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HATSCHEK Ludwig#

* 9. Oktober 1856 in Tieschetitz bei Olmütz (heute: Těšetice, Tschechische Republik)
† 15. Juli 1914 in Linz (OÖ)

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Ludwig Hatschek, Foto.© Copyright by Austria Forum durch das Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek Wien
Tschechisch-österreichischer Erfinder und Unternehmer. Berühmt wurde Hatschek besonders durch die Erfindung des Asbestzements ‚Eternits’ und die Begründung der Hatschek-Werke in Oberösterreich.

Beitrag von N. Miljković

Vita und beruflicher Werdegang

Hatschek entstammte einer Bierbrauerfamilie, weshalb er zunächst der Familientradition folgend die Brauereischule in Weihenstephan bei München absolvierte und bis 1892 in der väterlichen Brauerei (‚Linzer Aktienbrauerei und Malzfabrik’) in Linz beschäftigt war.

In jungen Jahren war Hatschek ein ausgezeichnete Eisläufer, Billardspieler und Hochradfahrer. Sofern es der Beruf erlaubte unternahm er gerne ausgedehnte Reisen ins Ausland.

Nach kürzeren Auslandsaufenthalten baut sich Hatschek in Vöcklabruck (OÖ) ein Gewerbe auf – die ‚Erste österreichisch-ungarische Asbestwarenfabrik Ludwig Hatschek’. In einer alten Papiermühle Schöndorf (1893/94) entwickelt er mit gebraucht gekauften Asbest-Spinnmaschinen in den folgenden Jahren eine nicht brennbare Dacheindeckung aus Asbestzement, die er im Jahr 1900 patentieren lässt. Hatscheks Unternehmen bewirbt das Produkt nach zahlreichen gewonnenen Patentprozessen ab 1903 mit dem Markennamen ‚Eternit’. Nebenher werden auch andere Dinge wie Rohre etc. produziert.

Die letzten Jahre des erfolgreichen Unternehmers werden ab 1910 von einer schweren Krankheit überschattet. Immer wieder unternimmt er Kuraufenthalte, auch im Ausland (Nizza, Merano, München).

Sein Sohn Hans übernahm 1910 die Werke und expandierte stark. Bis heute sind die 'Eternit-Werke Ludwig Hatschek AG’ (ab 1980 als AG) weltweit erfolgreich.

Bedingt durch zahlreiche staatliche Großaufträge (besonders für die Stationsgebäude der Staatsbahnen) kann die Forma rasch expanieren.1910/11 wird der Hauptsitz des Unternehmens nach Linz verlegt.

Zu Ehren des Vaters stiftet Hatscheks Sohn in Vöcklabruck ein Krankenhaus (Bau 1930-39) und engagiert sich auch für seine Mitarbeiter sozial.

Von 1987-93 wird die gesamte Produktpalette basierend auf langjährigen Forschungsarbeiten auf eine asbestfreie "neue Technologie" umgestellt.
Ehrungen

Titel Kaiserliche Rat
Hatschekstraße in Linz im Bereich Spallerhof

Zitate

Hatscheks Sohn Hans über das soziale Engagement seines Vaters: „Er kannte jeden seiner Arbeiter genau, ebenso seine Verhältnisse, seine Sorgen und Leiden und half persönlich und still, wo er nur konnte. Er hatte eiserne Nerven, Fleiß und Ausdauer“ (OÖ Nachrichten, 2006).


Mitarbeiter, Kollegen und Schüler

Hatschek H.


Quellenangaben
Die für diese Biographie verwendeten Quellen sind:
- "Ludwig Hatschek (1856-1914), Erfinder und Großindustrieller" (1982), In: Oberösterreicher, (Hrsg.) Oberösterreichisches Landesarchiv, Band 2.

- "Ludwig Hatschek" (2003-2007), In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Band 2 (Lfg. 8), (Redaktion) H. Grössing für Institut Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation, (Hrsg.) Österreichische Akademie der Wissenschaften, S. 208.
Weitere links

www.eternit.at