unbekannter Gast

Was ist das schwerste, wenn man Gäste zum Grillen hat?

Antwort 1: Dass sie stillhalten und nicht zu laut schreien. Außerdem braucht man einen so großen Grill, wie ihn kaum einer hat.

Aber den makabren Scherz beiseite und zu Antwort 2: Die Logistik.

Wenn man verschiedene Sachen grillt liegt es in der Natur der Sache, dass die nicht gleichzeitig fertigwerden. Das macht die Gäste unruhig und führt zu Stress. Die Lösung: Ein großer Teller Vorspeise. So lang sie essen, reden sie nicht und man kann in Ruhe weitergrillen.

(Übrigens: Jede kluge Mutter rät seit Einführung der – von Frauen erfundenen - Monogamie ihrer Tochter, wenn die heiratet: „Füttere die Bestie gut“. Kluge Töchter richten sich danach - auch weil sie dann eher in der Nacht Ruhe haben und nicht ständig zu Migräne greifen müssen.)

Nach diesem wichtigen Exkurs zur idealen Grillvorspeise:

HALUMI IN DER SPECKWINDEL

Man nehme Halumi (abgepackt, z. B. vom Hofer), und zwar den „fetten“ (abgenommen wird ab morgen …) und dazu „Schwarzwälder Speck“, in Streifen geschnitten und ebenso abgepackt, und ebenso vom Hofer.

Der Halumi wird in Quadern von ca. 1,5 x 1,5 x 4 cm Größe geschnitten. Das geht leicht, weil Halumi etwa die Konsistenz von Plastilin hat. Danach ganz wenig gesalzen (der Speck ist schon stark gesalzen) und etwas gepfeffert. Die Quader in die Speckstreifen einwickeln (daher : Windel, durch das ganze einen Zahnstocher zur Fixierung des Specks stecken – und dann auf den Grill, bis der Speck schön kross ist. In wenigen Minuten hat man köstliche Vorspeisenhappen. Nimmt man etwas längere Zahnstocher, geht das sogar als Fingerfood durch (weniger Geschirr). Pro Person 3 Stück sollten reichen

Die Sache ist heiß und würzig, verlangt also nach Bier.

Am besten geht das Grillen natürlich NICHT am Rost, sondern auf einer DICKEN GUSSEISERNEN GRILLPLATTE. Die wird einfach auf den Rost gelegt. Wichtig ist, dass die Platte optimal Hitze aufnehmen kann. Ein Grill mit Deckel ist daher unbedingt zu bevorzugen.

Wir haben eine solche Platte vor kurzem gekauft. Es ist ein Traum! Vergiss alles, was vorher „grillen“ hieß. Das Grillgut hat vollen Kontakt mit der heißen Platte, alle Poren schließen sich sofort, es tritt kein Saft aus. Z. B. ist ein Steak von der Platte einfach göttlich! Aber selbst so proletarische Sachen wie Fleischlaibchen werden wunderbar.

Die Gusseisenplatte muss vor Gebrauch UNBEDINGT „eingebrannt“ werden, genau nach Anleitung, was nicht unbedingt eine Sauerei oder ein Härtetest für die Rauchmelder im Haus sein muss. Danach hat sie eine edle Patina, wird immer besser und hält für immer. Auch die kluge Tochter kann sie weiter vererben. Die Platte haben wir – nach längerer Googelei –hier gekauft: http://www.barbecue-point.at

Dort gibt es eine geradezu enthusiastische Beratung und man erfährt die beste Methode zum sauerei- und rauchfreien Einbrennen von Gusseisengeschirr.