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EDER Josef Maria Ludwig
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* 16. März 1855 in Krems (NÖ)
† 18. Oktober 1944 in Kitzbühel (Tirol)

eder
Josef Maria Eder, Foto 1915.
© Copyright by Austria Forum durch das Bilderarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek Wien.

Österreichischer Pionier der Photographie und Photochemiker. Eders Forschungen bildeten die Grundlage für die Weiterentwicklung der Photographie.

Beitrag ersellt von N. Miljković

Vita und technische Errungenschaften

Eder studierte an der Universität und TU Wien naturwissenschaftliche Fächer – Chemie, Physik und Mathematik.

1879 wurde er zum Assistent an der TU und habilitierte sich. Sein Hauptinteressensgebiet war die Photochemie. Nach einem Jahr in Troppau folgte eine Professur für Chemie an der Staatsgewerbeschule in Wien (1880).

Um 1881 erfand Eder – zusammen mit seinem Mitarbeiter G. Pizzighelli – eine Chlorsilber-Emulsion, die als Grundlage für unempfindlichere Diapositiv-Platten etc. diente.

Durch seine Berufung als Professor für Chemie (und Physik) an die Höhere Gewerbeschule in Wien 1882 erhielt Eder Zugang zu besser ausgestatteten Labors.

Während seiner Professur erfand Eder Gelb-Grün-Sensibilisatoren für Trockenplatten, führte spektrale Analysen diverser Lichtquellen durch und interessierte sich für Photometrie etc.

Dank Eders Initiative wurde 1888 das k. u. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren (heute: Graphische Lehr- und Versuchsanstalt) eröffnet, deren Direktor er bis 1923 war.

1892 wurde Eder zum außerordentlichen und 1902 zum ordentlichen Professor der TU Wien ernannt.

In den 1890er Jahren arbeitete er zusammen mit E. Valenta an der Spektralanalyse des Drei-Farben-Druckes etc. U.a. gelang ihnen eine Verbesserung der Wirkung der damals erst kürzlich neu entdeckten Röntgenstrahlen auf photosensible Substanzen.

1923 wurde Eder mit dem Ehrentitel Hofrat in den Ruhestand versetzt.


Wichtigste Publikationen

- Ausführliches Handbuch der Photographie (1891-1896), in 4 Bänden.

- "Rezepte, Tabellen und Arbeitsvorschriften für Photographie und Reproduktionstechnik" (1949), Verlag W. Knapp, Halle (Saale), 480 S.

- "Geschichte der Photographie" (1932), in 2 Bänden, Verlag W. Knapp, Halle (Saale), 1108 S.



Mitarbeiter, Kollegen und Schüler

Hecht W.
Londe A.
Marey E.-J.
Pizzighelli G.
Valenta E.


Quellenangaben

Die für diese Biographie verwendeten Quellen sind:
- "Josef Maria Eder" (1955), R. Zahlbrecht.

- "Josef Maria Eder" (1955), F. Dworschak & O. Krumpel.

- "Eder Joseph Maria" (1959), W. Schürmeyer, In: Neue Deutsche Biographie (NDB), Band 4, S. 312 f.

Weiters empfehlen wir die Nachlese in folgenden Werken (ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben)
- "Österreichische Naturforscher und Techniker" (1951), O. Krumpel, S. 125ff.