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Wie bitte? Wer kann denn in Wien/Umgebung kein Schnitzel machen und braucht noch eine Anleitung? Die Empörten mögen vor einer Verdammung des Autors dreierlei tun:

1. Das Figlmüller-Video hier im Austria-Forum anschauen.

2. Zum Figlmüller auf ein Schnitzel gehen. Die Figlmüllerschnitzel sind die besten der Welt, genauer: sie sind - und da stütze ich mich auf niemand Geringeren als Leibnitz - die besten aller Welten.

3. Diese Anleitung lesen und befolgen.

Hinter der Figlmüller-Meisterschaft stecken zwei Geheimnisse, die in dem Video zwar erwähnt werden, aber so, dass man nicht so ohne weiteres dahinter kommt. Wer die beiden Geheimnisse kennt, wird auch zu Hause ein Schnitzel machen können, das vielleicht noch nicht auf Figlmüller-Niveau ist, aber doch so, dass sich alle Vegetarier vor Verzweiflung in den Hintern beissen (wodurch sie sich gewissermaßen unglauwürdig machen) und ihr selbstverschuldetes Schicksal verdammen.

Geheimnis 1:

Ein Schnitzel darf nach dem Panieren nicht warten (müssen), sondern gehört so rasch wir möglich gebacken. Die Panier wird sonst feucht (Wasser aus dem Ei und Fleischsaft) und schmeckt dann nicht so gut. Zudem löst sie sich, elegante Wöbungen bildend, dann beim Backen nicht vom Fleisch. - Weil das bei der Herstellung am laufenden Band nicht geht, schmecken die meisten Wirtshausschnitzel eben so wie sie schmecken, nennen wir es "unterdurchnittlich". Der Figlmüller hat bestimmt mit seiner im Video erwähnten Bröselmischung einen Weg gefunden, dass sich die Panier nicht vollsaugt, auch wenn sie etwas warten muss. Für zu Hause heißt das: Panieren und sofort rein in die Pfanne!

Geheimnis 2:
Temperatur des Backfetts. Dass Figlmüller drei Pfannen verwendet ist alles andere als eine Marotte. Grund dafür: Durch das Einlegen des Schnitzels kühlt das Backfett relativ stark ab. Daher legt F. das Schnitzel nach wenigen Sekunden in die zweite (noch heiße) und aus gleichem Grund dann in die dritte Pfanne. So wird das Schnitzel immer mit der perfekt richtigen Temperatur (ich denk, so 170 Grad) gebacken, schwimmend sowieso. Das kriegt man zu Hause nicht so leicht hin. Mit höherer Temparatur im Einpfannenverfahren zu arbeiten verbietet sich wegen Verbrennungsgefahr. Am ehesten kommt für den Heimgebrauch wohl eine Fritteuse mit viel Öl dem gewünschten Ideal am nächsten.