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Die Finanzkrise und Griechenland. #

(Artikel aus April 2012)#

Die bilateralen österreichisch-griechischen Beziehungen

Dr. Sabine Stadler
Postgasse 2-2-33
1010 WIEN
Stadler.sabine@gmx.net

Österreich hat aktiv die Griechenland-Hilfe der vergangenen 3 Jahre unterstützt, und das nicht nur aus Nächstenliebe. Österreich ist Teil des EURO-RAUMES und damit gemeinsam mit anderen 17 Staaten in die Institutionen des EURO eingebunden,das ist primär die EZB, als auch die Troijka der EU. Diese Expertengruppe hat in den vergangenen zwei Jahren vor Ort die Griechenland-Krise saniert und dabei auch die Meinung der verschiedenen Finanzminister eingeholt.

Österreich hat gemeinsam mit allen EU- Staaten dem EURO-Rettungsschirm zugestimmt, was nicht die Griechenland –Hilfe ist. Diese ist,durch eigene Finanzinstitutionen zu sanieren, wie die Einzahlung in die griechischen Bilanzen durch eigene Banken, in Österreich heißt das konkret, für Griechenland eine
-Haftung und Kreditvergabe durch die Kommunalkredit,1090 WIEN
-eine Kreditvergabe der KA Bank Finanz, einer Auffangbank der Kommunalkredit, wenn die Kredite nicht rückbezahlt werden können.

Österreich hat folgende Finanzentscheidungen getroffen:

- die Kommunalkredit hat aktive Kredite in Griechenland aufgenommen, und die aushaftende Summe ist 983 Mio EURO

- die Ka Finanz,eine Badbank des österreichischen Finanzministeriums hat die Aufgabe der Besicherung von österreichischen Krediten in Griechenland übernommen, wenn das stimmt,dann verliert die Ka Finanz aktiv Geld, wenn in Griechenland der großen Schuldenschnitt vollzogen wird. Einfach nur 50 % zurückzahlen, davon sind auch österreichische Banken betroffen,und das soll die Ka Finanz kompensieren. Das tut sie mit Geldmitteln aus dem Budget.

Das sind sogenannte CDS ( Kreditausfallsversicherungen ) die zu bezahlen sind, die die KA Finanz zu übernehmen hat. Die Konsequenzen sind unbekannt, denn es gibt keinerlei Berichterstattung über das österreichische Engagement und seine wirklichen Daten in Griechenland.

Österreich ist damit Mitglied der gesamten Rettungsmaschinerie der EU geworden, zu der es seit 2009 verpflichtet wurde. 2009 hat der deutsche Finanzminister Steinbrück das Szenario der Rettung Griechenlands bekanntgegeben und seitdem sind die Maßnahmen und Pakete für Griechenland beschlossen worden.Im Frühjahr 2012 wurde das griechische Rettungspaket beschlossen, was kein „bail-out“ gestattet, d.h. ein Abschreiben oder Umschulung der Verbindlichkeiten ist nicht erlaubt-sondern es muß auf dem Einsparungs- und Budgetwege erzielt werden.

Im April 2012 wird das 1. Griechenland-Paket verabschiedet, mit 110 Milliarden Dollar, mit dem Effekt,daß die Finanzmärkte ihre Zinsen und Bedingungen erhöhten. Im Mai 2012 gibt es die Zustimmung zum 2. Paket, diesmal als gemeinsamer Rettungsschirm, dem ESM oder ESFS. Dieser Fonds soll die Zahlungsbilanzhilfen, den Ankauf von Anleihen in den EU- Staaten und der Kreditbeihilfen, pro Staat und Dauer der Kredite, bezahlen. Diese umfassende Hilfe wird mit Art.122 Abs.2 VAEU eingeleitet und durch die nationalen Parlamenten bewilligt.

Dann wird der Rettungsschirm außerhalb der Vertragssyteme der EU etabliert und danach wird der rigide Sanierungsplan eingeleitet. Der IWF wird mitbeteiligt:

Finanzstabilisierungsmechanismus (60 Milliarden)
Finanzstabilisierungsfazilität ( EFSF) (440 Milliarden)
IWF-Beteiligung ( 250 Milliarden)

Die Vorgeschichte der Beziehungen zu Griechenland:

Österreich hat eine lange konfliktreiche Geschichte mit Griechenland, eine davon die Waldheim-Affäre, die den früheren Bundespräsidenten zum Rücktritt gezwungen hat. Die Notwendigkeit, dem früheren Generalsekretär der UN und Bundespräsidenten, die eigene Soldatengeschichte auf dem Balkan zu rekonstruieren zu lassen, hat in der Weltpolitik viel Wirbel erzeugt. Dr. Kurt Waldheim wurde nachgewiesen von einer unabhängigen Geschichtskommission, daß er Zeuge von kriegsverbrecherischen Handlungen auf dem Balkan war, und dabei sei dies auch nördlich von Thessaloniki, heute Griechenland gewesen. Damit waren die Beziehungen zu Griechenland stark auf Eis gefahren und Österreich hat aktiv versucht, die ökonomischen und touristischen Beziehungen zu forcieren. Das ist gelungen, denn Österreich ist durch den Tourismus ein sehr wichtiger wirtschaftlicher Partner geworden.

Die Geschichtsschreibung der Beziehungen zwischen Österreich und Griechenland ist sehr lückenhaft, denn sie repräsentiert die offizielle Geschichtsschreibung, die die Zeit der Militärjunta nicht einbezieht. Kröll(2008) erwähnt die wichtigsten Kapitel wie :

-die österreichische Archäologie
-die österreichische Literatur und das österreichische Theater in Griechenland
-die griechischen Studenten und Intellektuellen in Österreich

Michael Staikos schreibt eine kurze Zeitgeschichte zu den bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Griechenland und ließ dabei die griechischen Emigranten in Wien wiedererzählen. Seit dem Mittelalter haben Griechen die Kämpfe gegen Türken unterstützt,auch sie kämpften in der kuk Armee.

Berühmt in Wien waren Vassilios Kalafatis, der Gründer des Wiener Praters, als auch Personen, die in Wien politische tätig waren. Das sind Rigas Velestinles, ein Politiker der sich einen christlichen Balkan wünschte, oder Konstantinos Christomonos, ein Übersetzer von griechischer Poesie und Theaterstücke ins Deutsche. Thomas Oikonomon( 1872- 1927 )war ein Direktor des Volkstheaters und des Burgtheaters als auch Studierende der Psychoanalyse wie Xenopulous oder Doxas. Umstritten ist die These von Theophil Hansen, dem Erbauer der Ringstraßengebäude als Griechen in Wien. Ihnen allen ist gemeinsam, in Wien im Exil gelebt zu haben und auch hier studiert zu haben, vor der politischen Verfolgung durch Griechenland.

Hingegen ist die österreichische Kultur und Literatur in Griechenland allgegenwärtig, so wird seit 1971 regelmäßig Kafka oder Musil aufgeführt oder Handke, Horvath oder Canetti, denn die modernen österreichischen Dichter sind berühmt und werden regelmäßig in Griechenland gespielt.

In einer Kooperation mit der Botschaft aber auch der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wird die Ausgrabung ELIS gem. betreut. Somit ist Österreich ein konstanter Partner in Griechenland, wenn auch auf den Tourismus beschränkt.

Dr. Sabine Stadler, April 2012


Na, dann ist ja sowieso alles in bester Ordnung,mal abgesehen davon, dass das Geld für die Griechenland-Hilfe teuer auf den Finanzmärkten aufgenommen werden muss, der Euro durch die Rettungsschirme weiter geschwächt wird etwa im Verhältnis zum Franken. Dass oben die Griechenland-hilfe mit den kulturellen Beziehungen zu Griechenland begründet wird, ist für mich mangels Kausalconnex nicht nachvollziehbar. wo Griechen in der Habsburger-Armee gekämpft haben,würde mich sehr interessieren, lerne gerne dazu. Die Waldheim-Geschichte auf dem Balkan ist Angelegenheit der Wehrmacht und vor allem persönliche Angelegeheit Waldheims wegen seiner Lügen, Österreich hat es damals nicht gegeben, wir Österreicher haben mit dem damaligen Karrieristen Waldheim nichts zu tun und mit seinen Lügen, weil er unbedingt UN-Generalsekretät werden wollte auch nicht. Beim Einmarsch der Russen in die CSSR hat Waldheim das Bundesheer 1968 dreissig Kilometer von der Grenze zurückgenommen, dadurch den Einsatz sinnlos gemacht, sich aber die Stimmen der Russen in der UNO für seine Wahl damit geholt.

-- Glaubauf Karl, Montag, 16. April 2012, 20:15


Weshalb hat die Kommunalkredit a k t i v e Kredite in Griechenland aufgenommen, die haben doch selbst kein Geld, war das nicht genau umgekehrt ?

-- Glaubauf Karl, Montag, 16. April 2012, 20:18