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Weil es in meinem Bekanntenkreis grad wieder passíert ist: Beim Ankauf einen Neuwagens wurde vom Händler eine Anzahlung gefordert und vom Kunden auch geleistet. Das ist ein großer Fehler des Kunden:

1. ist die Anzahlung ein Kredit für den Händler, den der Kunde ohne Gegenleistung gewährt

2. Wenn der Händler in der Lieferfrist Pleite geht, ist man die Anzahlung los.

3. schon die Forderung einer Anzahlung kann auf eine schiefe wirtschaftliche Situation des Händlers schließen lassen. Ich würde ihm das auch sagen, sollte er eine Anzahlung verlangen (und sein Gesicht sehen wollen)

4. Beim Autokauf heißt es überhaupt: AUFPASSEN! Das Kleingedruckte im schriftlichen Vertrag (es ist nicht ohne Grund kleingedruckt!) ist mit großer Vorsicht zu genießen. Es ist oft unglaublich, welche Rechte der Verkäufer darin beansprucht (z. B. eine enorme, für ihn folgenlose Überziehung der Lieferfrist um -zig Monate!) und durch "blindes" vertrauensvolles Unterschreiben auch eingeräumt bekommt.

Sie können es so machen wie Lugner: Der streicht beim Autokauf das Kleingedruckte einfach durch, übrig bleiben nur Ware und Preis. An sich ja ausreichend für einen gültigen Vertrag, doch das ist wohl etwas zu plakativ und nicht als Normalfall zu sehen. Aber unterschreiben auch Sie nicht gleich, wenn sie sich auf ein Auto festgelegt haben. Lassen Sie sich den vollen Vertragstext ausdrucken, nehmen Sie ihn mit nach Hause und lesen Sie ihn genau durch. Notieren Sie, was Ihnen nicht klar ist oder suspekt erscheint. Fragen Sie einen rechtskundigen Freund/Bekannten. Sie riskieren nichts, absolut nichts, können aber einiges gewinnen! Der Händler wird sich zwar nicht freuen, aber er wird Sie bestimmt schon am nächsten Tag sehr freundlich anrufen und fragen, ob er noch was für Sie tun kann. Vieleicht gehört er auch zur Kategorie "Ho-Ruck": dann wird er sie warnen oder Ihnen gar drohen, dass das ausgesuchte (noch nicht einmal gebaute) Auto vielleicht schon weg ist, wenn Sie mit der Unterschrift weiter zögern. Lachen Sie! Wenn Ihre Lachtränen getrocknet sind, wird er zum Verkäufer der Kategorie "Verständnisvoll" mutieren und sehr sehr sehr freundlich werden.

Informieren Sie sich zumindest genau über die Klauseln zu Lieferfrist und Produktänderungen. Können Sie aus dem Vertrag aussteigen, wenn die Lieferfrist erheblich überzogen werden darf usw? Und zu welchen Bedingungen?

Fazit:

1. An jeder Ecke ist ein Autohändler. Und jeder(!) will Ihnen gern ein Auto verkaufen. Wenn es ein bestimmter Händler etwa dann nicht tun will, weil er unbedingt eine Anzahlung haben will, aber Sie keine leisten wollen - gehen Sie einfach eine Ecke weiter. Ich wette, Sie kommen nicht einmal zum Ausgang, rennt Ihnen der Verkäufer schon nach und wird für Sie - nur für Sie! - eine "Ausnahme" machen.

2. Es gibt mehr als genug Autos auf der Welt, da ist eins auch für Sie immer dabei. (Eine Zahl, die einem den Atem stocken läßt: allein der VW Konzern baut an jedem Arbeitstag eines Jahres 38.000 Autos! Hätten Sie das gewußt?).

Und überhaupt: Als Käufer sind Sie der Herr des Geschäftes. You have the money and you make the rules! Eine dieser unumstößlichen Rules lautet: "Leisten Sie NIE eine Anzahlung!"