unbekannter Gast
Geben Sie diesem Artikel Ihre Stimme:
7

Kernenergiegegner Schuld am japanischen Unglück#

Stimmt es, dass eigentlich die Kernenergiegegner die wahren Schuldigen sind am Unglück in Japan??

Ich habe das so gehört:

Die Anti-Atomstromlobby hat dazu geführt, dass die Forschung nach sichereren Technologien kaum weitergeführt wurde. Seit Tschernobyl hat sich wenig getan. Wenn weiter gearbeitet worden wäre und nicht z.B. den Kernforschungszentren in Jülich oder Karlsruhe die Unterstützung für Atomforschung weitgehend entzogen worden wäre, hätten wir heute sichere Kernkraftwerke und vielleicht schon die ersten Fusionskraftwerke.

Ist es wohl doch ein Fehler, dass wir unsere einzige wirklich gute Energiequelle, die Sonne – ein Fusionsreaktor - nicht einfach in kleinem Maßstab nachbauen. Das geht aber eben nur, wenn entsprechend viel in dir Forschung investiert wird. Und das wird gerade von den Atomgegnern wieder verhindert.

Vereinfacht ausgedrückt: die Atomgegner, die der Welt was Gutes tun wollen gefährden die Menschheit.

Mag stimmen oder nicht, mich würde interessieren ob es einen Beleg für die Behauptung gibt, dass die 4 Unglücksreaktoren nur noch im Betrieb waren, weil der Bau neuer, sicherer Reaktoren behindert wurde? Wenn das stimmt dann steht wohlendgültig fest: gut gemeint ist nicht genug, es kann dabei auch genau das Gegenteil herauskommen.


daran, dass etwa fünfzig atomkraftwerke mit der geringen erdbebensicherheit von 8,4 an einer seismischen linie gebaut wurden, an der niemand sein neues fahrrad abstellen würde und an der kostensparenden geringen erdbebensicherheit sind nur die atomgegner klareweise schuld, diese blödisten. an tschnobil und den ostschrottreaktoren, die in keiner weise dem stand der technik entsprechen, sind selbstverständlich die dummen gegener schuld. wenn krsko und mochovce hochgehen, ebenfalls technisch völlig über holte kessel, noch dazu ohne jede sicherheitsmassnahme, sind nur die gegner dieser anlagen schuld. philosophisch-logisch sehr interessantes syllogismus beispiel für sophismus. zu der meinung kann man nur gratulieren, wenn sie ernst gemeint ist, es ist aber fasching, oder. der begriff gegner wird völlig undifferenziert verwendet. wer gegen die unsicheren schmutzreaktoren im osten ist, ist schuld, wenn etwas passiert.

gegenbeweis: es gibt schon unendlich lange, etwa in den usa moderne, sichere reaktoren. nur baut die im osten keiner und auch bei uns nicht. zuerst forschen, dann bauen, wenn wir die sicheren sonnenreaktoren haben...

-- Unbekannt, Samstag, 21. Januar 2012, 19:56


Natürlich gibt es keine "sicheren" Kernkraftwerke. Denn es gibt überhaupt keine sicheren Kraftwerke. Bei einem starken Erdbeben in Oberkärnten wird die Kölbreinsperre im Maltatal, die schon einige Probleme macht nicht halten, und dann möchte ich nicht maltaabwärts wohnen!

Natürlich sind veraltete Kernkraftwerke (und davon gibt es zuviele) gefährlich. Nur: Es wird ja oben argumentiert, dass es bessere geben könnte, wenn die Forschung und Entwicklung nicht durch Kernkraftgegner gebremst worden wäre. Und da ist schon was dran.

Dass die Feindschaft gegenüber Kernkraftwerken recht irrational ist, sagte unlängst sehr elegant ein deutscher Politiker: "Nun beschließen wir also die Stilllegung der deutschen Kernkraftwerke, die noch keinen Menschen getötet haben. Wäre es da nicht richtiger, die Schließung des Autoverkehrs zu verlangen, der schon zigtausende Menschen in Deutschland getötet oder zu Krüppeln gemacht hat?"

Einmal alle Emotionen zu Seite: Messen wir nicht tatsächlich mit sehr verschiedenen Maßstäben?

-- Unbekannt, Sonntag, 22. Januar 2012, 16:24