ging das Geld aus. Nach dem I. Weltkrieg herrschte weltweit Pferdemangel, da im Kriegsgeschehen mehr als eine Million dieser Tiere umkamen. So griff man notgedrungen den Plan der Waldbahn wieder auf. Mitte 1919 wurde mit dem Bau begonnen, bereits im März des folgenden Jahres konnte die Bahn eröffnet werden. Bis 1922 wurde die Strecke auf 12,8 km Länge erweitert.

Von vornherein wurde bei der Planung dieser Bahn auch berücksichtigt, eventuell Erz zu transportieren. Die Spur wurde an die Spurbreite der Fahrzeuge der Alpinen Montangesellschaft vom Erzberg angepasst. So konnte man sich bis 1922 auch eine Lokomotive vom Erzberg leihen, ehe eine eigene angeschafft wurde. Sie war bis 1952 in Betrieb und wurde nach der Tochter des ermordeten Thronfolgers Franz Ferdinand "Sophie" getauft. 1950 wurde die im Volksmund "Sopherl" genannte Lok aus dem Betrieb genommen und verschrottet. Lediglich das Namensschild wurde aufbewahrt und ist heute noch in der Kanzlei des Forstgutes Hohenberg zu sehen. Bis 1956 fuhren gemischte Züge auf der Waldbahnstrecke, das waren sowohl Holz- als auch Erztransporte. Danach wurde nur mehr Erz befördert. Im Jahre 1967 wurde die Eisenbahn elektrifiziert und auf 900 mm umgespurt. Mit Ende des Erzabbaus im Jahre 1980 gab es für die Bahn keine Verwendung mehr und wurde eingestellt. Die neben der Straße heute noch erkennbare ehemalige Bahntrasse erinnert an diese Zeit.


© Bild und Text Fritz Bayerl, Karl und Inge Friedl