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Die Geschlechterpolitik im österreichischen politischen System#

Der neue sozialdemokratische Sozialminister knüpft an die Tradition seiner Vorgänger an, er stellt einem unreflektierten Feminismus eine pragmatische Geschlechterpolitik entgegen:

Die Männerpolitische Grundsatzabteilung wurde von Bundesminister Mag. Herbert Haupt mit Wirkung vom 14. März 2001 als Organisationseinheit im Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen gegründet. Das mediale Interesse bei der Gründung war außerordentlich groß.

Die Abteilung begann mit vier Mitarbeitern (davon zwei Vollzeitbeschäftigte), nunmehr arbeiten hier zehn Personen (davon sechs Vollzeitbeschäftigte). Acht Mitarbeiter sind Frauen. Die Männerpolitische Grundsatzabteilung hat es sich zum Ziel gesetzt, die unter dem Link "Grundsätzliches zur Männer- und Geschlechterpolitik" beschriebenen sozialen Umwälzungen aus der Sicht der Männer zu beleuchten.

Männerpolitik, wie sie von der Männerpolitischen Grundsatzabteilung gesehen wird, muss als konsequente Fortsetzung und Ergänzung der Frauenpolitik verstanden werden. Dies bedeutet freilich nicht die kritiklose Übernahme von Methoden und Prämissen der Frauenpolitik. Die Männerpolitik soll vielmehr einen eigenständigen Weg entwickeln und dabei immer ein Auge auf das Ganze der Geschlechterpolitik werfen. Sie stellt die Geschlechterpolitik nun gemeinsam mit der Frauenpolitik auf neue Fundamente. Die so entstandene "zweite Säule" verstärkt den geschlechterpolitischen Entwicklungsprozess.

Es ist das große historische Verdienst traditioneller Frauen- bzw Geschlechterpolitik, die Gleichberechtigung von Mann und Frau entscheidend gefördert zu haben. Die Prozesshaftigkeit der Entwicklung des Geschlechterverhältnisses bringt es mit sich, dass immer noch genügend Raum für Verbesserungen bleiben wird. Geschlechterpolitik wird sich angesichts des hohen Standards an Gleichberechtigung bzw Chancengleichheit aber in Zukunft gerade auch abseits der "traditionellen" Gleichberechtigungspolitik entwickeln.

Ungeachtet aller Erfolge der "traditionellen" Geschlechterpolitik herrscht vielfach ein großer Mangel an gegenseitigem Verständnis zwischen Mann und Frau. Darauf deuten die hohen Scheidungsraten, der die Gesellschaft und den sozialen Zusammenhalt gefährdende Geburtenrückgang, die erschütternden Beispiele von Gewalt in der Familie, von Kindesmissbrauch und vieles andere mehr nur allzu deutlich hin. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Geschlechter- und daher auch der Männerpolitik, sich diesen Problemen zu stellen.

Dabei darf man eines nicht vergessen: Männersprache und Frauensprache, unterschiedliche Zugänge und Ausdrucksformen zB auf der Gefühlsebene und dergleichen sind nicht zu leugnende Tatsachen, welche die Geschlechterforschung ernst nehmen muss. Zielsetzung ist eine Verstärkung des gegenseitigen Verständnisses, ebenso das vorurteilslose Eingehen auf die Unterschiede beider Geschlechter. Daraus ergeben sich spezielle Gesichtspunkte etwa in der Männergesundheit, Unterschiede in der Kindererziehung usw. Diese Zusammenhänge zu erforschen sowie praktische Schlussfolgerungen zu ziehen und zu fördern, ist Aufgabe der Männerpolitischen Grundsatzabteilung.

Autor: emgo