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Ascorbinsäure - Medizin und Psychologie - Community

Ascorbinsäure#


Vorweg: Vitamine sind organische Substanzen, die zur Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit des menschlichen Organismus notwendig sind und mit der Nahrung zugeführt werden müssen.

Es genügen wenige Milligramm, um den Tagesbedarf zu decken. Jedes einzelne der Vitamine erfüllt bestimmte Aufgaben, die von einem anderen Vitamin nicht in gleicher weise ausgeübt werden können.

Ascorbinsäure kommt nicht in Mikroorganismen vor und wird von ihnen nicht benötigt. Der Mensch, Affen, Meerschweinchen, Fledermaus, gewisse Vögel, Fische und Insekten können Vitamin C selbst nicht synthetisieren (genetisch bedingter Ausfall des Enzyms l-Gulonolacton-Oxidase, die den letzten Schritt oxidiert). Sie sind auf Zufuhr angewiesen. Möglicherweise konnten ursprünglich alle Tiere Ascorbinsäure herstellen, aber einige Arten haben diese Fähigkeit durch eine Mutation verloren. Dauernder Entzug von Ascorbinsäure führt beim Menschen nach 3 bis 4 Monaten, nachdem seine eigene Reserven (v.a. in Nebennieren und Leber) verbraucht sind, zum tod. Meerschweinchen sterben schon nach 20 Tagen.

  • reine Ascorbinsäure bildet farblose Kristalle, die leicht sauer schmecken und geruchlos sind
  • in reinem, trockenem Zustand ist Ascorbinsäure relativ beständig gegen Licht, Luft und Wärme
  • gelöst ist Ascorbinsäure wärmeempfindlich und wird insbesondere in Gegenwart von Schwermetallspuren (Eisen und Kupfer als Katalysatoren) sowie in alkalischem Milieu durch Licht und Sauerstoff zersetzt (wird zu Dehydroascorbinsäure oxidiert)
  • leicht in Wasser löslich --> oh-gruppen, gut löslich in Alkohol, unlöslich in unpolaren Lösungsmitteln (Ether, Öle, Fette)
  • wirkt als biochemisches Redoxsystem


Vitamin C gehört chemisch zur Klasse der Kohlenhydrate, funktional zu den Säuren, Reduktionsmitteln und physiologisch zu den Vitaminen.

Hauptfunktionen der Ascorbinsäure

Symptome der Vitamin C-Mangelkrankheit Skorbut (Zahnausfall, Blutungen, Hautschäden, Gefäßschwäche) lassen sich durch eine gestörte biosynthese von kollagen erklären. Kollagen ist das wichtigste Protein des Bindegewebes (Haut, Sehnen, Blutgefäße, Bänder, Knochen, Knorpel, Dentin). Man schätzt, dass es etwa ein Drittel der gesamten Proteinmasse des Menschen ausmacht.

Skorbut war früher bei Seefahrern berüchtigt. Die ersten Symptome zeigen sich in starker Müdigkeit, Zahnfleischblutungen und verstärkter Anfälligkeit gegenüber Infektionskrankheiten. Im weiteren Verlauf treten Gelenkentzündungen und Muskelschwund auf. Eine Herzschwäche führt schließlich zum Tod.

Lange Zeit galt Skorbut als unheilbar, bis der englische Schiffsarzt James Lind im jahre 1752 bewies, dass die vorbeugende Einnahme von Zitronensaft Skorbut verhinderte. Lind verabreichte 12 an Skorbut erkrankten Personen eine Basiskost, die mit verschiedenen Substanzen kombiniert wurde. Je 2 personen erhielten Apfelwein, verdünnte Schwefelsäure, Essig, Meerwasser, Orangen und Zitronen oder eine Patentmedizin zum Spülen des Gaumens. Lind fiel auf, dass bei denjenigen Personen, welche die Zitrusfrüchte erhalten hatten, die Symptome zurückgingen. In der Folgezeit erwiesen sich auch frische Kartoffeln und Sauerkraut, sowie verschiedene Kräuter wie Scharbockskraut und Löffelkraut als wirksam gegen Skorbut.

Vitamin C-Mangel:

  • keine Bildung der Tripelhelix des Prokollagens (wahrscheinlich wird die Entstehung der Helix erst durch H-Brücken zwischen Hydroxyprolin-Resten ermöglicht)
  • Verarmung des Bindegewebes an Kollagen
  • Blutgefäße werden brüchig, Zähne verlieren ihre Stütze

Eisenresorption

Vitamin C fördert die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. Eisen ist wichtig für die Blutbildung, Zellatmung und Energieproduktion in der Zelle (Eisen bindet den Sauerstoff im roten Blutfarbstoff Hämoglobin). Die Aufnahme von Eisen wird durch Gegenwart von Ascorbinsäure verbessert. Es kommt also nicht nur darauf an, dass die Nahrung genügend Eisenionen enthält, sondern, dass sie genügend aufnahmefähige Eisenionen enthält. Schwarztee zb bindet Eisenionen (durch und macht sie schlechter aufnahmefähig.

Ascorbinsäure als antioxidans

In seiner fähigkeit, Elektronen sehr leicht abzugeben, liegt die Eigenschaft der Ascorbinsäure als hervorragendes biologisches Antioxidans. Vitamin C bietet wirksamen Schutz gegen freie Radikale im Zusammenhang mit molekularem Sauerstoff. Diese radikale (Sauerstoffradikale, Peroxide oder Hydroxylradikale) sind ständig im Metabolismus anwesend. Sie sind chemisch hochreaktiv und aggressiv. Sie verursachen Gewebsschäden (altern von Geweben), greifen Proteine, Lipide und auch Teile der DNA an und sind dadurch an der Entstehung von Krebs oder Arteriosklerose beteiligt.

Eine erhöhte Konzentration von freien Sauerstoffradikalen kann bei Entzündungen oder zusätzlichen Belastungen aus der Umwelt (Rauchen, Alkoholmissbrauch, Abgase, Ozon etc.) auftreten. 20 Zigaretten pro Tag reduzieren den Vitamin C-Plasmaspiegel um 35 %, bei über 20 Zigaretten kann die reduktion 40 % erreichen.

Ascorbinsäure wird auch als Konservierungsmittel für Fette (schutz vor Ranzigkeit) und Lebensmittel (E 300, Schutz vor Verwesung, Schutz vor Braunfärbung bei der Lagerung) eingesetzt, zb in Championkonserven. Es verhindert durch Reaktion die Oxidation durch Luftsauerstoff. Es senkt zusätzlich den ph-Wert und vermindert dadurch das Bakterienwachstum.

Besonders hohe Gehalte an Ascorbinsäure finden sich in zahlreichen Früchten und Gemüsen, zb in Citrusfrüchten, in Hagenbutten oder in der Paprika. Der Mensch kann Vitamin C nicht selbst bilden, es ist ein essentieller Stoff. Daher ist der Mensch auf die Aufnahme von Vitamin c aus Nahrungsmitteln angewiesen. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt bei etwa 75 milligramm. Vitamin C Gehalt in Nahrungsmittel pro 100 Gramm:

Hagebutten 1250 mg
schwarze Johannisbeeren 289 mg
Petersilie 166 mg
Erdbeeren 62 mg
Zitronen 53 mg
Orangen 50 mg
Kartoffeln 28 mg
Sauerkraut 20 mg
Kopfsalat 10 mg
Kuhmilch 1,6 mg
Käse 1mg

Beim Zubereiten und beim Konservieren von Lebensmitteln geht ein Teil des Vitamins verloren. Der geringste Verlust tritt beim Kochen von frischem Gemüse im Dampfkochtopf auf. Besonders gesund ist es jedoch, sich von rohem Gemüse oder Obst zu ernähren.

Kochen im Wasser: 16 - 26 %
Kochen im Dampf: 16 - 58 %
Hitztebehandlung vor dem Eindosen: 48 %
Gefriertrocknung: 43 %
Lufttrocknung: 50 - 70 %

Man erhält Vitamin c aus d-Glucose in einem chemisch-biochemischen Verfahren. die Glucose wird zunächst zu Sorbit reduziert und anschließend mit Sorbose-Bakterien zu dem Kohlenhydrat l-Sorbose oxidiert. Die Sorbose wird unter Zugabe von Aceton weiter oxidiert, wobei nach der anschließenden Abspaltung des Acetons und einer Wasserabspaltung das Vitamin C entsteht.

Ascorbinsäure wird bei Vitamin-C-Mangel und als Vorbeugemittel bei Erkältungskrankheiten verabreicht. Es stärkt das Immunsystem des menschlichen Körpers. Die Verwendung in Nahrungskonserven als Lebensmittelzusatzstoff (Anti-oxidanten) verhindert die Verwesung, deshalb wird das Vitamin im großen Umfang als völlig unschädlicher Konservierungsstoff (E 300) eingesetzt. Außerdem verhindert es die oxidative Braunverfärbung bei der Lagerung von Lebensmitteln.

Autor: elmar schön