unbekannter Gast
Geben Sie diesem Artikel Ihre Stimme:
11

Hier gehts um Persönliches. Wahrscheinlich nicht der richtige Ort, Frust loszuwerden. Aber vielleicht weiß jemand, wie mit folgendem Problem umzugehen ist:

1. Ich habe Freunde und Verwandte, wie wohl die meisten Leute. Die sind logischerweise mehr oder weniger in meinem fortgeschrittenen Alter. Die meisten haben einen PC, den sie auch für Internet nutzen. Sie haben kaum Computerkenntnissse, das allernötigste halt.

2. Ich bin kein Informatiker, kenne mich aber mit PC's halbwegs aus. Das ist kein Eigenlob, ich kann halt fast alle Probleme, die im praktischen Computeralltag auftauchen, lösen. Sehr gut kenne ich mich Word und Powerpoint aus. Das hab ich mir im Laufe etlicher Jahr mit Hilfe anderer und durch viel schmerzliche try-and-error-Erfahrung angeeignet.

3. Die Freunde und Verwandten gem. Pkt. 1 wissen das. Sie rufen mich an, wenn sie ein Computerpoblem haben, und das ist oft der Fall. Das kann zur Plage werden, auch wegen des Ärgers, den ich empfinde, wenn es zu oft ist oder zu lang wird. Häufig ist es und lang wird es, weil sie sich nichts merken. So muss ich alles x-mal erklären. Der Ärger kommt vor allem daher, weil ich spüre, dass sie sich nichts merken wollen. Wenn was nicht funktioniert ist ja meine Telefonnummer zur Hand.

4. Natürlich könnte ich das abstellen, sanft oder grob ("sanft" geht eigentlich nicht. Schon Goethe sagt: "Der andre hört von all dem nur das Nein"). Das Ergebnis ist ein multiples Zerwürfnis. Ist das ein Schaden? Hab ich die richtigen Freunde (die kann man sich aussuchen), oder die "richtigen" Verwandten (die man sich bekanntlich nicht aussuchen kann). Und noch was: Aus der Zeit, als ich noch hilfloser Computerneuling war kenne ich das Gefühl der Ohnmacht, wenn der Kasten nicht und nicht will (damals noch mit DOS und den Anfängen von Windows). Die Leute tun mir auch Leid. Holen sie professionelle Hilfe geht das schnell ins Geld.

5. Ein katholischer Bischof hat einmal gesagt "Nächstenliebe hat Grenzen". Das hat einen Wirbel ausgelöst. In meiner Situation kann ich ihn verstehen, denn es geht an die Substanz. Dass ich dieses schreibe liegt ja aktuell daran, dass heute das Fass wieder einmal übergelaufen ist. Ich bin um 6:50 Uhr aufgestanden, kurzes Frühstück. Seitdem nichts anderes gemacht als Computerproblemtelefondienst. Jetzt ist es 11:20 Uhr.

6. Soll ich wirklich mit allen streiten? Soll ich so machen wie es mit einem (Ex?-)Freund gemacht habe? Dem ich deutlich, vielleicht zu deutlich gesagt habe wie sehr es mich mich stört, wenn er in einem Gespräch zig-mal sein Smartphone rausreißt und irgendwas nachschaut. Jetzt ist er beleidigt, und eben "ex".

Mein Problem ist, wie ich weiß, kein Einzelfall. Es gibt viele Leute, denen es so geht wie mir.

Wie damit umgehen? Ich denke (nicht ganz unernst) an auswandern.


Mir geht es da gut#

Ich bin Professor für Informatik. Wenn wer was Praktisches haben will habe ich zwei Antworten: (a) ich kann leider nicht helfen, wenn ich Probleme habe dann richtet das mein Techniker am Institut; (b) man erwartet von einem Forscher in der Mathematik ja wohl auch nicht, dass er gut rechnen kann.

Ersthaft: Wie wäre es mit einem APHC (Austria Pannenhilfe Computer Club). Pro Jahr 60 Euro Mitgliedsgebühr, die ersten 3 Telefonberatungen von max. 1/2 Stunde sind gratis, jede weitere angebrochene 1/2 Stunde hat den Vorzugspreis 30 €.

-- Maurer Hermann, Dienstag, 6. Mai 2014, 17:59


@ Hermann Maurer

Das kann nichts werden. Keiner will was zahlen für "nur" Beratung.

Ein Installateur hats besser: Da zahlen sie (wenn auch mit murren, sobald er weg ist) 250 € wenn der in persona kommt und eine neue Dichtung in den Klospülkasten "einbaut". Und er kriegt auch noch einen Kaffee.

PS 1: Ich kann auch Klospülkastendichtungen einbauen, Autoreifen umstecken, Ölwechseln, Deckenlampen montieren usw. Auch das wissen meine Freunde und Verwandten ...

PS 2: Ein Professor hat es sowieso gut, weil den traut sich keiner was fragen.

-- Lechner Peter, Dienstag, 6. Mai 2014, 19:30


Ich sage, das kann ich nicht übers Telefon - man soll den ganzen Computer abbauen, mit Maus, Tastatur und Bildschirm, und ihn mir bringen.
Sobald ich kann, schaue ich ihn mir an.
Für´s Erste den PC komlett ausschalten, 3 Minuten warten und ihn dann neu einschalten.
Sie sollen das einmal versuchen.
Wenn´s dann noch immer nicht geht, nicht geht, sollen sie sich erneut bei mir melden, wegen - siehe oben.

-- Waldbär der VI, Dienstag, 6. Mai 2014, 19:43


@ Waldbär:

Ich glaub nicht, dass das wirklich nutzt. Heutzutage haben die meisten einen Laptop - und damit stehen sie auch gleich vor der Tür. Dann wirds ernst, denn: Telefon auflegen kann man zur Not ja noch, rauschschmeissen ist viel schwerer.

-- Unbekannt, Donnerstag, 8. Jänner 2015, 12:59