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GRÄF Carl#

* 11. Juni 1871 in Wien
† 11. Juni 1939 ebenda

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Carl Gräf, Foto 1930.© Copyright by Austria Forum durch das Österreichische Institut für Zeitgeschichte, Wien (Bildarchiv)
Österreichischer Ingenieur und Industrieller. Zusammen mit seinen Brüdern Franz und Heinrich konstruierte er das erste Petroleum-betriebene Auto mit Vorderradantreib unter Verwendung der Cardan-Welle (Patent 1900).

1904 gründeten die Brüder Gräf zusammen mit dem Finanzier W. Stift die bis heute bestehende erste österreichische Automobilfirma Gräf & Stift.

Beitrag erstellt von N. Miljković

Vita und beruflicher Werdegang
Nach dem frühen Tod des Vaters Ferdinand erlernte Carl das Gewerbe seines Vaters, das Schlosserhandwerk. Zunächst arbeitete er bei J. Meßner in der Roßau. Nebenher besuchte Gräf zusammen mit seinem Bruder Heinrich auch Kurse am Technologischen Gewerbemuseum.

1883 gründeten drei der vier Gräf-Brüder eine Werkstätte, mit der sie sich 1898 als Mechaniker selbständig machen konnten.

Bereits ein Jahr darauf stellten sie das erste motorisierte Fahrzeug, das „Gräf-Automobil“, vor, das erste Fahrzeug der Welt mit Vorderantrieb. 1900 meldet Gräf ein Patent auf eine „Antriebsvorrichtung für Lenkräder von Automobilen“ an.

Auf der zweiten Internationalen Automobil-Ausstellung in Wien 1901 wurde ein weiteres Gräf-Automobil präsentiert.

1904 gründeten die Brüder Gräf zusammen mit dem Finanzier W. Stift die erste österreichische Automobilfirma "Gräf & Stift".

Neben großen Limousinen (u.a. für das habsburgische Kaiserhaus in Auftrag gegeben) bauten sie auch Busse und ab dem ersten Weltkrieg auch LKWs. Besonders in den 1950er und 1960er Jahren folgte eine kontinuierliche Erweiterung des Angebotes (u.a Straßenbahnwagen für die "Wiener Linien", Schneepflüge, etc.).

1971 wurde die Firma "Gräf & Stift" mit der "Österreichischen Automobil Fabriks-AG" zur "Österreichischen Automobilfabrik ÖAF-Gräf & Stift AG" fusioniert, die noch im selben Jahr von der "MAN AG" übernommen wurde.


Quellenangaben Die für diese Biographie verwendeten Quellen sind:
- "Personenlexikon Österreich" (2002), (Hrsg.) E. Bruckmüller, Buchgemeinschaft Donauland (u.a.), Wien, 575 S.

Weiters empfehlen wir die Nachlese in folgenden Werken (ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben) - "100 Jahre Fahrzeugbau in Wien" (2001),S. Reitgruber & G. Bruner, Verein zur Förderung der historischen Fahrzeuge.