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Bild 'hmaurer_Zen-Garten-in-Kyoto'


Der hier abgebildete Abteigarten Daisen-in in Kyoto ist ein Garten, wo früher Shakkei, die geborgte Landschaft, dahinter sichtbar war. Die Sandkegel dienten ursprünglich als Streusand, der oben im Kegel aus dem Schnee herausragend immer trocken war, bis er im Laufe der Zeit wie die geharkten Linien (Wasser darstellend) Wellenform legt die Höhe der Welle selber symbolisch dar.

Ich selber träume davon, mal als kleiner unauffälliger Handlanger in so einem altehrwürdigen Garten mal eine Woche lang vielleicht nur zu fegen.

In dieser Zeit ist man allein mit dem Kunstwerk und kann es wirklich genießen und inhalieren...

1987 wurde ich beauftragt, den Japanischen Garten im 5* Hotel Merkur (Leipzig) mit einer Investsumme von knapp unter einer Million D Mark liegend zu sanieren.

Es war schwierig, weil die Gestaltung selber einerseits keine 50% des geplanten Ursprungs nach nur knapp 7 Jahren zu erkennen war. So mußte man sich entscheiden, durch Formgebung den Hauptgarten zu sanieren und die anderen Teilgärten durch 2 neu geschaffene Japanische Teilgärten - z.B. mit einer Wasserwelle aus nur Immergrün im einen und einem versiegten Bachlauf mit künstlichen Hügel in dem anderen - versuchen zu ergänzen.

Wie die Spezialisten selber sagen braucht man nach dem Fachschulabschluss zusätzlich etwa 7 Jahre um hinter die Philosophie des klassischen Japanischen Gartens selber steigen zu können.

Diese Gärten haben in der Flächengliederung die Genauigkeit eines Schweizer Uhrwerks; nur diese wie hier im Bild lebt von dem Gedanken ergänzt: "Nimm nur die Hälfte von dem, was du an Material zu verwenden gedenkst und du wirst sehen selbst das ist schon fast zu viel."

Der Japanische Garten zeichnet sich durch das Primat der Natur aus in der Gestaltung, wie ebendies auch im Romantischen Garten vergleichbar in Europa so ist.

Alles Beiwerk (Requisiten und Hilfsmittel) fällt optisch nicht mehr auf, als hintergründliche Ergänzung, welche auch einen Nutzen haben muss zugleich.

Das Gegenstück ist der Chinesische Garten, wo das Beiwerk das beherrschende Element selber z.B. ist.


Gruß Einer_von_uns

--Rosner Leo, Sonntag, 3. Oktober 2010, 18:08