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Alpenskorpion (euscorpius germanicus, euscorpius germanus, euscorpius gamma)#

Alpenskorpion
Alpenskoripon Weibchen
Alpenskorpion
verteidigungsbereit
Alpenskorpion
Vor der Paarung


Der Alpenskorpion gehört zu den Spinnentieren (arachnida / scorpiones), welche mit ca. 400 Millionen Jahren, zu den ältesten landlebenden Tieren zählen.


Sein Verbreitungsgebiet reicht von der Schweiz (Bergell und Puschlav), über Südtirol, Osttirol (Drautal) bis Kärnten.
Nördlich des Alpenhauptkamms kann er in Nordtirol (bei Tarrenz) nachgewiesen werden.
Frühere Beobachtungen weisen ihn auch bei Krems, in Niederösterreich nach.
Durch Verschleppung treten einzelne Individuen auch außerhalb des normalen Verbreitungsgebiets auf.

Experten sind wohl in der Lage den Alpenskorpion zu finden und zu beobachten.
Der Alpenskorpion ist klein (Körper ca. 1-1.5 cm), nachtaktiv und er kommt nicht häufig vor.
Sichtungen durch Nicht-Experten sind daher meist zufällig und besonders erfreulich. Tagsüber hält sich der Alpenskorpion in Deckung auf, in Hohlräumen unter Steinen, unter Rinde, unter Holzmeilern, wobei er Standorte wählt, die warm und feucht sind.


Alpenskorpione sind (siehe oben) Spinnentiere. Sie bewegen sich auf 4 Beinpaaren fort, also 8 Beinen, womit sie sich eindeutig von Insekten unterscheiden (6 Beine). Skorpione haben 2 kräftige Zangen, mit denen sie ihre Beute fangen und halten, um sie zu fressen.
Wehrt sich diese zu sehr dagegen, wird sie durch einen Stich mit dem Stachel vom Ende des Schwanzes des Skorpions gelähmt bzw. getötet.
Der Alpenskorpion ist beim Einsatz seines Stachels zurückhaltend. Für Menschen ist sein Stich nicht bedrohlich un in seiner Intensität geringer einzustufen, als ein Wespenstich.

Zur Paarung stellt das Männchen ein "Paket" mit Spermien ab,nimmt das Weibchen an einer Zange und dirigiert es perfekt über das "Paket", welches das Weibchen dann in sich aufnimmt.
Der Alpenskorpion ist lebendgebärend und betreibt Brutpflege. Die noch weichen, durchscheinenden, ungeschützten Jungen finden am Rücken des Muttertiers Sicherheit vor Fressfeinden. Sie halten sich dort fest, bis sie sich gehäutet haben und ihr Panzer fest ist.

Zu den Fotos:

Links das Weibchen, rechts das Männchen, beide halten den Stachel weit weg, auch zeigt er in Richtung weg vom anderen,
um den anderen tunlichst nicht zu bedrohen. Das Gegenteil (!) ist erwünscht.


Angrenzend, bzw. sich etwas überschneidend mit dem Verbreitungsgebiet des eusorpius germanus liegt jenes seiner nahen Verwandten, des Karpatenskorpions (euscorpius carpaticus) und des Mittelmeerskorpions (euscorpius italicus).


Weiterführende Links:
Rote Liste der Skorpione Kärntens (aus 1999)
Tiroler Schutzgebiete (aus 2010)
Zur Situation der Skorpione in Österreich (aus 1984)
Arachnodata - ein Projekt aus der Schweiz.

© Austria-Forum
Fotos und Text Waldbär der VI.