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Heribert Reitböck

Heribert J. P. Reitböck (* 22. Juni 1933 in Ried im Innkreis) ist ein österreichischer emeritierter Neurowissenschafter.

Er wurde 1978 als Universitätsprofessor und Nachfolger von Hans Wolter an die Philipps-Universität Marburg berufen und baute dort die Arbeitsgruppe Angewandte Physik und Neurophysik auf, wo er die Multielektrodentechnik weiter perfektionierte, sodass 1989 tatsächlich objektbezogene Synchronisationen im Sehsystem nachgewiesen werden konnten. Nach diesem Prinzip entwickelte er Modelle leistungsfähiger technischer Sehsysteme. Flexible Kopplung durch Synchronisation ist zwischenzeitig weltweit ein wichtiger Zweig der Hirnforschung, um neuronale Mechanismen assoziativer Prozesse besser zu verstehen. Reitböck gilt dabei als ein Pionier.[1]

In Reitböcks Besitz befindet sich eine Reihe von Werken des österreichischen bildenden Künstlers Miguel Horn.

Werdegang: #

Reitböck studierte Nachrichtentechnik an der Technischen Hochschule in Wien, wo er unter der Leitung von Heinz Zemanek eine Diplomarbeit über Kybernetik machte. 1958 graduierte er zum Diplomingenieur. Sein Studium der Physik und Biophysik absolvierte er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo er bei seiner Doktorarbeit von Boris Rajewsky am Max-Planck-Institut für Biophysik betreut wurde und 1963 als Dr. phil. nat. promovierte. An der Technischen Universität Wien promovierte er mit einer Dissertatin unter der Leitung von Herbert König 1964 zum Dr. techn. Während seiner Tätigkeit am Max Planck-Institut für Biophysik entwickelte er einen Hochtemperatur-Rubin-Molekularverstärker und ein empfindliches Elektronenspinresonanz-Spektrometer und untersuchte die Rolle freier (auch strahleninduzierter) Radikale in biologischen Substanzen.

Mit dieser Kompetenz war er von 1965 bis 1969 Berater der Internationalen Atomenergiebehörde. 1966 holte ihn die Firma Westinghouse Electric nach Pittsburgh, wo er an die Medizinische Fakultät kooptiert wurde und die Lösung technischer Mustererkennungsprobleme am Gehirn von Primaten erlernte. Dazu entwickelte er die inzwischen weltweit verbreitete Registrier-Technik, mit der man gleichzeitig viele Neuronen beobachten kann. 1978 folgte die Berufung nach Marburg. Reitböck ist Autor von rund einhundert wissenschaftliche Publikationen, Buch- und Konferenzbeiträgen und ist Inhaber von sechs US-Patenten.[2]

Einzelnachweise: #

↑ Reinhard Eckhorn: Flexible Kopplungen im Gehirn. Zum 70. Geburtstag des Neurophysikers Professor Heribert J. P. Reitböck. In: Marburger Uni-Journal. Nr. 15 vom April 2003, S. 62 Flexible Kopplungen im Gehirn ↑ Curriculum und Qualifikationen Professor Reitboeck


Sehr interessant, sollte definitiver Bestandteil von AEIOU werden. HG

-- Glaubauf Karl, Montag, 13. Juni 2011, 22:01