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Raabs an der Thaya
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Burg Raabs
© Copyright Christian Brandstätter Verlag, Wien.
Die Burg Raabs an der Thaya gehört zu den frühesten auf dem Gebiet des heutigen Österreich errichteten Steinburgen. Im 11.–13. Jahrhundert bildeten Burg und Ort (im Jahre 1100 erstmals genannt) am Zusammenfluss der Mährischen mit der Deutschen Thaya das Zentrum eines sogenannten »Königsbezirkes«, aus dem sich eine unmittelbar dem Deutschen Reich unterstellte Grafschaft entwickelte.

Ihre erste Burganlage ließen die Herren von Raabs auf dem östlichen Burgfelsen errichten, ein quer über den Felsen gebautes FESTES HAUS und eine über ihm, auf der höchsten Felsspitze gelegene KAPELLE. Gegen die Angriffsseite war das kleine BURGENSEMBLE durch den noch aufrecht stehenden, fünfeckigen, mit talwärts gerichteter Kante auf der untersten Felsstufe gelegenen BERGFRIED gesichert.

Von der später zweigeschossig überbauten romanischen Kapelle auf der Felsenspitze hat sich das Grundmauerwerk erhalten. Das über die ganze Breite des Felsens reichende mehrgeschößige FESTE HAUS, mit einem Fundament von 21x12,30 Metern, völlig in den späteren Schlossbau integriert, wird nur auf dem alten Baualterplan der Gesamtanlage augenscheinlich. Eine Vorstellung von dieser Wohnburg auf dem Raabser Felsen gibt das in seinen Grundmauern noch völlig erhaltene Feste Haus der Schallaburg.

1183 verpfändete Albrecht I. von Österreich Raabs als eine dem Herzogtum Österreich angeschlossene, jedoch weiterhin reichsunmittelbare Grafschaft seinem Marschall Heinrich von Maissau. Nach den Maissauern erhielten die Puchheimer Feste und Herrschaft. Sie blieben fast dreieinhalb Jahrhunderte in ihrer Hand. Noch 1386 jedoch führte Herzog Rudolf IV., der Stifter, unter anderen auch den Titel »Graf zu Ragtz«. Die Puchheimer des 14. und 15. Jahrhunderts ließen das Feste Haus mit einer Ringmauer umgeben und gotische Erweiterungsbauten ausführen. Unter den Puchheimern des 16. und 18. Jahrhundert wandelte sich die mittelalterliche Burg endgültig zum Schloss, auch die Vorburg östlich des Bergfrieds wurde überbaut, und der Vorhof entstand. In ihm, in der sogenannten »Umkehr«, erinnert eine Inschrift an die Ermordung des Niklas Puchheim durch Adam von Hofkirchen auf Burg »Kollmitz« im Jahre 1591. Burgherrn des 18. Jahrhunderts, unter ihnen die Freiherrn von Bartenstein, versahen Raabs noch mit schlossartigen Einbauten.

Mit der Schallaburg gehört Raabs neben Gars am Kamp zu den wohl bau- und siedlungsgeschichtlich und historisch bedeutsamsten österreichischen Burgen.

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Raabsburg-1.JPG
Burg Raabs von unten
Raabsburg-nah
Burg Raabs aus der Nähe
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Fischen in der Thaya
Raabs-Wappen
Wappen von Raabs